Krebs und „Chemobrain“: Krebs-Stress führt zu kognitiven Störungen

Brustkrebspatientinnen zeigen schon vor der Behandlung Aufmerksamkeitsstörungen. Diese werden offenbar durch posttraumatischen Stress infolge der Krebsdiagnose verursacht, wie eine Studie von LMU-Forschern nachweist.

Bei Krebspatienten können Störungen der Aufmerksamkeit, des Gedächtnisses und anderer Basisfunktionen mentaler Prozesse auftreten, wie zahlreiche wissenschaftliche Untersuchungen feststellten. Diese kognitiven Beeinträchtigungen wurden lange ausschließlich auf Nebenwirkungen der Chemotherapie zurückgeführt und erhielten den Namen Chemobrain – bis eine Reihe von Studien ein „Chemo-Gehirn“ schon bei Patienten nachwies, deren medikamentöse Behandlung noch gar nicht begonnen hatte. Jetzt konnte ein Team um Dr. Kerstin Hermelink vom Brustzentrum der Frauenklinik der LMU zeigen, dass höchstwahrscheinlich posttraumatischer Stress infolge der Krebsdiagnose die bisher unerklärten Störungen vor Therapiebeginn verursacht. Die Ergebnisse erscheinen aktuell im Journal of the National Cancer Institute.

Vor allem bei Brustkrebspatientinnen wurde über Störungen kognitiver Funktionen schon vor Therapiebeginn vielfach berichtet. Zu den Ursachen gab es bisher nur Vermutungen: Die Krebserkrankung selbst könnte bestimmte Gehirnfunktionen beeinträchtigen, beispielsweise durch eine vermehrte Ausschüttung bestimmter Botenstoffe (Zytokine), oder Krebserkrankung und kognitive Beeinträchtigung könnten eine gemeinsame genetische Grundlage haben. Die LMU-Forscher haben mit ihrer Studie Cognicares (Cognition in Breast Cancer Patients – the Impact of Cancer-related Stress) nun eine andere Erklärung überprüft und bestätigt.

Traumatische Diagnose

„Eine Krebserkrankung kann als Trauma erlebt werden. Vor allem kurz nach der Diagnose entwickeln viele Krebspatienten sogar Symptome einer posttraumatischen Belastungsstörung“, sagt Kerstin Hermelink. „Stress hat großen Einfluss auf unsere geistige Leistungsfähigkeit und hinterlässt deutliche Spuren im Gehirn – da lag es nahe zu untersuchen, ob die kognitiven Störungen, die manche Brustkrebspatientinnen zeigen, durch den Stress der Krebserkrankung verursacht werden.“

Die Wissenschaftler untersuchten mehr als 160 Brustkrebspatientinnen und 60 Frauen, bei denen eine Untersuchung der Brust keinen Verdacht auf Krebs ergeben hatte, zu drei Zeitpunkten im Verlauf des ersten Jahres nach der Diagnose. Vor Behandlungsbeginn zeigten die Patientinnen und die gesunden Frauen nahezu identische Leistungen in kognitiven Tests, nur in einem Test der Aufmerksamkeit unterliefen den Patientinnen deutlich mehr Fehler. „Wie vermutet hing die Fehlerzahl in diesem Test mit posttraumatischer Sressbelastung zusammen – je stärker die Teilnehmerinnen belastet waren, umso mehr Fehler machten sie. Der Zusammenhang war statistisch sehr signifikant“, sagt Kerstin Hermelink.

Gute Nachrichten für Brustkrebspatientinnen

In der Cognicares-Studie wurde vor Therapiebeginn ein wesentlich geringeres Ausmaß kognitiver Beeinträchtigung gefunden als in einigen früheren Untersuchungen. „Das liegt vermutlich daran, dass wir Faktoren, die die Ergebnisse verzerren können, besonders sorgfältig kontrolliert haben“, sagt Kerstin Hermelink. „Wir haben darauf geachtet, dass die Patientinnen und die gesunden Frauen der Kontrollgruppe sich möglichst wenig unterscheiden.“ Schon kleine Unterschiede im Alter, der Bildung oder der Intelligenz, die zwischen Patientinnen und gesunden Teilnehmerinnen bestehen, können zu unterschiedlichen Testleistungen führen und so fälschlich den Eindruck kognitiver Störungen bei Krebspatientinnen erwecken.

„Unsere Ergebnisse sind eine gute Nachricht für Brustkrebspatientinnen“, ist Kerstin Hermelink überzeugt. „Zumindest vor Behandlungsbeginn gibt es keinen Grund anzunehmen, dass Brustkrebspatientinnen unter mehr als minimalen kognitiven Störungen leiden, die durch den Stress der Erkrankung ausgelöst werden.“

Die Cognicares-Studie ist eine der weltweit größten Studien auf diesem Gebiet. Sie entstand unter Beteiligung von sechs Brustzentren in und um München und wurde von der Deutschen Krebshilfe gefördert. Die Daten der Untersuchungen nach Abschluss der Behandlung werden zurzeit noch analysiert.

Kontakt:
Dr. Kerstin Hermelink
Klinikum der Universität München
Tel.: 089 / 4400 – 77595
E-Mail: kerstin.hermelink@med.uni-muenchen.de

Publikation
Kerstin Hermelink et al.:
Elucidating Pretreatment Cognitive Impairment in Breast Cancer Patients: The Impact of Cancer-related Post-traumatic Stress
In: Journal of the National Cancer Institute
http://jnci.oxfordjournals.org/

Pressemitteilung
Ludwig-Maximilians-Universität München, Luise Dirscherl


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Wie entstehen Metastasen?

Sind Menschen an einem bösartigen Tumor erkrankt, können sich überall in ihrem Körper Metastasen bilden, die die Heilungschancen häufig erheblich verschlechtern. Wie die Absiedlungen der ursprünglichen Geschwulst genau entstehen, untersuchten Wissenschaftler des Instituts für Molekularbiologie und Dr. Alexander Carpinteiro, Oberarzt der Klinik für Hämatologie der Medizinischen Fakultät der Universität Duisburg-Essen am Universitätsklinikum Essen (UK Essen) und berichten darüber im Fachmagazin Embo Molecular Medicine.

Die Forscher analysierten in einer vorklinischen Studie, wie sich die Zellen des Primärtumors in anderen Geweben ansiedeln und eine Metastase bilden. „Wir konnten nachweisen, dass bei diesem Prozess die Blutplättchen eine sehr wichtige und bisher unbekannte Rolle spielen“, erklärt Dr. Alexander Carpinteiro.

Zirkulierende Tumorzellen sind demnach zunächst kaum in der Lage, Metastasen zu bilden. Sie verteilen sich über die Blutbahnen im Körper und interagieren dabei mit den Blutplättchen. Diese werden dadurch angeregt, ein bestimmtes Eiweiß – das Enzym Saure Sphingomyelinase – abzusondern. Das bewirkt wiederum auf der Membran der Tumorzellen die Bildung sogenannter Ceramid-Plattformen.

Darin können sich dann Eiweißmoleküle, sogenannte Integrine, einlagern, die dabei gleichzeitig aktiviert werden. Dr. Carpinteiro: „Erst wenn all dies geschehen ist, können sich die zirkulierenden Tumorzellen an spezialisierte, flache Zellen in den Innenseiten der Blutgefäße anheften, den sogenannten Endothelzellen, und in ein anderes Gewebe auswandern, um dort schließlich Metastasen zu bilden.“

Die Wissenschaftler hoffen, diesen Mechanismus möglicherweise therapeutisch nutzen zu können. Denkbar wäre es, das Zusammenspiel von Tumorzellen und Blutplättchen medikamentös zu unterdrücken oder das Enzym Saure Sphingomyelinase zu hemmen, um die Metastasenbildung zu unterbinden.

Quelle: http://embomolmed.embopress.org/content/early/2015/04/07/emmm.201404571.long

Weitere Informationen: Christine Harrell, Tel. 0201/723-1615, christine.harrell@uk-essen.de

Pressemitteilung
Universität Duisburg-Essen, Beate Kostka M.A


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Therapie des Knochenmarkkrebses Multiples Myelom:

Wirkstoffkombination in Studie überlegen

Ärzte und Wissenschaftler des Universitätsklinikums Heidelberg veröffentlichen Ergebnisse aus einer Studie mit 504 Patienten in „Leukemia“ / Internationaler Experten-Workshop zum Multiplem Myelom am 24. und 25. April 2015 in der Medizinischer Universitätsklinik Heidelberg / Ärzte, Wissenschaftler und Journalisten sind herzlich eingeladen

Zur Behandlung von Patienten mit Multiplem Myelom, einer Krebserkrankung des Knochenmarks, die im weiteren Therapieverlauf noch eine Transplantation mit eigenen Stammzellen erhalten sollen, setzen Onkologen in Deutschland meistens eine von zwei bewährten Medikamentenkombinationen ein. Bislang werden diese als gleichwertig angesehen. Erstmals zeigte nun ein direkter Vergleich in einer großen, multizentrischen Studie unter Federführung des Universitätsklinikums Heidelberg: Die eine Wirkstoffkombination ist besonders in Bezug auf die Nebenwirkungen deutlich überlegen. Patienten, die diese Chemotherapie erhalten, leiden seltener unter Nervenschmerzen oder Blutgerinnungsveränderungen. Außerdem müssen sie während der Behandlung seltener stationär aufgenommen werden. An der Studie mit 504 Patienten, der bislang größten Studie dieser Art in Deutschland, beteiligten sich 31 gößtenteils universitäre Zentren und 75 niedergelassene Onkologen. Die Ergebnisse sind nun im Fachmagazin „Leukemia“ erschienen.

Beim Internationalen Myeloma Workshop am 24. und 25. April 2015 am Universitätsklinikum Heidelberg präsentieren die international führenden Myelom-Experten aus Europa und den USA weitere Forschungsergebnisse, den aktuellen Stand in Therapie und Diagnostik sowie neue Behandlungsmethoden und Medikamente. Veranstalter ist das Myelomzentrum der Medizinischen Universitätsklinik und des Nationalen Centrums für Tumorerkrankungen (NCT) Heidelberg, Leiter Prof. Dr. Hartmut Goldschmidt. Die Vortragssprache ist Englisch. Ärzte, Wissenschaftler und Journalisten sind herzlich eingeladen. Weitere Informationen und Anmeldung unter: www.myelomaworkshop.de

Rund 5.800 Menschen erkranken in Deutschland jährlich neu am Multiplen Myelom, einer bislang meist unheilbaren Krebserkrankung des blutbildenden Knochenmarks. Eine Hochdosis-Chemotherapie gefolgt von einer Transplantation mit eigenen Stammzellen aus dem Knochenmark ist heute die wirksamste Behandlungsform für jüngere Patienten und bietet die Chance auf langfristige Krankheitskontrolle. Neue Medikamente in Kombination mit der Stammzelltransplantation haben den krankheitsfreien Zeitraum und das Gesamtüberleben bei Patienten im Alter bis zu 70 Jahren inzwischen auf über zehn Jahre verlängert.

Weniger Nebenwirkungen und Krankenhausaufenthalte

Um bei der Blutstammzelltransplantation vor der Entnahme der gesunden Stammzellen die Krebszellen möglichst weit zu reduzieren, werden Myelompatienten in der Regel mit drei bis vier Zyklen einer Kombinationschemotherapie behandelt. Hämatoonkologen stehen dazu mehrere bewährte Wirkstoffkombinationen zur Verfügung, die meist das Krebsmedikament Bortezomib enthalten. Bei diesen Kombinationen kommt in Deutschland zu Bortezomib noch Cortison sowie oft entweder das Medikament Cyclophosphamid oder Doxorubicin hinzu.

Der Anteil der Patienten, die sehr gut auf die Behandlung ansprechen, ist bei beiden Kombinations-Chemotherapien (Cyclophosphamid oder Doxorubicin) vergleichbar und liegt bei rund einem Drittel. Relevante Unterschiede zeigten sich jedoch bei der Anzahl an Patienten, die gar nicht auf die Behandlung ansprachen: Dies waren in der Cyclophosphamid-Gruppe nur ein Patient (0,4 Prozent), in der Doxorubicin-Gruppe 12 Patienten (4,8 Prozent). Auch bei den Nebenwirkungen zeigten sich deutliche Unterschiede: In der Cyclophosphamid-Gruppe musste sich nur etwa ein Viertel (24 Prozent) der Patienten wegen schwerer Nebenwirkungen wie Infektionen, oder Blutgerinnungsveränderungen stationär behandeln lassen, in der Doxorubicin-Gruppe waren es dagegen ein Drittel (32,7 Prozent). „Ausgehend von diesen eindeutigen Ergebnissen empfehlen wir, falls keine medizinischen Gründe dagegen sprechen, die Wirkstoffkombination mit Cyclophosphamid vorzuziehen“, sagt Erstautor Dr. Elias Mai vom Heidelberger Myelomzentrum. „Bei diesem Nebenwirkungsprofil sind sogar vier Zyklen Chemotherapie vor der Stammzellentnahme sinnvoll. Das kann den anschließenden Behandlungserfolg verbessern.“

Erfolgsrezept: Hohe Qualität in Therapie und Begleitforschung

Das Heidelberger Myelomzentrum der Abteilung für Hämatologie, Onkologie und Rheumatologie der Medizinischen Universitätsklinik und des Nationalen Centrums für Tumorerkrankungen (NCT) ist weltweit das drittgrößte Therapiezentrum dieser Art; hier werden mehr als 1.400 Patienten pro Jahr aus ganz Deutschland und dem Ausland untersucht und überwiegend in Studien behandelt. „Bei der Teilnahme an klinischen Studien profitieren die Patienten von einer sehr engmaschigen Betreuung sowie Therapien auf dem neuesten Stand der Wissenschaft. Ich empfehle daher, sich in Zentren oder bei Ärzten behandeln zu lassen, die Studien anbieten“, so Professor Dr. Hartmut Goldschmidt. Damit möglichst viele Patienten heimatnah in Studien behandelt werden können, haben sich deutschlandweit 40 Zentren für Stammzell-Transplantation, 100 weitere Kliniken sowie niedergelassene Onkologen zu einem Studien-Netzwerk, der „German Speaking Myeloma Multicenter Group (GMMG)“, zusammengeschlossen. Aktuelle Ergebnisse und neue Studien der GMMG werden ebenfalls beim Internationalen Myeloma Workshop vorgestellt.

Literatur: Mai, E.K., Bertsch, U., Dürig, J., Kunz, C., Haenel, M., Blau, I.W., Munder, M., Jauch, A., Schurich, B., Hielscher, T., Merz, M., Huegle-Doerr, B., Seckinger, A., Hose, D, Hillengass, J., Raab, M.S., Neben, K, Lindemann, H.W., Zeis, M., Gerecke, C., Schmidt-Wolf, I.G., Weisel, K., Scheid, C., Salwender, H., Goldschmidt H. Phase III trial of bortezomib, cyclophosphamide, dexamethasone (VCD) versus bortezomib, doxorubicin, dexamethasone (PAd) in newly-diagnosed myeloma. Leukemia. 2015 Mar 19. doi: 10.1038/leu.2015.80. [Epub ahead of print]

Ansprechpartner:
Dr. Annemarie Angerer
Sektion Multiples Myelom
Med. Klinik V
Universitätsklinikum Heidelberg und
Nationales Centrum für Tumorerkrankungen (NCT) Heidelberg
Tel.: 06221 56-5429
E-Mail: annemarie.angerer@med.uni-heidelberg.de

Universitätsklinikum und Medizinische Fakultät Heidelberg
Krankenversorgung, Forschung und Lehre von internationalem Rang

Das Universitätsklinikum Heidelberg ist eines der bedeutendsten medizinischen Zentren in Deutschland; die Medizinische Fakultät der Universität Heidelberg zählt zu den international renommierten biomedizinischen Forschungseinrichtungen in Europa. Gemeinsames Ziel ist die Entwicklung innovativer Diagnostik und Therapien sowie ihre rasche Umsetzung für den Patienten. Klinikum und Fakultät beschäftigen rund 12.600 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und engagieren sich in Ausbildung und Qualifizierung. In mehr als 50 klinischen Fachabteilungen mit ca. 1.900 Betten werden jährlich rund 66.000 Patienten voll- bzw. teilstationär und mehr als 1.000.000 mal Patienten ambulant behandelt. Das Heidelberger Curriculum Medicinale (HeiCuMed) steht an der Spitze der medizinischen Ausbildungsgänge in Deutschland. Derzeit studieren ca. 3.500 angehende Ärztinnen und Ärzte in Heidelberg.

Weitere Informationen:
http://www.myelomaworkshop.de/index.html Weitere Informationen zum Myeloma Workshop und Programm
http://www.klinikum.uni-heidelberg.de/Multiples-Myelom.131686.0.html Multiples Myelom, Klinik für Hämatologie, Onkologie, Rheumatologie, Universitätsklinikum Heidelberg

Pressemitteilung
Universitätsklinikum Heidelberg, Julia Bird


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Konzertierte Aktion für Prostata-Studie

Berlin, den 21. April 2015 – In einer konzertierten Aktion wollen Ärzte, Patienten, Krankenkassen und Deutsche Krebshilfe die weltweit größte Studie zum Prostatakrebs zu einem Erfolg machen. Ziel der 2013 gestarteten PREFERE-Studie ist es, zu analysieren, von welcher der vier infrage kommenden Optionen für die Erstbehandlung von Prostatakrebs in einem frühen Stadium der Patient auf lange Sicht am meisten profitiert: Insbesondere sollen dabei Nebenwirkungen und Komplikationen berücksichtigt werden, um den Patienten künftig die für sie ideale Option empfehlen zu können. Die gemeinsame Informations-Kampagne für PREFERE soll darauf abzielen, das Engagement der Ärzte zu erhöhen, neutral über die Studie und die vier Behandlungsoptionen aufzuklären und so die Patientenbeteiligung deutlich zu steigern. „Wir müssen noch deutlicher machen, dass jeder Patient durch seine Teilnahme einen hohen Nutzen hat: Eine verbesserte Diagnostik, eine engmaschigere Betreuung, Behandlung auf medizinischem Top-Niveau und eine intensivere Nachsorge als üblich“, so Studienleiter Prof. Dr. Michael Stöckle. Jährlich erkranken zwischen 65.000 und 70.000 Männer an Prostatakrebs. Die bösartige Wucherung der Vorsteherdrüse ist damit die häufigste Krebsform bei Männern. 

Studien-Teilnehmer profitieren von besserer Diagnostik und Betreuung

Die Teilnehmer der PREFERE-Studie profitieren von einer besseren Diagnostik, indem ein spezialisierter Pathologe den Befund absichert. „In rund 20 Prozent der Fälle stellen wir derzeit fest, dass der erste Befund nicht vollständig zutrifft. Allein dies wäre Grund genug für jeden Patienten, sich an der Studie zu beteiligen. Denn eine präzise Diagnostik ist Voraussetzung einer erfolgversprechenden Therapie. Ein Patient, der nicht an der Studie teilnimmt, müsste für das Zweitgutachten über 1.000 Euro zahlen“, so Studienleiter Prof. Dr. Michael Stöckle. Darüber hinaus betreuen erfahrene Spezialisten in ausgewiesenen Studienzentren die PREFERE-Teilnehmer intensiver als üblich, behandeln engmaschiger und kontrollieren auf modernstem medizinischem Niveau. Die Beobachtungszeit beträgt mindestens 13 Jahre. Dabei haben PREFERE-Teilnehmer durch die enge Zusammenarbeit ihres Urologen und/oder Strahlentherapeuten mit dem Studienzentrum während der Nachsorge eine doppelte Sicherheit in der Betreuung. 

Urologen wollen sich noch stärker für Aufklärung einsetzen

Dr. Axel Schroeder, Präsident des Berufsverbandes der Deutschen Urologen e.V. (BDU): „Bei einem bestimmten, wenig bösartigen Tumorstadium sind mehrere gleichwertige Behandlungsformen möglich – ohne das Leben des Patienten zu verkürzen oder seine Lebensqualität einzuschränken. Wir möchten herausfinden, welche der vier Behandlungsoptionen – Operation, Bestrahlung durch die Haut, interne Bestrahlung durch Einbringen von Bestrahlungskörpern in die Prostata oder aktive Überwachung den größten Erfolg bei den niedrigsten Nebenwirkungen zeigt. Wir haben beim Prostatakrebs diese Chance, weil er nur langsam wächst und nur bei fehlender Behandlung eine Lebensgefahr darstellen kann.“ Die Urologen sollten deshalb ihre Patienten über die Studie informieren und neutral über die vier Behandlungsformen aufklären. Bei dieser Studie werden nur die Behandlungsoptionen berücksichtigt, für die die Patienten nach sorgfältiger Information und Abwägung auch offen und geeignet sind. Auch die Deutsche Gesellschaft für Urologie e. V. (DGU) hat die PREFERE-Studie von Anfang an nachhaltig unterstützt und beworben. DGU-Generalsekretär Prof. Dr. Oliver Hakenberg appelliert an alle Urologen, stärker zur Akzeptanz der Studie beizutragen und Patienten über dieses Studienangebot zu informieren. Bestehende Hemmschwellen könnten durch intensive Information überwunden werden. Auch Strahlentherapeuten sollten infrage kommende Männer stärker für die Studie interessieren. 

Patienten sollten ihre Ärzte aktiv auf PREFERE ansprechen

„Wir appellieren an alle Ärzte: Informieren Sie Ihre Patienten umfassend über die Vorteile einer Teilnahme an der PREFERE-Studie. Engagieren Sie sich im Interesse jetziger und kommender Patienten für diese Studie!“, betont der stellvertretende Vorsitzende des Bundesverbandes Prostatakrebs Selbsthilfe (BPS), Paul Enders. Der Gesundheitspolitische Sprecher des BPS, Jens-Peter Zacharias, ergänzt: „Ärzte, die nicht über diese Studie informieren, entscheiden bereits über die Nichtteilnahme der Patienten. Patienten sollten ihre Entscheidungen zur Teilnahme selber treffen können.“ Paul Enders und Jens-Peter Zacharias appellieren an Patienten, ihre Ärzte auf die PREFERE Studie anzusprechen und erst dann eine Therapieentscheidung zu treffen, nachdem sie von ihnen über die Vorteile einer Beteiligung informiert wurden.

Über die PREFERE-Studie

Die PREFERE-Studie ist die weltweit größte Studie zum lokal begrenzten Prostatakarzinom. Erstmalig werden alle infrage kommenden Therapieoptionen in einer prospektiven randomisierten Studie miteinander verglichen. So gewinnen Arzt und Patienten bei der Auswahl der Behandlung künftig mehr Sicherheit.  In die PREFERE-Studie sollen über einen Zeitraum von vier Jahren insgesamt 7.600 Patienten eingeschlossen werden. Die Teilnehmer werden über einen Zeitraum von mindestens 13 Jahren bis zum Studienende nachbeobachtet. Die Studie wird von einem breiten Bündnis getragen: Bei PREFERE arbeiten die Deutsche Krebshilfe, die gesetzlichen und privaten Krankenversicherungen, die Deutsche Gesellschaft für Urologie, der Berufsverband der Deutschen Urologen, die Deutsche Gesellschaft für Radioonkologie, die Deutsche Krebsgesellschaft und der Bundesverband Prostatakrebs Selbsthilfe zusammen.

Medienkontakt:
Tobias M. Weitzel
BSK Becker+Schreiner Kommunikation GmbH
Tel.: 02154-812216
Mobil: 0177-7215760
Mail: weitzel@kommunikation-bsk.de

Patienten erhalten weitere Informationen hier: http://www.prefere.de

Das Aufklärungsvideo zur PREFERE-Studie:
http://www.prefere.de/fuer-patienten/die-prefere-studie/aufklaerungsmaterialien/zusatzvideo/

Die Patientenbroschüre zum Download:
http://www.prefere.de/fileadmin/user_upload/PDF/Ansicht_Broschure_Innenteil_070214.pdf

Deutsche Krebshilfe e.V.

Buschstr. 32, 53113 Bonn

Telefon: +49 (0)228. 729 90 – 0 | Fax: +49 (0)228. 729 90 –11

Informations- und Beratungsdienst: Montag bis Freitag von 8 Uhr bis 17 Uhr unter der Rufnummer: 0228 – 729 90 95

Deutsche Krebsgesellschaft e.V.

Kuno-Fischer-Straße 8, 14057 Berlin
Telefon: + 49 (0)30 – 322 93 29 0 | Fax: + 49 (0)30 – 322 93 29 66

Die Ländergesellschaften der Deutschen Krebsgesellschaft unterhalten Beratungsstellen für Krebspatienten und ihre Angehörigen. Die Adresse für das eigene Bundesland kann man bei der Deutschen Krebsgesellschaft erfragen.

Bundesverband Prostatakrebs Selbsthilfe e.V.
Thomas-Mann-Str. 40, 53111 Bonn

Tel.: 0228 – 33 88 95 00
Fax: 0228 – 33 88 95 10
Telefon: +49 (0)5108 – 926 646 | Fax: +49 (0)5108 – 926 647

Telefonische Beratungshotline: Dienstag, Mittwoch, Donnerstag (außer an bundeseinheitlichen Feiertagen) von 15 Uhr bis 18 Uhr unter der gebührenfreien Rufnummer: 0800 – 70 801 23

Krebsinformationsdienst

Deutsches Krebsforschungszentrum
Im Neuenheimer Feld 280, 69120 Heidelberg

Bundesweites Beratungstelefon:
Täglich von 8 Uhr bis 20 Uhr unter der 
gebührenfreien Rufnummer: 0800 – 420 30 40

Unabhängige Patientenberatung Deutschland UPD gemeinnützige GmbH

Bundesgeschäftsstelle

Littenstraße 10, 10179 Berlin

Telefon: +49 (0)30 – 200 89 233 | Fax: +49 (0)30 – 200 89 23 50

Bundesweites Beratungstelefon:
Montag bis Freitag von 10 bis 18 Uhr
und donnerstags bis 20 Uhr unter der gebührenfreien Rufnummer: 0800 – 0 11 77 22

Deutschen Gesellschaft für Urologie e.V.
Geschäftsstelle
Uerdinger Str. 64, 40474 Düsseldorf
Tel.: 0211/516096-0
info@dgu.de | http://www.urologenportal.de

Berufsverband der Deutschen Urologen e.V.
Uerdinger Str. 64, 40474 Düsseldorf
Tel: 0211/9513729
http://www.urologenportal.de

Pressemitteilung der DGU/BDU


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Deutsches Krebsforschungszentrum fordert sofortigen Stopp für Zigarettenwerbung

Am 31. Mai 2012 ist Weltnichtrauchertag, ausgerufen von der Weltgesundheitsorganisation. Das Aktionsbündnis Nichtrauchen hat das deutsche Motto in diesem Jahr unter das Thema gestellt: „Lass Dich nicht einwickeln! Rauchen kennt nur einen Gewinner: Die Tabakindustrie“. Das Deutsche Krebsforschungszentrum gibt hierzu einen aktuellen Band der Roten Reihe heraus zum Thema “Zigarettenwerbung in Deutschland – Marketing für ein gesundheitsgefährdendes Produkt”.

Zigarettenwerbung gefährdet die Gesundheit, denn sie fördert das Rauchen und hat Einfluss auf den Gesamtkonsum von Zigaretten. Zigarettenwerbung trägt dazu bei, dass Jugendliche mit dem Rauchen beginnen und dass Raucher es schwerer haben, damit aufzuhören. Aus dem neuesten Report des Deutschen Krebsforschungszentrums „Zigarettenwerbung in Deutschland – Marketing für ein gesundheitsgefährdendes Produkt“ wird deutlich, wie umfassend die Tabakindustrie alle Bereiche des öffentlichen Lebens mit ihren Marketingmaßnahmen durchdringt: Von der Außenwerbung an Haltestellen des öffentlichen Nahverkehrs über Kinowerbung, Internetangebote, Eventmarketing, Geschenkaktionen, Sponsoring bis hin zur Werbung in Supermärkten und Tankstellen nutzen die Zigarettenhersteller alle Möglichkeiten der Ansprache. Deutschland ist das einzige Mitgliedsland der Europäischen Union, welches die Außenwerbung noch gestattet.

„Das Deutsche Krebsforschungszentrum fordert einen sofortigen Stopp für Zigarettenwerbung“, erklärt der Vorstandsvorsitzende des Zentrums, Prof. Dr. Otmar D. Wiestler. „Die Werbung für Zigaretten in unserem Land ist unverantwortlich. Zigaretten unterscheiden sich grundsätzlich von allen anderen legal verkauften Produkten, denn sie sind giftig und stellen das größte vermeidbare Krebsrisiko dar. Sie besitzen allein aufgrund ihrer außerordentlichen Gesundheitsgefährdung eine Sonderstellung. Daher sollten sie auch eine Sonderstellung durch ein umfassendes Werbeverbot erhalten, wie es für kein anderes Konsumprodukt besteht.“ Die rechtlichen Voraussetzungen dafür sind gegeben: Deutschland hat das WHO-Rahmenübereinkommen zur Eindämmung des Tabakkonsums bereits im Jahr 2003 unterzeichnet und ratifiziert und sich damit verpflichtet, dessen Inhalte, darunter ein Tabakwerbeverbot, in deutsches Recht zu übertragen. Die Verfassungsmäßigkeit eines Tabakwerbeverbotes wurde für Deutschland bereits 1997 vom Bundesverfassungsgericht festgestellt. Es ist Zeit, zu handeln.

Die Veröffentlichung des Deutschen Krebsforschungszentrums “Zigarettenwerbung in Deutschland – Marketing für ein gesundheitsgefährdendes Produkt“ kann bei der Stabsstelle Krebsprävention bestellt werden unter:
who-cc@dkfz.de
oder abgerufen werden unter
http://www.dkfz.de/de/tabakkontrolle/download/Publikationen/RoteReihe/Band_18_Zigarettenwerbung_in_Deutschland.pdf

Die Veröffentlichung zur „Verfassungsmäßigkeit eines umfassenden Tabakwerbeverbotes in Deutschland“ kann abgerufen werden unter:
http://www.dkfz.de/de/tabakkontrolle/download/Publikationen/Fakten/Factsheet_Verfassungsmaessigkeit_Tabakwerbeverbot.pdf 

Das Deutsche Krebsforschungszentrum (DKFZ) ist mit mehr als 2.500 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern die größte biomedizinische Forschungseinrichtung in Deutschland. Über 1000 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler erforschen im DKFZ, wie Krebs entsteht, erfassen Krebsrisikofaktoren und suchen nach neuen Strategien, die verhindern, dass Menschen an Krebs erkranken. Sie entwickeln neue Ansätze, mit denen Tumoren präziser diagnostiziert und Krebspatienten erfolgreicher behandelt werden können. Gemeinsam mit dem Universitätsklinikum Heidelberg hat das DKFZ das Nationale Centrum für Tumorerkrankungen (NCT) Heidelberg eingerichtet, in dem vielversprechende Ansätze aus der Krebsforschung in die Klinik übertragen werden. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Krebsinformationsdienstes (KID) klären Betroffene, Angehörige und interessierte Bürger über die Volkskrankheit Krebs auf. Das Zentrum wird zu 90 Prozent vom Bundesministerium für Bildung und Forschung und zu 10 Prozent vom Land Baden-Württemberg finanziert und ist Mitglied in der Helmholtz-Gemeinschaft deutscher Forschungszentren.

Dr. Stefanie Seltmann
Leiterin Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Deutsches Krebsforschungszentrum
Im Neuenheimer Feld 280
D-69120 Heidelberg
T: +49 6221 42 2854
F: +49 6221 42 2968
presse@dkfz.de

Pressemitteilung vom Deutschen Krebsforschungszentrum


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Therapie der erektilen Dysfunktion (ED)

Gerade nach operativen Eingriffen im kleinen Becken oder nach Unfällen, bei denen das Nervengeflecht beschädigt wird, das eine Erektion hervorruft, kommt es wegen der ständigen Erschlaffung des Penis zu einer unzureichenden Durchblutung und zu einer Atrophie des Schwellkörpergewebes. Diese Schädigung ist irreparabel. Deshalb wird heute nachoperativ oft eine Vakuum-Erektionshilfe mit einer zusätzlichen Medikamentengabe von PDE 5-Hemmern, wie Cialis®, Levitra® und Viagra®, eingesetzt. Auch der gemeinsame Einsatz von Vakuumpumpe und der Schwellkörper-Auto-Injektions-Therapie (SKAT) mittels Caverject® oder Viridal®  durchblutet das Schwellkörpergewebe ausreichend. Aber auch die alleinige Anwendung der Vakuumpumpe führt zu einem zufrieden stellenden Ergebnis.

Vakuum-Erektionshilfe (andere Bezeichnung: Vakuumpumpe)

Bereits Anfang des letzten Jahrhunderts wurden Vakuum-Erektionshilfen verwendet, um Probleme bei der Gliedsteife zu beheben, aber erst seit 1974 gibt es medizinisch anerkannte Vakuumpumpen, die vom Arzt verschrieben und von den gesetzlichen und privaten Krankenkassen bezahlt werden.

Vacuum Active Erection System NT - Quelle: BIVEA SARL, Frankreich

Vacuum Active Erection System NT – Quelle: BIVEA SARL, Frankreich

Wenn bei einer Zerstörung des Nervengewebes keine Erektion mehr möglich ist und somit auch die üblichen nächtlichen Spontanerektionen ausbleiben, muss ein kontinuierlicher Trainingsplan eingehalten werden, damit die Schwellkörper des Penis nicht verkümmern und für eine Erektion unbrauchbar werden. Denn dann bleibt für die Patienten oft nur noch ein operativer Eingriff mit Schwellkörperimplantaten übrig.

Die Anwendung von Vakuum-Erektionshilfen ist denkbar einfach durchzuführen. Zunächst wird der Penis in den durchsichtigen Plastikzylinder der Vakuumpumpe geführt, in dem dann mit einer kleinen Hand- oder Elektro-Pumpe ein Unterdruck erzeugt wird. Dadurch fließt venöses Blut in die Schwellkörper. Sobald eine ausreichende Steifheit vorliegt, wird mit einem Stauring der Rückfluss des Blutes aus den Schwellkörpern verhindert.

Bei der Vakuumpumpe benötigen die Schwellkörper jedoch eine gewisse Zeit, um sich auszudehnen und das Blut in die erweiterten Hohlräume einströmen zu lassen. Die Zeit, bis es zu einer vollständigen Versteifung des Penis kommt, ist bei jedem Patienten unterschiedlich. Erst nach kompletter Versteifung sollte der Stauring an der Peniswurzel angelegt werden. Dieser darf dann höchstens 30 Minuten dort verbleiben, um Schädigungen durch einen Blutstau zu vermeiden. Sexuelle Aktivitäten sollten während dieser Zeit erfolgen.

Behandlung der Erektionsstörung mit Schwellkörperimplantaten

Bei einer schweren erektilen Dysfunktion (ED), bei der das Schwellkörpergewebe zerstört ist und nicht mehr auf Medikamente anspricht oder bei der Nicht- Akzeptanz von anderen Hilfsmitteln oder Medikamenten lässt sich oft nur noch durch Penisimplantate oder besser gesagt Schwellkörperimplantate eine Erektion erzeugen. Oft wird hier fälschlich von einer Penisprothese oder Schwellkörperprothese gesprochen. Dabei wird hier keine Prothese als Ersatz des betroffenen Organs verwendet, sondern durch Einbringen von Implantaten in die beiden Schwellkörper die Erektionsfähigkeit wieder hergestellt. Bei der Operation werden heute oft die beiden Schwellkörper erhalten. Die Orgasmusfähigkeit und Ejakulationsfähigkeit soll dabei nicht eingeschränkt werden.

Penisimplantate sollten nur durch Spezialisten eingebracht werden. Mit dem Urologen und Operateur sollten die Vor- und Nachteile der verschiedenen Implantate vor einer Operation ausführlich besprochen werden. Penisimplantate werden z.B. von den Firmen AMS und Mentor Schweiz angeboten und stehen in den verschiedensten Größen zur Verfügung. Diese bieten übrigens eine lebenslange Garantie ihrer Schwellkörperimplantate.

Die Einbringung von Schwellkörperimplantaten kann ohne den Verlust der Erektionsfähigkeit nicht mehr rückgängig gemacht werden und man muss wissen, dass diese Implantate durch Verschleiß nur einen begrenzten Zeitraum (etwa 10 Jahre, nach Auskünften von Urologen) funktionsfähig sind und dann ausgetauscht werden müssen. Gerade deshalb sollte sich jeder vor der Operation ausführlich beraten lassen.

Die einzelnen Systeme

Penisimplantate sind Systeme aus unterschiedlichen Materialien. Es gibt einteilige (nur Zylinder), zweiteilige hydraulische (Zylinder mit Flüssigkeitsbehälter und Pumpe) und dreiteilige hydraulische Penisimplantate (Zylinder, Pumpe und Flüssigkeitsbehälter). Feste oder auffüllbare Zylinder werden in die beiden Schwellkörper des Penis durch einen kleinen operativen Eingriff eingebracht. Bei auffüllbaren (hydraulischen) Penisimplantaten wird zusätzlich eine Pumpe in den Hodensack implantiert bzw. zusätzlich ein Flüssigkeitsbehälter in den unteren Bauchraum platziert, der von außen nicht sichtbar ist.

Biegsame Penisimplantate

Biegsames Penisimplantat

Biegsames Penisimplantat

Bei biegsamen Implantaten erfolgt die Erektion durch ein Aufstellen des Gliedes. Sie gehören zu den einteiligen Implantaten. Sie sind in ihrer Ausdehnung nicht variabel, was bedeutet, dass der Penis in erigierten Zustand,  wie auch in seiner Ruhephase, die gleiche Größe und Umfang hat und zudem in allen Phasen eine gewisse Steife aufweist. Der Vorteil dieser Implantate liegt in der minimal invasiven Operation und dass sie preisgünstig (etwa 1.100 €) sind. Der Nachteil von biegsamen Schwellkörperimplantaten liegt an der gewissen ständigen Steifheit der Implantate und an dem Verschleißpotenzial der Feder und dem Kabel.

Es gibt auch biegsame Implantate, die einen Metallkern beinhalten. Dieser besteht aus drei Segmenten, dem distalen (körperfernen), dem proximalen (körpernahen) und dem Zentralsegment. Ein Kabel führt durch das Zentralsegment und ist an jedem Ende mit einer in einem Metallgehäuse befindlichen Feder verbunden. Der gesamte Zylinderteil ist mit einer haltbaren Hülle umschlossen. Die Federn legen Spannung am Kabel an beiden Enden des Zylinderteils an, um eine ausreichende Bewegung des Kabels zu ermöglichen, damit der Zylinder gebogen werden kann. Die mittels Kabel und Federn gespannten biegsamen Segmente bieten die gewünschte Steifheit. Durch diese Funktionen können diese Schwellkörperimplantate entsprechend den Wünschen des Patienten geborgen bzw. für den Geschlechtsverkehr positioniert werden.

Zweiteilige hydraulische Penisimplantate

Diese Implantate bestehen aus zwei Komponenten, die durch Schläuche miteinander verbunden sind: Einem Zylinderpaar und einer Pumpe. Die Pumpe wird im Hodensack platziert, während die beiden Zylinder in die Schwellkörper des Penis implantiert werden. Die Implantate sind mit einer steriler Kochsalzlösung gefüllt. Um eine Erektion zu erzielen, wird die Pumpe mehrmals betätigt. Dadurch wird die Flüssigkeit aus dem Reservoir (das sich am jeweiligen Zylinderende befindet) in den Schaft des Zylinders gepumpt, wodurch sich der Penis versteift. Soll der Penis wieder erschlaffen, werden der Penis und damit die Zylinder einfach sechs bis zwölf Sekunden lang nach unten gedrückt. Dadurch fließt die Flüssigkeit wieder zurück in die Reservoire.

Dreiteilige hydraulische Penisimplantate

Ultrex

Ultrex

Dieses Schwellkörperimplantat besteht aus drei Komponenten, die durch Schläuche miteinander verbunden sind: einem Reservoir, einem Zylinderpaar und einer Pumpe. Das mit steriler Kochsalzlösung gefüllte Reservoir wird unter die Bauchmuskeln implantiert. Die Pumpe wird im Hodensack platziert, die Zylinder werden in die Schwellkörper des Penis implantiert. Um eine Erektion zu erzielen, wird der ballonförmige Teil der Pumpe mehrmals zusammengedrückt.

Dadurch wird die Flüssigkeit aus dem Reservoir in die beiden Zylinder gepumpt, wodurch sich der Penis versteift. Soll der Penis wieder erschlaffen, wird das seitlich an der Pumpe befindliche Ablassventil zusammengedrückt, wodurch die Flüssigkeit wieder in das Reservoir zurückfließt und sich die Implantate und damit der Penis entspannen.

Anwendung:

Die Erektion durch ein Penisimplantat kann beliebig lange aufrechterhalten werden. Nach dem Geschlechtsverkehr strömt mittels Betätigen des Ablassventils die Flüssigkeit aus den Zylindern zurück in das Reservoir. So erschlafft der Penis wieder vollständig.

Vorteile für hydraulische Penisimplantate:

  • Die kleine Pumpe im Hodensack ist leicht zu bedienen
  • Die Erektion erfolgt natürlich und durch Vergrößern des Penisumfangs
  • Die Implantate sind weniger wahrnehmbar, da sie den Penis erschlaffen lassen (damit höhere Akzeptanz und Tragekomfort)
  • Ein einfaches, schnelles Entleeren der Zylinder mit einem einzigen Handgriff ist möglich

Nachteile:

  • Erfordert eine gewisse manuelle Geschicklichkeit beim Aufpumpen
  • Es besteht die Möglichkeit des Aussickerns oder einer Blockierung der Flüssigkeit bzw. eines mechanischen Versagens
  • Es besteht die Möglichkeit einer spontanen, ungewünschter Erektion
  • Enthält mehr mechanische Komponenten als das biegsame Schwellkörperimplantat

Pressemitteilung von Detlef Höwing


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Krebszellen kommen aus dem Takt

Der Kampf gegen Brustkrebs hängt nicht zuletzt von den Fortschritten der Forschung ab – beispielsweise auf dem Gebiet der Analyse von Tumorgewebe. Die Nachwuchsforscherin Dr. Cristina Cadenas am Leibniz-Institut für Arbeitsforschung an der TU Dortmund (IfADo) hat nun entdeckt, dass sogenannte Uhrgene in Zusammenhang mit Tumorwachstum stehen. Ihre Analyse wurde auf der Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für experimentelle und klinische Pharmakologie und Toxikologie e.V. (DGPT) mit dem „GT Toxicology Preis“ ausgezeichnet.

Alle Lebewesen unterliegen einem natürlichen Biorhythmus, der in den meisten Fällen eine Frequenz von circa 24 Stunden hat und daher circadianer Rhythmus genannt wird. Dieser circadiane Rhythmus folgt dem Takt einer inneren Uhr, welche wiederum durch die sogenannten „Clock-Gene“ (Uhrgene) in jeder Zelle unseres Körpers kontrolliert wird. Kommen unsere Körperzellen aus dem Takt, hat das mitunter schwerwiegende Folgen.

Dr. Cristina Cadenas, Projektleiterin der Nachwuchsgruppe Zelluläre Toxikologie am IfADo, hat in einer statistischen Analyse untersucht, wie sich der circadiane Rhythmus in Brustkrebszellen verhält. Dazu erforschte sie den Zusammenhang zwischen der Ausprägung verschiedener Gene, die für die innere Uhr zuständig sind, und dem Verhalten der Brusttumore. Die Analyse zeigt auf, ob die Störung einzelner Uhrgene in den erkrankten Zellen mit einem aggressiveren Wachstum des erkrankten Gewebes – einer Tumorprogression – einhergeht.

So konnte Cadenas nachweisen, welche Gene eine stärkere oder schwächere Ausbreitung des Krebsgewebes vorhersagen. Die Ergebnisse weisen darauf hin, dass Tumore mit hoher Ausprägung von Uhrgenen einen weniger aggressiven Verlauf entwickeln, wohingegen sich Tumore mit einer geringeren Ausprägung von Uhrgenen schneller ausbreiten, stärker zu Metastasenbildung neigen und bei genauerer Betrachtung des Tumorgewebes als bösartiger eingestuft werden. Je geringer die Uhrgene ausgeprägt sind, desto ungünstiger ist das Verhalten der Tumore, und daher die Prognose der Brustkrebspatientinnen.

Die Ergebnisse der Analyse wurden am 12. März 2015 auf der Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für experimentelle und klinische Pharmakologie und Toxikologie e.V. (DGPT) in Kiel mit dem „GT Toxicology Preis“ ausgezeichnet. Der Preis wird gemeinsam gestiftet von der Gesellschaft für Toxikologie und der Zeitschrift „Toxicology“.

Originalveröffentlichung:

Cristina Cadenas, Leonie van de Sandt, Karolina Edlund, Miriam Lohr, Birte Hellwig, Rosemarie Marchan, Marcus Schmidt, Jörg Rahnenführer, Henrik Oster & Jan G Hengstler (2014) Loss of circadian clock gene expression is associated with tumor progression in breast cancer, Cell Cycle, 13:20, 3282-3291, http://dx.doi.org/10.4161/15384101.2014.954454

Pressemitteilung
Leibniz-Institut für Arbeitsforschung an der TU Dortmund, Verena Schreiber

Weitere Informationen:
http://www.ifado.de

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Tumorzellen in den Tod treiben

Team mit Freiburger Forschern hat neuen Ansatz für Therapie gegen B-Zell-akute lymphoblastische Leukämie entdeckt

Zellen aus einem B-Zell-Tumor. Foto: Arbeitsgruppe Reth/Universität Freiburg

Zellen aus einem B-Zell-Tumor. Foto: Arbeitsgruppe Reth/Universität Freiburg

Die B-Zell-akute lymphoblastische Leukämie (B-ALL) ist die häufigste Tumorerkrankung im Kindesalter und tritt auch bei Erwachsenen auf. Sie entsteht, wenn die Signalleitung in unreifen B-Zellen, auch prä-B-Zellen genannt, gestört ist. Das Team um Prof. Dr. Markus Müschen von der University of California in San Francisco/USA hat mit Unterstützung von Prof. Dr.Hassan Jumaa und Prof. Dr. Michael Reth vom Exzellenzcluster BIOSS Centre for Biological Signalling Studies der Universität Freiburg einen neuen Ansatz für die Therapie der B-ALL-Tumorerkrankung gefunden. Ihre Untersuchungen könnten ein Umdenken in den klinischen Ansätzen für die Therapie der Tumorerkrankung bewirken. Die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler haben ihre Ergebnisse in der Fachzeitschrift „Nature“ veröffentlicht.

B-Zellen gehören zu den weißen Blutkörperchen und produzieren Antikörper gegen Antigene, die das Immunsystem als Fremdstoffe erkennt. Die normale B-Zellentwicklung und -reifung wird über ein Gleichgewicht zwischen Kinasen und Phosphatasen gesteuert. Diese Enzyme phosphorylieren oder dephosphorylieren die Signaluntereinheiten des B-Zell-Antigenrezeptors (BCR) auf der B-Zelle: Die Kinasen fügen dem BCR Phosphatgruppen hinzu, während die Phosphatasen diese entfernen. Nur der durch Kinasen phosphorylierte BCR ist voll aktiv und teilt der B-Zelle mit, dass es einen Fremdstoff gibt. Somit bestimmen die Kinasen und Phosphatasen die Signalstärke des Rezeptors.

Bei B-ALL Tumorzellen sind bestimmte Kinasen wie die Abelson-Tyrosinkinase (Abl-Kinase) verändert: Sie treiben als Onkogene das Tumorwachstum an. Die B-Zellen sind funktionsuntüchtig, aber teilen sich fortlaufend. Als Therapie gegen diese Erkrankung kommen Wirkstoffe zum Einsatz, welche die Abl-Kinase hemmen. Oft kommt es allerdings zu resistenten Abl-Mutanten und der Tumor wächst erneut.


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Brustkrebs: Über- und Untertherapie vermeiden durch gezielten Einsatz der Chemotherapie

Kronberg – Die Chemotherapie zählt seit Jahrzehnten zu einer der wichtigsten Therapiesäulen in der Krebsbehandlung. Auch wenn der Eindruck entsteht, dass sich diese Therapieform seither nicht wesentlich verändert hat, gibt es doch immer wieder neue Erkenntnisse und Empfehlungen, insbesondere um Über- und Untertherapien zu vermeiden.

Ein Fokus der Wissenschaft lag in den vergangenen Jahren beispielsweise auf der „älteren, rüstigen Patientin“. Es stand die Frage im Raum, ob Frauen in einem fortgeschrittenen Alter überhaupt von einer Chemotherapie profitieren. Diese Frage kann nun dank neuer Studiendaten beantwortet werden: „Bei der ICE-Studie, einer internationalen Studie unter deutscher Leitung, wurde untersucht, ob mit einem relativ nebenwirkungsarmen Einzelmedikament überhaupt ein Effekt im Sinne einer Verbesserung der Heilungsrate bei älteren Patientinnen erreicht werden kann. Dies hat sich in dieser Studie nicht zeigen lassen, passend auch zu Ergebnissen einer amerikanischen Studie. Somit muss festgestellt werden, dass bei Indikation für eine adjuvante Chemotherapie auch bei älteren Patientinnen konsequent mit einer Kombinationschemotherapie behandelt werden sollte“, erklärt Prof. Dr. Christoph Thomssen, Direktor der Frauenklinik am Universitätsklinikum Halle (Saale), im Gespräch mit dem Brustkrebsmagazin Mamma Mia!.


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67. Urologen-Kongress in Hamburg demonstriert Vielfalt

Alters- und geschlechterübergreifende Versorgung im Blick

DGU- und Kongresspräsident Prof. Dr. Stephan Roth

DGU- und Kongresspräsident Prof. Dr. Stephan Roth

Urologen behandeln nicht nur Prostataerkrankungen – vor allem diese Botschaft will der Präsident der Deutschen Gesellschaft für Urologie e.V. (DGU) vom 67. Kongress der medizinischen Fachgesellschaft, der vom 23. bis 26. September 2015 im Hamburger Congress Center (CCH) stattfindet, nach außen tragen.

Unter dem Motto „Urologie umfasst mehr“ stellt Prof. Dr. Stephan Roth den immanenten urologischen Therapieauftrag der alters- und geschlechterübergreifenden Behandlung von Nieren-, Blasen- und Genitalerkrankungen in den Fokus. Auf dem weltweit drittgrößten Urologen-Kongress werden rund 7000 internationale Fachbesucher und renommierte Wissenschaftler, darunter Nobelpreisträger Prof. Dr. Harald zur Hausen, erwartet.

„Selbstverständlich behandeln wir den urologisch erkrankten Mann – aber auch für urologisch erkrankte Frauen und Kinder sind Urologinnen und Urologen die primären Ansprechpartner“, sagt DGU- und Kongresspräsident Prof. Stephan Roth. Entsprechende Schwerpunkte setzt der Direktor der Klinik für Urologie und Kinderurologie am Helios Klinikum Wuppertal auf dem Kongressprogramm: bei den gutartigen funktionellen urologischen Erkrankungen der Frau, wie der Belastungsinkontinenz, der Kinder- und Jugendurologie und dem geschlechterübergreifenden Problem der Nykturie. Parallel dazu startet die DGU in diesen Tagen eine Aufklärungs-Kampagne zum Hodenhochstand bei Jungen im Internet. Urologische Krebserkrankungen von Prostata, Harnblase, Nieren und Hoden sind wie immer selbstverständlicher Bestandteil des wissenschaftlichen Kongressprogramms.

„Wir therapieren in der Urologie nahezu 25 Prozent aller Krebserkrankungen in Deutschland“, betont Prof. Roth. Insgesamt werden in Hamburg in mehr als 100 Einzelveranstaltungen wissenschaftliche Erkenntnisse in Diagnostik und Therapie aller Kerngebiete der Urologie diskutiert. Mit Spannung wird u.a. einer ersten Präsentation der S3-Leitlinie zum Harnblasenkarzinom entgegengesehen.


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