Präzise Krebs-Bestrahlung: Freiburger Klinik für Strahlenheilkunde leitet europaweite Studie

Links: CT-Aufnahme, rechts: PET, Mitte: Kombination; Patient mit Lungentumor vor (oben) und nach (unten) Hochpräzisionsbestrahlung.Der Tumor hat sich bei erhaltener Lunge komplett zurückgebildet. Universitätsklinikum Freiburg
Links: CT-Aufnahme, rechts: PET, Mitte: Kombination; Patient mit Lungentumor vor (oben) und nach (unten) Hochpräzisionsbestrahlung.Der Tumor hat sich bei erhaltener Lunge komplett zurückgebildet.
Universitätsklinikum Freiburg

Lungenkrebs ist die häufigste krebsbedingte Todesursache in Deutschland. Bei etwa jedem vierten Patienten ist der Tumor selbst in einem frühen Stadium inoperabel. Mit der Hochpräzisionsbestrahlung lassen sich bereits sehr gute Heilungsraten erzielen. Auf Initiative der Klinik für Strahlenheilkunde des Universitätsklinikums Freiburg wird nun in einer Studie untersucht, ob Hochpräzisionsbestrahlung auch bei Patienten sicher und wirksam eingesetzt werden kann, bei denen der Tumor direkt an Organe wie Herz oder Speiseröhre anschließt.

Die Studie mit einem Budget von 1,5 Millionen Euro (EORTC und Deutsche Krebshilfe) wird an 23 Zentren in Europa durchgeführt und von Prof. Dr. Ursula Nestle, leitende Oberärztin der Klinik für Strahlenheilkunde des Universitätsklinikums Freiburg (Ärztliche Direktorin: Prof. Dr. Anca-Ligia Grosu), koordiniert.

Etwa 80 Prozent der Lungenkrebs-Patienten leiden an einem nicht-kleinzelligen Lungenkarzinom, das in vielen Fällen inoperabel ist. Ohne lokale Behandlung überlebt aber nur jeder dritte Patient mehr als fünf Jahre. Die Hochpräzisionsbestrahlung bietet vielen dieser Patienten eine wichtige Behandlungsalternative.

Die Hochpräzisionsbestrahlung, auch als stereotaktische Bestrahlung oder Radiochirurgie bezeichnet, hat in den letzten Jahren eine rasante medizinisch-technologische Entwicklung erfahren. Die Klinik für Strahlenheilkunde des Universitätsklinikums Freiburg war daran im Rahmen wissenschaftliche Studien und durch den Einsatz modernster Technologien beteiligt. Bestrahlungsgeräte wie der Linearbeschleuniger TrueBeam STx kamen hier erstmals in Europa zum Einsatz. Sie erlauben eine höhere Präzision und deutlich verkürzte Behandlungsdauer. Die Klinik für Strahlenheilkunde ist mit insgesamt siebenhochmodernen Bestrahlungsgeräten ausgestattet. Sie zählt zu den größten Strahlen-Kliniken in Deutschland und in Europa.

Den Tumor bekämpfen, ohne gesundes Gewebe zu schädigen

„In der jetzt anlaufenden Studie werden wir prüfen, ob Hochpräzisionsbestrahlungen eine sinnvolle Behandlungsoption ist, wenn der Tumor in der Nachbarschaft anderer Organe liegt, etwa von Speiseröhre, Herz oder großen Blutgefäßen“, sagt Prof. Nestle. Bislang wird in diesen Fällen keine Bestrahlung vorgenommen, da die Beeinträchtigung anderer Organe ungeklärt ist. Hier soll LungTech Abhilfe schaffen. Ein neues bildgebendes Verfahren, die Positronen-Emissions-Tomografie (FDG-PET), erlaubt zudem eine noch bessere Abgrenzung von Tumor, Metastasen und gesundem Gewebe. Mit dem verwendeten Verfahren ist es sogar möglich, Bewegungen des Tumors aufgrund der Atmung zu beobachten und die Bestrahlung darauf anzupassen.

Initiiert wurde die Studie von den Freiburger Ärztinnen und Ärzten auf Grundlage der kürzlich abgeschlossenen STRIPE-Studie. Darin bestrahlten sie Patienten, bei denen der Tumor vollständig von Lungengewebe umgeben ist. Mit der Hochpräzisionsbestrahlung wurden hier Heilungsraten von 85 bis 90 Prozent erreicht, was mit Heilungsraten nach operativem Eingriff vergleichbar ist. Die Freiburger STRIPE-Studie wurde über 5 Jahre durchgeführt und von der Deutschen Krebshilfe finanziert.

Einheitliche Therapie schützt die Patienten

Noch fehlen aber für viele Anwendungen der Hochpräzisionsbestrahlung verbindliche Leitlinien. „LungTech soll durch Vergleichsdaten aus insgesamt 23 zertifizierten Zentren in Europa helfen, allgemeingültige Behandlungsstandards zu entwickeln“‘‘ sagt Prof. Grosu, Ärztliche Direktorin der Klinik für Strahlenheilkunde des Universitätsklinikums Freiburg.

Zur Teilnahme an der Studie können sich Patienten mit inoperablem nicht-kleinzelligem Lungenkarzinom melden, die noch keine Strahlentherapie im Bereich des Brustkorbs erhalten haben.

Kontakt:
Prof. Dr. Ursula Nestle
Klinik für Strahlenheilkunde
Universitätsklinikum Freiburg und
Deutsches Konsortium für Translationale Krebsmedizin
Partnerstandort Freiburg
Telefon: 0761 270-95200
ursula.nestle@uniklinik-freiburg.de

Weitere Informationen:

http://www.uniklinik-freiburg.de/strahlenklinik.html Klinik für Strahlenheilkunde des Universitätsklinikums Freiburg

Pressemitteilung
Universitätsklinikum Freiburg, Benjamin Waschow


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Peniskarzinom: Neue Therapiemethoden erhalten Lebensqualität

Peniskarzinome sind in Deutschland selten, für die betroffenen Männer aber extrem belastend. Seit sich in den letzten Jahren eine möglichst organerhaltende operative Therapie durchgesetzt hat, bleiben den Patienten eine deutlich verbesserte Lebensqualität und sexuelle Zufriedenheit. Die weniger restriktive Operation erfordert aber, wie die Deutsche Gesellschaft für Urologie e.V. (DGU) betont, eine erheblich intensivere Nachsorge und damit mehr Eigenverantwortung und Therapietreue der Männer.

„Die Entwicklung zur organerhaltenden Tumorchirurgie beim Peniskarzinom stellt für unsere Patienten einen großen Therapiefortschritt dar“, sagt Prof. Dr. Oliver Hakenberg, Generalsekretär der DGU. Basierend auf den evidenzbasierten Leitlinien zur Therapie des Peniskarzinoms der European Association of Urology (EAU) wird seit 2010 – wenn möglich – mit einem geringeren Sicherheitsabstand zum Tumor operiert, sodass vielen Männern mit frühen Tumorstadien eine Penisteilamputation erspart bleiben kann. Wenn der Tumor noch nicht in die umliegenden Gewebe vorgedrungen ist, kann unter Umständen auch eine Lasertherapie oder eine Bestrahlung infrage kommen. „Im Gegensatz zur partiellen oder totalen Penisamputation bedeutet der Organerhalt eine enorme Entlastung für die Betroffenen. Sie können weiterhin sexuell aktiv sein und meist ohne Beeinträchtigung Wasser lassen“, erklärt Prof. Hakenberg. Die weniger radikalen OP-Verfahren bringen allerdings eine veränderte, engmaschige Nachsorge über mindestens fünf Jahre mit sich, um wiederkehrende Tumore, sogenannte Rezidive, rechtzeitig zu erkennen und zu behandeln. Die aktuelle EAU-Leitlinie sieht in den ersten beiden Jahren alle drei Monate, danach halbjährliche Kontrollen vor. Treten bei einem Peniskarzinom Metastasen in den Leistenlymphknoten auf, werden diese entfernt, parallel mit einer Chemotherapie behandelt und in der Nachsorge ebenfalls streng kontrolliert.

„Die Patienten sind dringend aufgefordert, die Nachsorgetermine regelmäßig wahrzunehmen und sich selbst aufmerksam zu beobachten, auch auf kleine Veränderungen zu achten“, rät der DGU-Generalsekretär. „Hautveränderungen, Schwellungen oder Verhärtungen an Eichel oder Vorhaut könnten auf ein Rezidiv hindeuten.“ Symptome, die auch typisch für einen Primärtumor sind. Ausfluss, nässende Geschwüre oder Blutungen aus der Harnröhre können ebenso erste Anzeichen sein. Betroffene Männer bemerken zunächst meist schmerzlose Veränderungen der Haut oder an Größe zunehmende warzenartige Wucherungen. „Häufig vermuten Männer eine nicht heilende Wunde und lassen wertvolle Zeit verstreichen, bevor sie den Urologen aufsuchen“, warnt DGU-Pressesprecherin Prof. Dr. Sabine Kliesch und erinnert an die jährliche gesetzliche Krebsfrüherkennungsuntersuchung beim Urologen ab dem 45. Lebensjahr.

„Insbesondere bei einer Vorhautverengung (Phimose) kann sich bei Erwachsenen ein Peniskarzinom entwickeln, da die Entwicklung einer chronischen Entzündung karzinomfördernd ist“, sagt Prof. Kliesch. Wichtig sind eine gute Genitalhygiene und regelmäßige Selbstuntersuchung. „Bei Vorliegen einer ausgeprägten Vorhautverengung sollte diese operiert werden, was ambulant erfolgen kann“, so die DGU-Pressesprecherin. Es besteht auch ein Zusammenhang mit Infektionen durch das sexuell übertragbare Humane Papilloma-Virus (HPV). „Ungefähr bei der Hälfte der Peniskarzinome können HPV-Viren nachgewiesen werden. Daher vermutet man, dass diese zu 50 Prozent durch karzinogene HPV-Stämme verursacht werden“, so DGU-Generalsekretär Prof. Hakenberg.

In Deutschland erkranken pro Jahr etwa 600 Männer an Peniskrebs. Der Altersschwerpunkt liegt um die 60 Jahre, aber auch deutlich jüngere Männer sind betroffen. „Während besonders in Großbritannien zuletzt eine Zunahme auch bei jüngeren Männern verzeichnet wurde, gibt es für Deutschland bisher keine Zahlen“, sagt Prof. Hakenberg und betont die besondere Bedeutung organerhaltender Operationen gerade für jüngere Patienten. Dringenden Handlungsbedarf sieht der DGU-Generalsekretär gegenwärtig bei der Verbesserung der Therapie lymphknotenmetastasierter Stadien des Peniskarzinoms: „Dies kann nur durch eine multimodale Therapie erreicht werden. Eine Verbesserung der Chemotherapie ist dringend notwendig.“

Hinweis: Der 67. DGU-Kongress findet vom 23. bis 26. September 2015 im Congress Center Hamburg statt. Die Bewerbungsfrist für den „Medienpreis Urologie 2015“, der anlässlich des Kongresses in der Hansestadt vergeben wird, endet am 31. Juli 2015.

Weitere Informationen:
DGU-Pressestelle
Bettina-C. Wahlers
Sabine M. Glimm
Stremelkamp 17
21149 Hamburg
Tel.: 040 – 79 14 05 60
Mobil: 0170 – 48 27 28 7
E-Mail: redaktion@bettina-wahlers.de
Internet: www.urologenportal.de

Weitere Informationen:

http://www.urologenportal.de
http://www.dgu-kongress.de
http://www.dgu-kongress.de/index.php?id=316 Medienpreis Urologie 2015

Pressemitteilung
Deutsche Gesellschaft für Urologie e.V., Bettina-Cathrin Wahlers


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Knochenkrebs bei Kindern und Jugendlichen: Immunzellen im Tumor beeinflussen Therapieerfolg

Gewebeprobe eines Osteosarkoms unter dem Mikroskop: Rot gefärbt sind Immunzellen, die den Tumor attackieren. Dr. Pierre Kunz
Gewebeprobe eines Osteosarkoms unter dem Mikroskop: Rot gefärbt sind Immunzellen, die den Tumor attackieren.
Dr. Pierre Kunz

Wissenschaftler des Universitätsklinikums Heidelberg weisen beim Knochenkrebs Osteosarkom mit neuem mikroskopischen Verfahren erstmals bestimmte Immunzellen im Tumor nach / Immunzellen bestimmen Erfolgsaussichten der Krebsbehandlung und dienen als Ansatz für neue immuntherapeutische Verfahren / Kinderkrebsstiftung hat Projekt mit 180.000 Euro gefördert

Mit neuen Methoden der Probenaufbereitung ist es Wissenschaftlern des Universitätsklinikums Heidelberg erstmals gelungen, beim Knochenkrebs Osteosarkom bestimmte Immunzellen im Tumorgewebe unter dem Mikroskop sichtbar zu machen und deren Einfluss auf Aggressivität der Erkrankung und Erfolgsaussichten der Therapie zu zeigen. Damit steht den Medizinern ein neuer Biomarker zur Verfügung, mit dem sie für jeden Patienten bereits zum Zeitpunkt der Diagnose den Krankheitsverlauf besser einschätzen können. Von den Erkenntnissen erhoffen sich die Forscher auch Ansatzpunkte für neue, personalisierte Therapien, die an den Immunzellen angreifen. Die Kinderkrebsstiftung hat das Forschungsprojekt seit 2007 mit rund 180.000 Euro gefördert.

Das Osteosarkom ist die häufigste primäre Krebserkrankung des Knochens und betrifft vor allem Kinder und Jugendliche. Jährlich erkranken in Deutschland 300 Patienten neu. Die meisten Osteosarkome wachsen und streuen sehr schnell. Bislang erhalten alle Patienten eine Behandlung aus Chemotherapie und Operation. Trotz intensiver Forschung konnten in den letzten drei Jahrzehnten keine neuen Therapieoptionen etabliert gefunden werden, die zu einer wesentlichen Verbesserung der Überlebenschance für Osteosarkompatienten geführt hätten. Da die Knochenkrebszellen sich sehr stark voneinander unterscheiden, hatten die Wissenschaftler Dr. Pierre Kunz, Facharzt für Orthopädie und Unfallchirurgie an der Orthopädischen Universitätsklinik Heidelberg, und Privatdozent Dr. Benedikt Fritzsching, Kinderarzt am Zentrum für Kinder- und Jugendmedizin Heidelberg, daher zu Studienbeginn die Idee, nicht die Tumorzellen selbst, sondern deren Umfeld, also Gefäße und Immunzellen, zu untersuchen.

Das Osteosarkom nutzt das köpereigene Abwehrsystem als Schutzschild

Über die Rolle des körpereigenen Immunsystems beim Osteosarkom war bislang wenig bekannt, weil es sehr schwierig ist, wichtige Immunzellen bei diesem Knochenkrebs mikroskopisch nachzuweisen. Die Wissenschaftler konnten zeigen, dass sich das Osteosarkom – wie bereits von anderen Krebsarten bekannt – das Immunsystem des Körpers zunutze macht. Im Tumor stehen sich verschiedene Arten von Immunzellen gegenüber: Zum einen Immunzellen, die entartete Krebszellen erkennen und sie zerstören. Zum anderen schützt sich der Tumor, indem er gezielt Immunzellen anlockt, die diese Abwehrreaktionen des Körpers hemmen. Die Forscher fanden heraus, dass sich aus dem Verhältnis beider Zellsorten in der Gewebeprobe Aussagen über Aggressivität der Erkrankung und Therapieerfolg treffen lassen.

„Die Rolle des körpereigenen Immunsystems im Osteosarkom ist größer als bislang angenommen“, erklärt Dr. Pierre Kunz. „Hier könnte sich ein beim Osteosarkom bisher kaum beachtetes Therapiefeld eröffnen.“ Medikamente, die gezielt Abwehrreaktionen des Körpers stärken oder vom Tumor genutzte, hemmende Immunzellen schwächen, gibt es schon; sie werden bei anderen Krebserkrankungen bereits erfolgreich eingesetzt. „Inwiefern solche Immuntherapien auch Osteosarkom-Patienten helfen können, müssen umfangreiche Studien in der Zukunft noch zeigen.“

Mit neuen Verfahren Gewebeproben für die mikroskopische Untersuchung präparieren

Um die Gewebeprobe eines Osteosarkoms unter dem Mikroskop untersuchen zu können, müssen die Wissenschaftler das knöcherne Material mit speziellen chemischen Verfahren aufbereiten. „Wendet man die herkömmliche Verfahren zur Aufbereitung der Biopsien an, bleiben wesentliche Immunzellen unsichtbar“, sagt Dr. Kunz. Einiges Tüfteln war notwendig, bis es dem Heidelberger Team gelang, die Proben so aufzubereiten, dass sich die vom Tumor genutzten, hemmenden Immunzellen unter dem Mikroskop erkennen ließen. „Jetzt können wir diese und andere Immunzellen anfärben, verschiedene Arten unterscheiden und quantifizieren“, betont PD Dr. Benedikt Fritzsching, der schon seit vielen Jahren an diesen Immunzellen forscht. Ein weiterer Erfolgsfaktor: Sie entschlossen sich den aufwendigen Weg einer sogenannten „Whole-Slide Analyse“ zu gehen, bei der sie die gesamte Gewebeprobe von ein bis zwei Quadratzentimetern analysieren, anstatt wie sonst üblich nur einen sehr kleinen Anteil. „Das Osteosarkom ist ein sehr heterogener Tumor – prüft man nur einen sehr kleinen Ausschnitt, ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass dieser gar nicht repräsentativ für den ganzen Tumor ist“, erklärt Dr. Kunz.

Entstanden ist dieses erfolgreiche Projekt im Jahr 2007 aus einem EU-geförderten Forschungsverbund mit mehr als 20 europäischen Zentren zur Erforschung von Knochentumoren (EuroBoNeT). Unter der Leitung der Heidelberger Wissenschaftler wurden drei europäische Knochentumorzentren in die Studie eingeschlossen. So erreichten die Forscher mit 150 Patienten eine genügend große Anzahl, um fundierte Aussagen treffen zu können.

Die Deutsche Kinderkrebsstiftung

Die überwiegend aus Spenden finanzierte Organisation, die vom Dachverband der „Deutschen Leukämie-Forschungshilfe – Aktion für krebskranke Kinder e.V.” (DLFH) gegründet wurde, steht krebskranken Kindern und ihren Familien mit Rat und Tat zur Seite und setzt sich dafür ein, dass Heilungschancen, Behandlungsmethoden und Lebensqualität krebskranker Kinder ständig weiter verbessert werden. DLFH und Deutsche Kinderkrebsstiftung sind autorisierte Interessenvertretung von 74 Elternvereinen in Deutschland sowie der betroffenen Familien und vertreten rund 25.000 Einzelpersonen.

Literatur
„CD8+/FOXP3+ ratio in osteosarcoma microenvironment separates survivors from non-survivors: a multicenter validated retrospective study”
Fritzsching B, Fellenberg J, Moskovszky L, Sápi Z, Krenacs T, Machado I, Poeschl J, Lehner B, Szendrõi M, Ruef P, Bohlmann M, Llombart Bosch A, Ewerbeck V, Kinscherf R, Kunz P: OncoImmunology, 2015, doi: 10.4161/2162402X.2014.990800

„Improved survival in osteosarcoma patients with atypical low vascularization”
Kunz P, Fellenberg J, Moskovszky L, Sápi Z, Krenacs T, Machado I, Poeschl J, Lehner B, Szendrõi M, Ruef P, Bohlmann M, Llombart Bosch A, Ewerbeck V, Kinscherf R, Fritzsching B: Ann Surg Oncol Volume 22, Issue 2 (2015), Page 489-496. DOI: 10.1245/s10434-014-4001-2

„Osteosarcoma microenvironment: whole-slide imaging and optimized antigen detection overcome major limitations in immunohistochemical quantification”
Kunz P, Fellenberg J, Moskovszky L, Sápi Z, Krenacs T, Poeschl J, Lehner B, Szendrõi M, Ewerbeck V, Kinscherf R, Fritzsching B.: PLoS One. 2014 Mar 3;9(3):e90727. doi: 10.1371/journal.pone.0090727

Ansprechpartner:

Dr. Pierre Kunz
Orthopädische Universitätsklinik Heidelberg
E-Mail: pierre.kunz@med.uni-heidelberg.de

Privatdozent Dr. Benedikt Fritzsching
Zentrum für Kinder- und Jugendmedizin Heidelberg
E-Mail: benedikt.fritzsching@med.uni-heidelberg.de

Universitätsklinikum und Medizinische Fakultät Heidelberg
Krankenversorgung, Forschung und Lehre von internationalem Rang

Das Universitätsklinikum Heidelberg ist eines der bedeutendsten medizinischen Zentren in Deutschland; die Medizinische Fakultät der Universität Heidelberg zählt zu den international renommierten biomedizinischen Forschungseinrichtungen in Europa. Gemeinsames Ziel ist die Entwicklung innovativer Diagnostik und Therapien sowie ihre rasche Umsetzung für den Patienten. Klinikum und Fakultät beschäftigen rund 12.600 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und engagieren sich in Ausbildung und Qualifizierung. In mehr als 50 klinischen Fachabteilungen mit ca. 1.900 Betten werden jährlich rund 66.000 Patienten voll- bzw. teilstationär und mehr als 1.000.000 mal Patienten ambulant behandelt. Das Heidelberger Curriculum Medicinale (HeiCuMed) steht an der Spitze der medizinischen Ausbildungsgänge in Deutschland. Derzeit studieren ca. 3.500 angehende Ärztinnen und Ärzte in Heidelberg.

Weitere Informationen:

http://www.kinderkrebsstiftung.de/?gclid=COf8i-mHm8UCFernwgodd2oAow – Deutsche Kinderkrebsstiftung
https://www.klinikum.uni-heidelberg.de/Osteosarkom.110255.0.html – Osteosarkom, Zentrum für Orthopädie, Unfallchirurgie und Paraplegiologie
https://www.klinikum.uni-heidelberg.de/Zentrum-fuer-Kinder-und-Jugendmedizin-Startseite.106862.0.html – Zentrum für Kinder- und Jugendmedizin, Universitätsklinikum Heidelberg

Pressemitteilung
Universitätsklinikum Heidelberg, Julia Bird


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Tumorzellen im Blut automatisch zählen

Im rechten Bereich des Bildes befindet sich der Messkanal, das Herzstück des Zytometers. © Fraunhofer ICT-IMM
Im rechten Bereich des Bildes befindet sich der Messkanal, das Herzstück des Zytometers.
© Fraunhofer ICT-IMM

Grundlagenforscher aus Biologie und Medizin nutzen seit 40 Jahren die Durchfluss- zytometrie, eine Art »Zellzähler« für die Krebsanalyse. Doch die Geräte sind groß, teuer und lassen sich nur von Experten bedienen. Das Zytometer PoCyton von Fraunhofer-Forschern dagegen ist preisgünstig, klein wie ein Schuhkarton und automatisiert.

Ob Chemotherapie oder Bestrahlung – Krebstherapien sind belastend für den Körper. Umso wichtiger wäre es zu wissen, ob die Behandlung wie gewünscht anschlägt. Bislang können Ärzte dies nur über eine Computertomographie feststellen. Schon in etwa zwei Jahren könnte das schneller und einfacher gehen: Dann reicht es, dem Patienten Blut abzunehmen und dieses in das Durchflusszytometer PoCyton zu geben. Ohne weiteres Zutun zeigt das Gerät dem Arzt wenig später automatisch an, wie viele zirkulierende Tumorzellen im Blut schwimmen. Die Zellen werden von den Krebsgeschwüren an das Blut abgegeben und lassen einen direkten Rückschluss auf die Wirkung der Therapie zu: Sinkt ihre Anzahl im Laufe der Behandlung, ist das ein Zeichen, dass sie wirkt.

Schneller, kleiner und leicht zu bedienen

Es gibt bereits Durchflusszytometer, mit denen man die Menge der im Blut zirkulierenden Tumorzellen messen kann. Der Haken: Diese Geräte kosten oftmals bis zu 300.000 Euro und benötigen etwa so viel Platz wie ein bis zwei Waschmaschinen. Zudem nimmt die Untersuchung mehrere Stunden in Anspruch – das Verfahren ist für den Klinikalltag zu teuer und zu zeitintensiv. Ein weiteres Manko: Die Zytometer lassen sich nur von Experten bedienen und müssen täglich kalibriert werden. Anders das PoCyton-Gerät, das Forscher am Fraunhofer-Institut für Chemische Technologie, Institutsteil IMM in Mainz entwickeln. »Mit unserem Durchflusszytometer können wir solche Untersuchungen etwa zwanzigmal schneller durchführen«, sagt Dr. Michael Baßler, Wissenschaftler am ICT-IMM. »Auch die Anschaffungskosten liegen mit wenigen tausend Euro in einer ganz anderen Größenordnung. Damit werden die Geräte für den Klinikbetrieb rentabel.« Weitere Vorteile: Die Forscher haben ihr Durchflusszytometer miniaturisiert, es ist nicht größer als ein kleiner Schuhkarton. Die Messung erfolgt automatisch, eine Kalibrierung ist nicht nötig.

Das Prinzip der Durchflusszytometrie: In das Blut wird ein Fluoreszenzfarbstoff gegeben. Diese Farbstoffmoleküle setzen sich gezielt auf die Tumorzellen, alle anderen Zellen bleiben unmarkiert. Während der Arzt den Farbstoff bisher per Hand in die Blutprobe geben musste, läuft dies bei PoCyton automatisch: Das Blut fließt durch eine Engstelle – alle darin umher schwimmenden Zellen werden somit einzeln an einem Laserspot vorbeigeführt. Dieser lässt die Zellen, die den Farbstoff huckepack tragen – die Tumorzellen – leuchten, das Gerät kann sie erkennen und zählen.

Der Clou von PoCyton liegt in diesem »Nadelöhr«. »Wir haben diese Engstelle so ausgelegt, dass der Durchsatz gegenüber der herkömmlichen Zytometrie um den Faktor 20 steigt«, sagt Baßler. Die Geometrie des Nadelöhrs haben die Forscher dabei so gewählt, dass nach wie vor keine Zelle über eine andere passt. So stellen die Wissenschaftler sicher, dass das System jedes vorbeischwimmende Objekt registriert – und sich keine Zelle unter einer anderen verstecken kann. Denn das wäre fatal: Schließlich schwimmen etwa eine Milliarde Objekte in zehn Millilitern Blut. Selbst bei einem schwer erkrankten Patienten sind nur etwa fünf davon zirkulierende Tumorzellen. Die einzelnen Schritte wie eine ausreichende Sensitivität, die automatische Probenvorbereitung und die Auswertung haben die Forscher bereits im Griff. Nun setzten sie diese Einzelprozesse zu einem Gesamtdemonstrator zusammen. Im Sommer 2015 soll er fertig sein.

Legionellengefahr? Wasserqualität vor Ort überprüfen

Das Potenzial von PoCyton geht über die Messung der Tumorzellen hinaus. Ein Beispiel: Gemeinsam mit den Kollegen der Schweizer Firma rqmicro wollen sie mit dem Gerät im Trinkwasser Legionellen aufspüren. Diese stäbchenförmigen Bakterien können die Legionärskrankheit verursachen – eine Lungenentzündung, die tödlich enden kann. Möchte man überprüfen, wie es um das Trinkwasser in den eigenen vier Wänden bestellt ist, heißt es bislang: Eine Wasserprobe ins Labor schicken und etwa zehn Tage auf das Ergebnis warten. Denn so lange brauchen die Bakterien, die im Wasser enthalten sind, um sich in einer Petrischale ausreichend zu vermehren und gemessen zu werden. »Mit unserem Durchflusszytometer erhalten wir die Analyse in einer Stunde«, so Baßler. Der Handwerker kann das Gerät mitnehmen und das Wasser direkt vor Ort untersuchen. Im Alltag heißt das für ihn: Wasser in das Gerät geben, den Prozess starten, fertig. In etwa zwei Jahren, so der Plan, dürfte die Firma rqmicro das Gerät auf den Markt bringen.

Pressemitteilung
Fraunhofer-Gesellschaft, Britta Widmann


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Hautkrebs schnell erkennen

Mit dem Dermascanner wird die Hautoberfläche des Patienten aus verschiedenen Positionen gescannt. © Dirk Mahler/Fraunhofer IFF
Mit dem Dermascanner wird die Hautoberfläche des Patienten aus verschiedenen Positionen gescannt.
© Dirk Mahler/Fraunhofer IFF

Der »Schwarze Hautkrebs« ist aggressiv und lebensbedrohlich. Wird er nicht frühzeitig erkannt, sinken die Heilungschancen – doch die Vorsorgeuntersuchungen sind kompliziert. Fraunhofer-Forscher haben mit mehreren Projektpartnern ein Assistenzsystem entwickelt, das Dermatologen bei der Diagnostik unterstützt.

Jedes Jahr erkranken laut der Deutschen Krebsgesellschaft rund 200.000 Menschen an Hautkrebs. Besonders gefährlich ist der »schwarze« Hautkrebs: Dringt dieser erst einmal in tiefere Hautschichten ein, sinken die Heilungschancen auf unter 10 Prozent. Regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen sind der einzige Weg, um kritische Hautveränderungen frühzeitig zu erkennen. Der Arzt inspiziert dazu mit einem Dermatoskop – einem Mikroskop, mit dem er bis in tiefere Hautschichten hinein sehen kann – atypische Leberflecken, Experten nennen sie Nävuszellnävi, auf Merkmale wie Größe, Textur und Umrandungen und beobachtet, ob sie sich im Laufe der Zeit verändern. Da die meisten Menschen viele davon haben, ist das eine zeitaufwändige Prozedur. Zudem ist es schwierig, Veränderungen wie etwa das Wachstum einzelner Leberflecke im Auge zu behalten, da sie der Arzt bei der nächsten Untersuchung oft nicht zweifelsfrei identifizieren kann.

Ganzkörperscanner unterstützt Hautdiagnostik

Forscher des Fraunhofer-Instituts für Fabrikbetrieb und -automatisierung IFF entwickelten auf Initiative und gemeinsam mit der Universitätsklinik für Dermatologie und Venerologie Magdeburg sowie den Partnern Dornheim Medical Images GmbH und Hasomed GmbH einen dermatologischen Ganzkörperscanner, der Ärzte künftig bei der Hautdiagnostik unterstützen soll: »Der Scanner liefert standardisierte Daten, um die Haut zu beurteilen. Er ermöglicht zugleich eine verbesserte Verlaufsdokumentation jedes einzelnen aufgefallenen Leberflecks«, sagt Dr. Christian Teutsch vom IFF. Zu Beginn der Untersuchung wird die Hautoberfläche des Patienten aus verschiedenen Positionen gescannt und in etwa 100 Einzelbilder unterteilt. Solche bildbasierten Dokumentationen gibt es bereits. »Der Knackpunkt ist aber, dass man allein anhand der Aufnahmen die tatsächliche Größe und Wachstumsveränderungen nicht eindeutig erkennen kann«, erklärt Teutsch. Der Dermascanner erstellt daher zusätzlich 3D-Messdaten, die mit den 2D-Aufnahmen fusioniert werden. Dadurch wird jedem einzelnen Pixel im Bild ein Maßstab zugeordnet. Damit dies funktioniert, integrieren die Experten mehrere 3D-Sensoren in den Scanner. Die Sensoren und Kameras werden kalibriert, so dass ihre räumliche Lage exakt bekannt ist. Treffen nun Lichtstrahlen aus der Kamera auf den Leberfleck, kann man ihnen einen genauen 3D-Abstand zuordnen.

Selbst wenn verschiedene Aufnahmen nicht aus der exakt gleichen Entfernung aufgenommen wurden – was kaum möglich ist – kann der Arzt anhand des Maßstabs die tatsächlichen Größenverhältnisse eindeutig bestimmen. Die Messdaten und Bildaufnahmen werden in eine Analysesoftware eingespeist, dort ausgewertet und durch eine automatische Klassifizierung vorsortiert. Existieren Verlaufsaufnahmen früheren Datums, vergleicht die Software diese mit den aktuellen Bildern. »Mit unserer Technologie erkennt man ein Wachstum ab einem halben Millimeter«, sagt Teutsch. Ein weiterer Vorteil: Die 3D-Messdaten erlauben dem Arzt eine eindeutige Re-Lokalisierung jedes einzelnen Leberflecks.

»Es kommt häufig vor, dass ein einzelner Patient mehrere hundert Leberflecke aufweist«, berichtet Prof. Dr. Harald Gollnick, Direktor der Universitätsklinik für Dermatologie und Venerologie. Wenn sich ein solcher Hochrisikopatient nach einiger Zeit erneut beim Arzt vorstellt, lässt sich bei einer mit Pigmentmalen übersäten Haut mit herkömmlichen Untersuchungsmethoden nicht nachvollziehen, ob Stelle und Größe der Leberflecke noch identisch sind. Gollnick: »Mit dem neuen Ganzkörper-Hautkrebs-Früherkennungssystem ist erstmals eine annähernd standardisierte Beurteilung von Zustand und Veränderungen der Haut möglich.«

»Die Diagnose selbst ist und bleibt Sache des Arztes«, betont Teutsch. Dazu stehen dem Arzt sowohl die Messergebnisse als auch die Bildaufnahmen mit einer zusätzlichen 3D-Tiefenkarte zur Verfügung, auf der die Entfernung der einzelnen Pixel in der Aufnahme verzeichnet ist. Da schon minimale Veränderungen eines atypischen Leberflecks von Bedeutung sein können, müssen die Mess- und Bilddaten zu jedem Zeitpunkt und auch zwischen verschiedenen Geräten vergleichbar sein. Ein weiterer wichtiger Aspekt der Entwicklung war daher die Standardisierung des Dermascanners – ebenfalls eine Expertise des IFF: »Wir kalibrieren alle relevanten Bestandteile wie zum Beispiel Lichtquellen und rechnen die Bildaufnahmen in einen einheitlichen Farbraum um«, erklärt Teutsch. Dies stellt sicher, dass Effekte wie etwa ein Nachlassen der Leuchtstärke im Laufe der Zeit die Ergebnisse nicht beeinflussen.

Der Dermascanner steht kurz vor der Marktreife, erste Pilotanlagen wurden realisiert. Kürzlich wurde das Projektteam zudem für seine Entwicklung vom Ministerium für Wissenschaft und Wirtschaft mit dem Hugo-Junkers-Preis 2014 für Forschung und Innovation aus Sachsen-Anhalt ausgezeichnet (www.hugo-junkers-preis.de). Nun steht die Suche nach Investoren an, um den Hautscanner in die Serienproduktion zu bringen.

Pressemitteilung
Fraunhofer-Gesellschaft, Britta Widmann


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Therapie des Knochenmarkkrebses – Multiples Myelom:

Wirkstoffkombination in Studie überlegen

Ärzte und Wissenschaftler des Universitätsklinikums Heidelberg veröffentlichen Ergebnisse aus einer Studie mit 504 Patienten in „Leukemia“ / Internationaler Experten-Workshop zum Multiplem Myelom am 24. und 25. April 2015 in der Medizinischer Universitätsklinik Heidelberg / Ärzte, Wissenschaftler und Journalisten sind herzlich eingeladen

Zur Behandlung von Patienten mit Multiplem Myelom, einer Krebserkrankung des Knochenmarks, die im weiteren Therapieverlauf noch eine Transplantation mit eigenen Stammzellen erhalten sollen, setzen Onkologen in Deutschland meistens eine von zwei bewährten Medikamentenkombinationen ein. Bislang werden diese als gleichwertig angesehen. Erstmals zeigte nun ein direkter Vergleich in einer großen, multizentrischen Studie unter Federführung des Universitätsklinikums Heidelberg: Die eine Wirkstoffkombination ist besonders in Bezug auf die Nebenwirkungen deutlich überlegen. Patienten, die diese Chemotherapie erhalten, leiden seltener unter Nervenschmerzen oder Blutgerinnungsveränderungen. Außerdem müssen sie während der Behandlung seltener stationär aufgenommen werden. An der Studie mit 504 Patienten, der bislang größten Studie dieser Art in Deutschland, beteiligten sich 31 gößtenteils universitäre Zentren und 75 niedergelassene Onkologen. Die Ergebnisse sind nun im Fachmagazin „Leukemia“ erschienen.

Beim Internationalen Myeloma Workshop am 24. und 25. April 2015 am Universitätsklinikum Heidelberg präsentieren die international führenden Myelom-Experten aus Europa und den USA weitere Forschungsergebnisse, den aktuellen Stand in Therapie und Diagnostik sowie neue Behandlungsmethoden und Medikamente. Veranstalter ist das Myelomzentrum der Medizinischen Universitätsklinik und des Nationalen Centrums für Tumorerkrankungen (NCT) Heidelberg, Leiter Prof. Dr. Hartmut Goldschmidt. Die Vortragssprache ist Englisch. Ärzte, Wissenschaftler und Journalisten sind herzlich eingeladen. Weitere Informationen und Anmeldung unter: www.myelomaworkshop.de

Rund 5.800 Menschen erkranken in Deutschland jährlich neu am Multiplen Myelom, einer bislang meist unheilbaren Krebserkrankung des blutbildenden Knochenmarks. Eine Hochdosis-Chemotherapie gefolgt von einer Transplantation mit eigenen Stammzellen aus dem Knochenmark ist heute die wirksamste Behandlungsform für jüngere Patienten und bietet die Chance auf langfristige Krankheitskontrolle. Neue Medikamente in Kombination mit der Stammzelltransplantation haben den krankheitsfreien Zeitraum und das Gesamtüberleben bei Patienten im Alter bis zu 70 Jahren inzwischen auf über zehn Jahre verlängert.

Weniger Nebenwirkungen und Krankenhausaufenthalte

Um bei der Blutstammzelltransplantation vor der Entnahme der gesunden Stammzellen die Krebszellen möglichst weit zu reduzieren, werden Myelompatienten in der Regel mit drei bis vier Zyklen einer Kombinationschemotherapie behandelt. Hämatoonkologen stehen dazu mehrere bewährte Wirkstoffkombinationen zur Verfügung, die meist das Krebsmedikament Bortezomib enthalten. Bei diesen Kombinationen kommt in Deutschland zu Bortezomib noch Cortison sowie oft entweder das Medikament Cyclophosphamid oder Doxorubicin hinzu.

Der Anteil der Patienten, die sehr gut auf die Behandlung ansprechen, ist bei beiden Kombinations-Chemotherapien (Cyclophosphamid oder Doxorubicin) vergleichbar und liegt bei rund einem Drittel. Relevante Unterschiede zeigten sich jedoch bei der Anzahl an Patienten, die gar nicht auf die Behandlung ansprachen: Dies waren in der Cyclophosphamid-Gruppe nur ein Patient (0,4 Prozent), in der Doxorubicin-Gruppe 12 Patienten (4,8 Prozent). Auch bei den Nebenwirkungen zeigten sich deutliche Unterschiede: In der Cyclophosphamid-Gruppe musste sich nur etwa ein Viertel (24 Prozent) der Patienten wegen schwerer Nebenwirkungen wie Infektionen, oder Blutgerinnungsveränderungen stationär behandeln lassen, in der Doxorubicin-Gruppe waren es dagegen ein Drittel (32,7 Prozent). „Ausgehend von diesen eindeutigen Ergebnissen empfehlen wir, falls keine medizinischen Gründe dagegen sprechen, die Wirkstoffkombination mit Cyclophosphamid vorzuziehen“, sagt Erstautor Dr. Elias Mai vom Heidelberger Myelomzentrum. „Bei diesem Nebenwirkungsprofil sind sogar vier Zyklen Chemotherapie vor der Stammzellentnahme sinnvoll. Das kann den anschließenden Behandlungserfolg verbessern.“

Erfolgsrezept: Hohe Qualität in Therapie und Begleitforschung

Das Heidelberger Myelomzentrum der Abteilung für Hämatologie, Onkologie und Rheumatologie der Medizinischen Universitätsklinik und des Nationalen Centrums für Tumorerkrankungen (NCT) ist weltweit das drittgrößte Therapiezentrum dieser Art; hier werden mehr als 1.400 Patienten pro Jahr aus ganz Deutschland und dem Ausland untersucht und überwiegend in Studien behandelt. „Bei der Teilnahme an klinischen Studien profitieren die Patienten von einer sehr engmaschigen Betreuung sowie Therapien auf dem neuesten Stand der Wissenschaft. Ich empfehle daher, sich in Zentren oder bei Ärzten behandeln zu lassen, die Studien anbieten“, so Professor Dr. Hartmut Goldschmidt. Damit möglichst viele Patienten heimatnah in Studien behandelt werden können, haben sich deutschlandweit 40 Zentren für Stammzell-Transplantation, 100 weitere Kliniken sowie niedergelassene Onkologen zu einem Studien-Netzwerk, der „German Speaking Myeloma Multicenter Group (GMMG)“, zusammengeschlossen. Aktuelle Ergebnisse und neue Studien der GMMG werden ebenfalls beim Internationalen Myeloma Workshop vorgestellt.

Literatur: Mai, E.K., Bertsch, U., Dürig, J., Kunz, C., Haenel, M., Blau, I.W., Munder, M., Jauch, A., Schurich, B., Hielscher, T., Merz, M., Huegle-Doerr, B., Seckinger, A., Hose, D, Hillengass, J., Raab, M.S., Neben, K, Lindemann, H.W., Zeis, M., Gerecke, C., Schmidt-Wolf, I.G., Weisel, K., Scheid, C., Salwender, H., Goldschmidt H. Phase III trial of bortezomib, cyclophosphamide, dexamethasone (VCD) versus bortezomib, doxorubicin, dexamethasone (PAd) in newly-diagnosed myeloma. Leukemia. 2015 Mar 19. doi: 10.1038/leu.2015.80. [Epub ahead of print]

Ansprechpartner:
Dr. Annemarie Angerer
Sektion Multiples Myelom
Med. Klinik V
Universitätsklinikum Heidelberg und
Nationales Centrum für Tumorerkrankungen (NCT) Heidelberg
Tel.: 06221 56-5429
E-Mail: annemarie.angerer@med.uni-heidelberg.de

Universitätsklinikum und Medizinische Fakultät Heidelberg
Krankenversorgung, Forschung und Lehre von internationalem Rang

Das Universitätsklinikum Heidelberg ist eines der bedeutendsten medizinischen Zentren in Deutschland; die Medizinische Fakultät der Universität Heidelberg zählt zu den international renommierten biomedizinischen Forschungseinrichtungen in Europa. Gemeinsames Ziel ist die Entwicklung innovativer Diagnostik und Therapien sowie ihre rasche Umsetzung für den Patienten. Klinikum und Fakultät beschäftigen rund 12.600 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und engagieren sich in Ausbildung und Qualifizierung. In mehr als 50 klinischen Fachabteilungen mit ca. 1.900 Betten werden jährlich rund 66.000 Patienten voll- bzw. teilstationär und mehr als 1.000.000 mal Patienten ambulant behandelt. Das Heidelberger Curriculum Medicinale (HeiCuMed) steht an der Spitze der medizinischen Ausbildungsgänge in Deutschland. Derzeit studieren ca. 3.500 angehende Ärztinnen und Ärzte in Heidelberg.

Weitere Informationen:
http://www.myelomaworkshop.de/index.html
Weitere Informationen zum Myeloma Workshop und Programm
http://www.klinikum.uni-heidelberg.de/Multiples-Myelom.131686.0.html
Multiples Myelom, Klinik für Hämatologie, Onkologie, Rheumatologie, Universitätsklinikum Heidelberg

Pressemitteilung
Universitätsklinikum Heidelberg, Julia Bird


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Krebs und „Chemobrain“: Krebs-Stress führt zu kognitiven Störungen

Brustkrebspatientinnen zeigen schon vor der Behandlung Aufmerksamkeitsstörungen. Diese werden offenbar durch posttraumatischen Stress infolge der Krebsdiagnose verursacht, wie eine Studie von LMU-Forschern nachweist.

Bei Krebspatienten können Störungen der Aufmerksamkeit, des Gedächtnisses und anderer Basisfunktionen mentaler Prozesse auftreten, wie zahlreiche wissenschaftliche Untersuchungen feststellten. Diese kognitiven Beeinträchtigungen wurden lange ausschließlich auf Nebenwirkungen der Chemotherapie zurückgeführt und erhielten den Namen Chemobrain – bis eine Reihe von Studien ein „Chemo-Gehirn“ schon bei Patienten nachwies, deren medikamentöse Behandlung noch gar nicht begonnen hatte. Jetzt konnte ein Team um Dr. Kerstin Hermelink vom Brustzentrum der Frauenklinik der LMU zeigen, dass höchstwahrscheinlich posttraumatischer Stress infolge der Krebsdiagnose die bisher unerklärten Störungen vor Therapiebeginn verursacht. Die Ergebnisse erscheinen aktuell im Journal of the National Cancer Institute.

Vor allem bei Brustkrebspatientinnen wurde über Störungen kognitiver Funktionen schon vor Therapiebeginn vielfach berichtet. Zu den Ursachen gab es bisher nur Vermutungen: Die Krebserkrankung selbst könnte bestimmte Gehirnfunktionen beeinträchtigen, beispielsweise durch eine vermehrte Ausschüttung bestimmter Botenstoffe (Zytokine), oder Krebserkrankung und kognitive Beeinträchtigung könnten eine gemeinsame genetische Grundlage haben. Die LMU-Forscher haben mit ihrer Studie Cognicares (Cognition in Breast Cancer Patients – the Impact of Cancer-related Stress) nun eine andere Erklärung überprüft und bestätigt.

Traumatische Diagnose

„Eine Krebserkrankung kann als Trauma erlebt werden. Vor allem kurz nach der Diagnose entwickeln viele Krebspatienten sogar Symptome einer posttraumatischen Belastungsstörung“, sagt Kerstin Hermelink. „Stress hat großen Einfluss auf unsere geistige Leistungsfähigkeit und hinterlässt deutliche Spuren im Gehirn – da lag es nahe zu untersuchen, ob die kognitiven Störungen, die manche Brustkrebspatientinnen zeigen, durch den Stress der Krebserkrankung verursacht werden.“

Die Wissenschaftler untersuchten mehr als 160 Brustkrebspatientinnen und 60 Frauen, bei denen eine Untersuchung der Brust keinen Verdacht auf Krebs ergeben hatte, zu drei Zeitpunkten im Verlauf des ersten Jahres nach der Diagnose. Vor Behandlungsbeginn zeigten die Patientinnen und die gesunden Frauen nahezu identische Leistungen in kognitiven Tests, nur in einem Test der Aufmerksamkeit unterliefen den Patientinnen deutlich mehr Fehler. „Wie vermutet hing die Fehlerzahl in diesem Test mit posttraumatischer Sressbelastung zusammen – je stärker die Teilnehmerinnen belastet waren, umso mehr Fehler machten sie. Der Zusammenhang war statistisch sehr signifikant“, sagt Kerstin Hermelink.

Gute Nachrichten für Brustkrebspatientinnen

In der Cognicares-Studie wurde vor Therapiebeginn ein wesentlich geringeres Ausmaß kognitiver Beeinträchtigung gefunden als in einigen früheren Untersuchungen. „Das liegt vermutlich daran, dass wir Faktoren, die die Ergebnisse verzerren können, besonders sorgfältig kontrolliert haben“, sagt Kerstin Hermelink. „Wir haben darauf geachtet, dass die Patientinnen und die gesunden Frauen der Kontrollgruppe sich möglichst wenig unterscheiden.“ Schon kleine Unterschiede im Alter, der Bildung oder der Intelligenz, die zwischen Patientinnen und gesunden Teilnehmerinnen bestehen, können zu unterschiedlichen Testleistungen führen und so fälschlich den Eindruck kognitiver Störungen bei Krebspatientinnen erwecken.

„Unsere Ergebnisse sind eine gute Nachricht für Brustkrebspatientinnen“, ist Kerstin Hermelink überzeugt. „Zumindest vor Behandlungsbeginn gibt es keinen Grund anzunehmen, dass Brustkrebspatientinnen unter mehr als minimalen kognitiven Störungen leiden, die durch den Stress der Erkrankung ausgelöst werden.“

Die Cognicares-Studie ist eine der weltweit größten Studien auf diesem Gebiet. Sie entstand unter Beteiligung von sechs Brustzentren in und um München und wurde von der Deutschen Krebshilfe gefördert. Die Daten der Untersuchungen nach Abschluss der Behandlung werden zurzeit noch analysiert.

Kontakt:
Dr. Kerstin Hermelink
Klinikum der Universität München
Tel.: 089 / 4400 – 77595
E-Mail: kerstin.hermelink@med.uni-muenchen.de

Publikation
Kerstin Hermelink et al.:
Elucidating Pretreatment Cognitive Impairment in Breast Cancer Patients: The Impact of Cancer-related Post-traumatic Stress
In: Journal of the National Cancer Institute
http://jnci.oxfordjournals.org/

Pressemitteilung
Ludwig-Maximilians-Universität München, Luise Dirscherl


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Wie entstehen Metastasen?

Sind Menschen an einem bösartigen Tumor erkrankt, können sich überall in ihrem Körper Metastasen bilden, die die Heilungschancen häufig erheblich verschlechtern. Wie die Absiedlungen der ursprünglichen Geschwulst genau entstehen, untersuchten Wissenschaftler des Instituts für Molekularbiologie und Dr. Alexander Carpinteiro, Oberarzt der Klinik für Hämatologie der Medizinischen Fakultät der Universität Duisburg-Essen am Universitätsklinikum Essen (UK Essen) und berichten darüber im Fachmagazin Embo Molecular Medicine.

Die Forscher analysierten in einer vorklinischen Studie, wie sich die Zellen des Primärtumors in anderen Geweben ansiedeln und eine Metastase bilden. „Wir konnten nachweisen, dass bei diesem Prozess die Blutplättchen eine sehr wichtige und bisher unbekannte Rolle spielen“, erklärt Dr. Alexander Carpinteiro.

Zirkulierende Tumorzellen sind demnach zunächst kaum in der Lage, Metastasen zu bilden. Sie verteilen sich über die Blutbahnen im Körper und interagieren dabei mit den Blutplättchen. Diese werden dadurch angeregt, ein bestimmtes Eiweiß – das Enzym Saure Sphingomyelinase – abzusondern. Das bewirkt wiederum auf der Membran der Tumorzellen die Bildung sogenannter Ceramid-Plattformen.

Darin können sich dann Eiweißmoleküle, sogenannte Integrine, einlagern, die dabei gleichzeitig aktiviert werden. Dr. Carpinteiro: „Erst wenn all dies geschehen ist, können sich die zirkulierenden Tumorzellen an spezialisierte, flache Zellen in den Innenseiten der Blutgefäße anheften, den sogenannten Endothelzellen, und in ein anderes Gewebe auswandern, um dort schließlich Metastasen zu bilden.“

Die Wissenschaftler hoffen, diesen Mechanismus möglicherweise therapeutisch nutzen zu können. Denkbar wäre es, das Zusammenspiel von Tumorzellen und Blutplättchen medikamentös zu unterdrücken oder das Enzym Saure Sphingomyelinase zu hemmen, um die Metastasenbildung zu unterbinden.

Quelle: http://embomolmed.embopress.org/content/early/2015/04/07/emmm.201404571.long

Weitere Informationen: Christine Harrell, Tel. 0201/723-1615, christine.harrell@uk-essen.de

Pressemitteilung
Universität Duisburg-Essen, Beate Kostka M.A


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Konzertierte Aktion für Prostata-Studie

Berlin, den 21. April 2015 – In einer konzertierten Aktion wollen Ärzte, Patienten, Krankenkassen und Deutsche Krebshilfe die weltweit größte Studie zum Prostatakrebs zu einem Erfolg machen. Ziel der 2013 gestarteten PREFERE-Studie ist es, zu analysieren, von welcher der vier infrage kommenden Optionen für die Erstbehandlung von Prostatakrebs in einem frühen Stadium der Patient auf lange Sicht am meisten profitiert: Insbesondere sollen dabei Nebenwirkungen und Komplikationen berücksichtigt werden, um den Patienten künftig die für sie ideale Option empfehlen zu können. Die gemeinsame Informations-Kampagne für PREFERE soll darauf abzielen, das Engagement der Ärzte zu erhöhen, neutral über die Studie und die vier Behandlungsoptionen aufzuklären und so die Patientenbeteiligung deutlich zu steigern. „Wir müssen noch deutlicher machen, dass jeder Patient durch seine Teilnahme einen hohen Nutzen hat: Eine verbesserte Diagnostik, eine engmaschigere Betreuung, Behandlung auf medizinischem Top-Niveau und eine intensivere Nachsorge als üblich“, so Studienleiter Prof. Dr. Michael Stöckle. Jährlich erkranken zwischen 65.000 und 70.000 Männer an Prostatakrebs. Die bösartige Wucherung der Vorsteherdrüse ist damit die häufigste Krebsform bei Männern. 

Studien-Teilnehmer profitieren von besserer Diagnostik und Betreuung

Die Teilnehmer der PREFERE-Studie profitieren von einer besseren Diagnostik, indem ein spezialisierter Pathologe den Befund absichert. „In rund 20 Prozent der Fälle stellen wir derzeit fest, dass der erste Befund nicht vollständig zutrifft. Allein dies wäre Grund genug für jeden Patienten, sich an der Studie zu beteiligen. Denn eine präzise Diagnostik ist Voraussetzung einer erfolgversprechenden Therapie. Ein Patient, der nicht an der Studie teilnimmt, müsste für das Zweitgutachten über 1.000 Euro zahlen“, so Studienleiter Prof. Dr. Michael Stöckle. Darüber hinaus betreuen erfahrene Spezialisten in ausgewiesenen Studienzentren die PREFERE-Teilnehmer intensiver als üblich, behandeln engmaschiger und kontrollieren auf modernstem medizinischem Niveau. Die Beobachtungszeit beträgt mindestens 13 Jahre. Dabei haben PREFERE-Teilnehmer durch die enge Zusammenarbeit ihres Urologen und/oder Strahlentherapeuten mit dem Studienzentrum während der Nachsorge eine doppelte Sicherheit in der Betreuung. 

Urologen wollen sich noch stärker für Aufklärung einsetzen

Dr. Axel Schroeder, Präsident des Berufsverbandes der Deutschen Urologen e.V. (BDU): „Bei einem bestimmten, wenig bösartigen Tumorstadium sind mehrere gleichwertige Behandlungsformen möglich – ohne das Leben des Patienten zu verkürzen oder seine Lebensqualität einzuschränken. Wir möchten herausfinden, welche der vier Behandlungsoptionen – Operation, Bestrahlung durch die Haut, interne Bestrahlung durch Einbringen von Bestrahlungskörpern in die Prostata oder aktive Überwachung den größten Erfolg bei den niedrigsten Nebenwirkungen zeigt. Wir haben beim Prostatakrebs diese Chance, weil er nur langsam wächst und nur bei fehlender Behandlung eine Lebensgefahr darstellen kann.“ Die Urologen sollten deshalb ihre Patienten über die Studie informieren und neutral über die vier Behandlungsformen aufklären. Bei dieser Studie werden nur die Behandlungsoptionen berücksichtigt, für die die Patienten nach sorgfältiger Information und Abwägung auch offen und geeignet sind. Auch die Deutsche Gesellschaft für Urologie e. V. (DGU) hat die PREFERE-Studie von Anfang an nachhaltig unterstützt und beworben. DGU-Generalsekretär Prof. Dr. Oliver Hakenberg appelliert an alle Urologen, stärker zur Akzeptanz der Studie beizutragen und Patienten über dieses Studienangebot zu informieren. Bestehende Hemmschwellen könnten durch intensive Information überwunden werden. Auch Strahlentherapeuten sollten infrage kommende Männer stärker für die Studie interessieren. 

Patienten sollten ihre Ärzte aktiv auf PREFERE ansprechen

„Wir appellieren an alle Ärzte: Informieren Sie Ihre Patienten umfassend über die Vorteile einer Teilnahme an der PREFERE-Studie. Engagieren Sie sich im Interesse jetziger und kommender Patienten für diese Studie!“, betont der stellvertretende Vorsitzende des Bundesverbandes Prostatakrebs Selbsthilfe (BPS), Paul Enders. Der Gesundheitspolitische Sprecher des BPS, Jens-Peter Zacharias, ergänzt: „Ärzte, die nicht über diese Studie informieren, entscheiden bereits über die Nichtteilnahme der Patienten. Patienten sollten ihre Entscheidungen zur Teilnahme selber treffen können.“ Paul Enders und Jens-Peter Zacharias appellieren an Patienten, ihre Ärzte auf die PREFERE Studie anzusprechen und erst dann eine Therapieentscheidung zu treffen, nachdem sie von ihnen über die Vorteile einer Beteiligung informiert wurden.

Über die PREFERE-Studie

Die PREFERE-Studie ist die weltweit größte Studie zum lokal begrenzten Prostatakarzinom. Erstmalig werden alle infrage kommenden Therapieoptionen in einer prospektiven randomisierten Studie miteinander verglichen. So gewinnen Arzt und Patienten bei der Auswahl der Behandlung künftig mehr Sicherheit.  In die PREFERE-Studie sollen über einen Zeitraum von vier Jahren insgesamt 7.600 Patienten eingeschlossen werden. Die Teilnehmer werden über einen Zeitraum von mindestens 13 Jahren bis zum Studienende nachbeobachtet. Die Studie wird von einem breiten Bündnis getragen: Bei PREFERE arbeiten die Deutsche Krebshilfe, die gesetzlichen und privaten Krankenversicherungen, die Deutsche Gesellschaft für Urologie, der Berufsverband der Deutschen Urologen, die Deutsche Gesellschaft für Radioonkologie, die Deutsche Krebsgesellschaft und der Bundesverband Prostatakrebs Selbsthilfe zusammen.

Medienkontakt:
Tobias M. Weitzel
BSK Becker+Schreiner Kommunikation GmbH
Tel.: 02154-812216
Mobil: 0177-7215760
Mail: weitzel@kommunikation-bsk.de

Patienten erhalten weitere Informationen hier: http://www.prefere.de

Das Aufklärungsvideo zur PREFERE-Studie:
http://www.prefere.de/fuer-patienten/die-prefere-studie/aufklaerungsmaterialien/zusatzvideo/

Die Patientenbroschüre zum Download:
http://www.prefere.de/fileadmin/user_upload/PDF/Ansicht_Broschure_Innenteil_070214.pdf

Deutsche Krebshilfe e.V.

Buschstr. 32, 53113 Bonn

Telefon: +49 (0)228. 729 90 – 0 | Fax: +49 (0)228. 729 90 –11

Informations- und Beratungsdienst: Montag bis Freitag von 8 Uhr bis 17 Uhr unter der Rufnummer: 0228 – 729 90 95

Deutsche Krebsgesellschaft e.V.

Kuno-Fischer-Straße 8, 14057 Berlin
Telefon: + 49 (0)30 – 322 93 29 0 | Fax: + 49 (0)30 – 322 93 29 66

Die Ländergesellschaften der Deutschen Krebsgesellschaft unterhalten Beratungsstellen für Krebspatienten und ihre Angehörigen. Die Adresse für das eigene Bundesland kann man bei der Deutschen Krebsgesellschaft erfragen.

Bundesverband Prostatakrebs Selbsthilfe e.V.
Thomas-Mann-Str. 40, 53111 Bonn

Tel.: 0228 – 33 88 95 00
Fax: 0228 – 33 88 95 10
Telefon: +49 (0)5108 – 926 646 | Fax: +49 (0)5108 – 926 647

Telefonische Beratungshotline: Dienstag, Mittwoch, Donnerstag (außer an bundeseinheitlichen Feiertagen) von 15 Uhr bis 18 Uhr unter der gebührenfreien Rufnummer: 0800 – 70 801 23

Krebsinformationsdienst

Deutsches Krebsforschungszentrum
Im Neuenheimer Feld 280, 69120 Heidelberg

Bundesweites Beratungstelefon:
Täglich von 8 Uhr bis 20 Uhr unter der 
gebührenfreien Rufnummer: 0800 – 420 30 40

Unabhängige Patientenberatung Deutschland UPD gemeinnützige GmbH

Bundesgeschäftsstelle

Littenstraße 10, 10179 Berlin

Telefon: +49 (0)30 – 200 89 233 | Fax: +49 (0)30 – 200 89 23 50

Bundesweites Beratungstelefon:
Montag bis Freitag von 10 bis 18 Uhr
und donnerstags bis 20 Uhr unter der gebührenfreien Rufnummer: 0800 – 0 11 77 22

Deutschen Gesellschaft für Urologie e.V.
Geschäftsstelle
Uerdinger Str. 64, 40474 Düsseldorf
Tel.: 0211/516096-0
info@dgu.de | http://www.urologenportal.de

Berufsverband der Deutschen Urologen e.V.
Uerdinger Str. 64, 40474 Düsseldorf
Tel: 0211/9513729
http://www.urologenportal.de

Pressemitteilung der DGU/BDU


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Deutsches Krebsforschungszentrum fordert sofortigen Stopp für Zigarettenwerbung

Am 31. Mai 2012 ist Weltnichtrauchertag, ausgerufen von der Weltgesundheitsorganisation. Das Aktionsbündnis Nichtrauchen hat das deutsche Motto in diesem Jahr unter das Thema gestellt: „Lass Dich nicht einwickeln! Rauchen kennt nur einen Gewinner: Die Tabakindustrie“. Das Deutsche Krebsforschungszentrum gibt hierzu einen aktuellen Band der Roten Reihe heraus zum Thema “Zigarettenwerbung in Deutschland – Marketing für ein gesundheitsgefährdendes Produkt”.

Zigarettenwerbung gefährdet die Gesundheit, denn sie fördert das Rauchen und hat Einfluss auf den Gesamtkonsum von Zigaretten. Zigarettenwerbung trägt dazu bei, dass Jugendliche mit dem Rauchen beginnen und dass Raucher es schwerer haben, damit aufzuhören. Aus dem neuesten Report des Deutschen Krebsforschungszentrums „Zigarettenwerbung in Deutschland – Marketing für ein gesundheitsgefährdendes Produkt“ wird deutlich, wie umfassend die Tabakindustrie alle Bereiche des öffentlichen Lebens mit ihren Marketingmaßnahmen durchdringt: Von der Außenwerbung an Haltestellen des öffentlichen Nahverkehrs über Kinowerbung, Internetangebote, Eventmarketing, Geschenkaktionen, Sponsoring bis hin zur Werbung in Supermärkten und Tankstellen nutzen die Zigarettenhersteller alle Möglichkeiten der Ansprache. Deutschland ist das einzige Mitgliedsland der Europäischen Union, welches die Außenwerbung noch gestattet.

„Das Deutsche Krebsforschungszentrum fordert einen sofortigen Stopp für Zigarettenwerbung“, erklärt der Vorstandsvorsitzende des Zentrums, Prof. Dr. Otmar D. Wiestler. „Die Werbung für Zigaretten in unserem Land ist unverantwortlich. Zigaretten unterscheiden sich grundsätzlich von allen anderen legal verkauften Produkten, denn sie sind giftig und stellen das größte vermeidbare Krebsrisiko dar. Sie besitzen allein aufgrund ihrer außerordentlichen Gesundheitsgefährdung eine Sonderstellung. Daher sollten sie auch eine Sonderstellung durch ein umfassendes Werbeverbot erhalten, wie es für kein anderes Konsumprodukt besteht.“ Die rechtlichen Voraussetzungen dafür sind gegeben: Deutschland hat das WHO-Rahmenübereinkommen zur Eindämmung des Tabakkonsums bereits im Jahr 2003 unterzeichnet und ratifiziert und sich damit verpflichtet, dessen Inhalte, darunter ein Tabakwerbeverbot, in deutsches Recht zu übertragen. Die Verfassungsmäßigkeit eines Tabakwerbeverbotes wurde für Deutschland bereits 1997 vom Bundesverfassungsgericht festgestellt. Es ist Zeit, zu handeln.

Die Veröffentlichung des Deutschen Krebsforschungszentrums “Zigarettenwerbung in Deutschland – Marketing für ein gesundheitsgefährdendes Produkt“ kann bei der Stabsstelle Krebsprävention bestellt werden unter:
who-cc@dkfz.de
oder abgerufen werden unter
http://www.dkfz.de/de/tabakkontrolle/download/Publikationen/RoteReihe/Band_18_Zigarettenwerbung_in_Deutschland.pdf

Die Veröffentlichung zur „Verfassungsmäßigkeit eines umfassenden Tabakwerbeverbotes in Deutschland“ kann abgerufen werden unter:
http://www.dkfz.de/de/tabakkontrolle/download/Publikationen/Fakten/Factsheet_Verfassungsmaessigkeit_Tabakwerbeverbot.pdf 

Das Deutsche Krebsforschungszentrum (DKFZ) ist mit mehr als 2.500 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern die größte biomedizinische Forschungseinrichtung in Deutschland. Über 1000 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler erforschen im DKFZ, wie Krebs entsteht, erfassen Krebsrisikofaktoren und suchen nach neuen Strategien, die verhindern, dass Menschen an Krebs erkranken. Sie entwickeln neue Ansätze, mit denen Tumoren präziser diagnostiziert und Krebspatienten erfolgreicher behandelt werden können. Gemeinsam mit dem Universitätsklinikum Heidelberg hat das DKFZ das Nationale Centrum für Tumorerkrankungen (NCT) Heidelberg eingerichtet, in dem vielversprechende Ansätze aus der Krebsforschung in die Klinik übertragen werden. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Krebsinformationsdienstes (KID) klären Betroffene, Angehörige und interessierte Bürger über die Volkskrankheit Krebs auf. Das Zentrum wird zu 90 Prozent vom Bundesministerium für Bildung und Forschung und zu 10 Prozent vom Land Baden-Württemberg finanziert und ist Mitglied in der Helmholtz-Gemeinschaft deutscher Forschungszentren.

Dr. Stefanie Seltmann
Leiterin Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Deutsches Krebsforschungszentrum
Im Neuenheimer Feld 280
D-69120 Heidelberg
T: +49 6221 42 2854
F: +49 6221 42 2968
presse@dkfz.de

Pressemitteilung vom Deutschen Krebsforschungszentrum


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