Deutsche Gesellschaft für Urologie schreibt „Medienpreis Urologie 2015“ aus

Urologen forcieren Gesundheitsberichterstattung

Düsseldorf, 22.01.2015. Gesundheitsbewusstsein schaffen, Prävention fördern, Diagnostik und Behandlungsmethoden urologischer Erkrankungen erklären; Forschung, Versorgungsstudien und Patientenleitlinien medial begleiten, medizinische Kontroversen öffentlich diskutieren: Breite Öffentlichkeitsarbeit ist seit jeher ein Anliegen der Deutschen Gesellschaft für Urologie e.V. (DGU). Nun schreibt die medizinische Gesellschaft zum zweiten Mal ihren „Medienpreis Urologie“ aus und setzt damit erneut Anreize für eine qualifizierte Gesundheitsberichterstattung in ihrem Fachgebiet.

Den mit 2500 Euro dotierten Preis gibt es für die journalistische Arbeit, die ein urologisch relevantes Thema am besten transportiert, um eine möglichst breite Öffentlichkeit laienverständlich zu erreichen und auf der Basis seriöser Informationen aufzuklären. Wettbewerbsbeiträge müssen zwischen dem 1. Januar und dem 15. Juli 2015 in einem deutschsprachigen Publikumsmedium – egal ob Print, Online, Radio oder TV – veröffentlicht worden sein. Einsendeschluss für die Teilnahme ist der 31. Juli 2015. Die Bewertung der Arbeiten wird von einer Jury aus Urologen und erfahrenen Journalisten vorgenommen. Verliehen wird der Preis im Rahmen des 67. DGU-Kongresses, der vom 23. bis 26. September 2015 im Congress Center Hamburg stattfindet.

Als urologisch relevante Themen werden für den DGU-Medienpreis nicht nur die vielfältigen urologischen Erkrankungen von Kindern, Frauen und Männern sowie deren Diagnostik und Therapie betrachtet – sei es ein Hodenhochstand beim Jungen, die Harninkontinenz, Harnsteinerkrankungen, die gutartige Prostatavergrößerung oder Tumorerkrankungen von Blase, Niere und Prostata. Ebenso gefragt sind zum Beispiel Beiträge über Prävention, Männergesundheit, Fertilitätserhalt bei Krebserkrankungen, aber auch über gesellschaftlich kontrovers diskutierte Fragen etwa zu Früherkennungsuntersuchungen auf Prostatakrebs, zu Organ-, speziell Nieren-, und Lebendnierenspenden oder zur Beschneidung von Jungen. Neben der Relevanz des Themas, wird von der Jury besonders die Qualität der Recherche und deren journalistische Aufbereitung beurteilt.

Für die Bewerbung um den „Medienpreis Urologie 2015“ ist es erforderlich, den Beitrag samt Kontaktdaten zur Autorenschaft sowie des Datums der Veröffentlichung oder der Ausstrahlung bis zum 31. Juli 2015 einzureichen. Dies kann postalisch oder online geschehen an:

Deutsche Gesellschaft für Urologie e.V., Stichwort „Medienpreis Urologie 2015“, Uerdinger Str. 64, 40474 Düsseldorf, E-Mail: info(at)dgu.de

Rückfragen beantwortet die DGU-Pressestelle unter Tel. 040-79140560.

Weitere Informationen

DGU/BDU-Pressestelle
Bettina-Cathrin Wahlers
Sabine Martina Glimm

Stremelkamp 17
21149 Hamburg

Tel: 040 – 79 14 05 60
Fax: 040 – 79 14 00 27
Mobil: 0170 – 48 27 28 7
E-Mail: redaktion(at)bettina-wahlers.de

http://www.dgu-kongress.de/

Pressemitteilung der DGU/BDU-PressestelleBettina-Cathrin Wahlers , Sabine Martina Glimm


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Neue Therapie bei Lungenkrebs

Für Patienten mit metastasiertem Lungenkrebs gibt es künftig eine neue Behandlungsmethode neben der klassischen Chemotherapie. Weist ihr Tumor eine bestimmte Genmutation auf, kann ein neuer zielgerichteter Wirkstoff eingesetzt werden. Für die betroffenen Patienten bedeutet dies, dass sie im Schnitt ein weiteres Jahr mit dieser Krankheit überleben. Dies konnten u.a. Wissenschaftler der Medizinischen Fakultät der Universität Duisburg-Essen (UDE) am Universitätsklinikum Essen (UK Essen) in zwei internationalen Studien nachweisen. Die Ergebnisse der Gesamtanalyse wurden jetzt in einem der renommiertesten Fachmagazine für Onkologie, The Lancet Oncology, veröffentlicht.

Das Lungenkarzinom, im Volksmund Lungenkrebs, ist eine der häufigsten onkologischen Erkrankungen. 55.600 Personen erkrankten 2014 in Deutschland neu daran, verlässlichen Schätzungen zufolge. Das Lungenkarzinom ist bei Frauen die dritthäufigste und bei Männern die zweithäufigste Krebserkrankung.

„Bislang wurden die Betroffenen vor allem chemisch therapiert. Künftig können wir sie viel zielgerichteter behandeln. Sogar dann, wenn sich bereits Metastasen in ihrem Körper gebildet haben“, erklärt Prof. Dr. Martin Schuler, Studienleiter in Deutschland und Direktor der Inneren Klinik (Tumorforschung) am UK Essen. Voraussetzung ist, dass sie zu den 12 bis 15 Prozent der Patienten gehören, deren Tumor eine bestimmte Genmutation aufweist: EGFR Exon 19. Betroffene können dann mit dem Wirkstoff Afatinib behandelt werden.

Die neue Therapie verbessert die Prognose der Patienten erheblich: Zum ersten Mal konnte nachgewiesen werden, dass die Betroffenen durch die Behandlung mit der zielgerichteten Substanz im Schnitt ein Lebensjahr hinzugewinnen. Prof. Schuler: „Das ist schon sehr beachtlich, denn die Sterblichkeit bei Lungenkrebs ist vergleichsweise hoch: 21 Prozent der betroffenen Frauen und 16 Prozent der Männer leben noch fünf Jahre nach Ausbruch der Krankheit.

Basis der Untersuchung bilden die Studien LUX-Lung 3, unter Beteiligung des Westdeutschen Tumorzentrums, und LUX-Lung 6. Untersucht wurde die Wirkung einer Erstlinientherapie mit dem Wirkstoff Afatinib gegenüber der klassischen Chemotherapie. Aufgrund dessen empfehlen die Wissenschaftler, bei klinisch stabilen Patienten mit metastasiertem Adenokarzinom der Lunge das Ergebnis der EGFR-Mutationsanalyse abzuwarten, die in der Regel nur wenige Tage dauert.

Weitere Informationen:
Christine Harrell, T. 0201/723-1615, christine.harrell@uk-essen.de

http://dx.doi.org/10.1016/S1470-2045(14)71173-8

Pressemitteilung
Universität Duisburg-Essen, Beate Kostka M.A.


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Zitrusduft hemmt Leberkrebs

Bochumer Forscher entschlüsseln Signalweg

Duftrezeptor in Leberkrebszellen nachgewiesen

Abb: Der Kalziumeinstrom in die Leberkarzinomzelle lässt sich nach Zugabe von Citronellal beobachten (dargestellt in Falschfarben). RUB, Lehrstuhl Hatt

Abb: Der Kalziumeinstrom in die Leberkarzinomzelle lässt sich nach Zugabe von Citronellal beobachten (dargestellt in Falschfarben).
RUB, Lehrstuhl Hatt

Terpene als Hauptbestandteil ätherischer Öle können das Wachstum verschiedener Krebszellen hemmen. Wie genau sie das tun, haben Bochumer Forscher um Prof. Dr. Dr. Dr. Hanns Hatt jetzt an Leberkrebszellen genau untersucht. Sie konnten die molekularen Mechanismen aufklären, die bei Anwendung von (-)-Citronellal zu einem Wachstumsstopp der Krebszellen führten und wiesen nach, dass der Duftrezeptor OR1A2 die entscheidende Schaltstelle dafür ist. Der Duftrezeptor könnte künftig als Ziel für Diagnostik und Therapie des Leberkrebses dienen. Über ihre Ergebnisse berichten die Forscher im Journal Archives of Biochemistry and Biophysics.

Ätherische Öle schützen nicht nur vor Bakterien, Viren, Pilzen

Ätherische Öle kommen in vielen Pflanzen vor und schützen sie durch ihre antibakteriellen, antiviralen und pilztötenden Eigenschaften. Seit einiger Zeit ist bekannt, dass Terpene, die Hauptbestandteile der Öle, auch verschiedene Krebszellen am Wachsen hindern können, darunter Leberkrebs. Was genau dabei passiert, war aber bislang unklar.

Geruchsrezeptoren nicht nur in der Nase

Terpene können Signalprozesse in Zellen anstoßen, indem sie Duft- Rezeptoren aktivieren. Diese kommen zwar vor allem in Riechzellen der Nase vor, aber nachweislich auch in allen anderen humanen Geweben, wie zum Beispiel Haut, Prostata oder Spermien. Bei der Krebsentstehung und seinem Wachstum spielen Terpene ebenfalls eine wichtige Rolle, wobei ungeklärt ist, welche Funktion sie genau ausüben.

Terpen stößt Signalweg in der Zelle an

Um dem auf die Spur zu kommen, nutzten die Bochumer Forscher ein Zellmodell für das hepatozelluläre Karzinom, einen häufigen Lebertumor. Sie setzten die Zellen verschieden hohen Konzentrationen mehrerer Terpene aus und beobachteten ihre Reaktion. Es zeigte sich, dass zwei der insgesamt elf getesteten Terpene zu einem deutlichen Anstieg der Kalziumkonzentration in den Zellen führten: (-)-Citronellal und Citronellol. In ihren weiteren Untersuchungen konzentrierten sich die Forscher daher auf (-)-Citronellal und gingen auf die Suche nach dem Rezeptor, auf den das Terpen passen muss wie ein Schlüssel in ein Schloss. Sie konnten zeigen, dass der entscheidende Geruchsrezeptor namens OR1A2inden Leberzellen vorkommt und für die Zellreaktion verantwortlich ist. Nahm man Zellen die Möglichkeit, diesen Rezeptor herzustellen, reagierten sie nämlich nicht auf das Terpen. Es gelang den Forschern außerdem, den Signalweg nachzuvollziehen, auf dem das Terpen dazu führt, dass sich die Kalziumkonzentration im Zellinnern erhöht und damit das Zellwachstum reduziert. „Diese Ergebnisse stellen ein weiteres Beispiel für die Bedeutung der Duftrezeptoren außerhalb der Nase dar und geben Hoffnung, für die Krebstherapie neue Medikamente mit geringeren Nebenwirkungen entwickeln zu können.“

Hintergrund

Das Hepatozelluläre Karzinom ist der häufigste bösartige Primärtumor der Leber. Es ist weltweit die dritthäufigste tumorbedingte Todesursache. In Deutschland erkranken aktuellen Schätzungen zufolge jährlich ca. 8900 Menschen (6200 Männer, 2700 Frauen) neu an dieser Krebsart.

Titelaufnahme

D. Maßberg et al.: Monoterpene (-)-citronellal affects hepatocarcinoma cell signaling via an olfactory receptor. In: Arch. Biochem. Biophys. (2014), doi:10.1016/j.abb.2014.12.004

Weitere Informationen

Prof. Dr. Dr. Dr. Hanns Hatt, Lehrstuhl für Zellphysiologie, Fakultät für Biologie und Biotechnologie der Ruhr-Universität, 44780 Bochum, Tel. 0234/32-24586, Hanns.Hatt@rub.de

Pressemitteilung
Ruhr-Universität Bochum, Meike Drießen


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Brustkrebs – Was kommt danach?

Brustrekonstruktionen heutzutage dank vielseitiger Methoden auch mit natürlichem Gewebe möglich

Würzburg im Januar 2015. Es ist eine der größten Ängste jeder Frau und zugleich in der Tat die häufigste auftretende Tumorform beim weiblichen Geschlecht: Brustkrebs. Jährlich betrifft diese Art der Gewebe-Anomalie ungefähr 75.000 Frauen allein in Deutschland. Dank moderner Methoden zur Krebsdiagnose und Früherkennung bestehen jedoch für Betroffene gute Heilungschancen. „Es gibt heutzutage die Möglichkeiten der Chemo- oder Strahlentherapie oder auch hormonelle Methoden, jedoch gehört zu den wichtigsten Behandlungen nach wie vor die Brustoperation, bei der in den letzten Jahren der Aspekt der Brusterhaltung immer mehr in den Fokus gerückt wurde“, weiß Dr. med. Jens Kauczok, Facharzt für Plastische und Ästhetische Chirurgie und Leiter der Praxis für Plastische und Ästhetische Chirurgie in Würzburg.

Brustaufbau minimalinvasiv

Mit der neuartigen Methode des BRAVA-AFT-Systems nutzt Dr. Kauczok zur Rekonstruktion der Brust etwas, was von Natur aus im weiblichen Körper besteht, nämlich eigene Fettzellen. Bisher war diese Art des Brustaufbaus nicht möglich, weil sich die eingebrachten Depots wieder abbauten. Mithilfe einer gewebeerweiternden Vorbehandlung lagern sich jedoch 80 Prozent des eingebrachten Fettes an. Um dies zu ermöglichen, tragen Patientinnen in der Vorbereitungsphase einen medizinischen BH, der durch leichten Unterdruck die Zellzwischenräume im Brustgewebe erweitert. Während des eigentlichen Aufbaus entnimmt Dr. Kauczok Fettgewebe aus dem Oberschenkel- oder Bauchbereich. In Form des schonenden und minimalinvasiven Lipofillings bringt er das Gewebe für die neue Brust über eine feine Nadel in die Zellzwischenräume ein und baut so wieder eine natürliche Form auf. Zur ästhetischen und dauerhaften Festigung finden diese Behandlungen in mehreren Sitzungen unter Lokalanästhesie statt. Im Falle einer vollständigen Rekonstruktion dauert der gesamte Prozess rund ein halbes Jahr.

Körpergewebe neu positioniert

Lappenplastiken bieten ebenfalls die Möglichkeit, eine oder beide Brüste auf natürlicher Basis wiederherzustellen. Anders als bei der BRAVA-Methode nutzt der Facharzt hier nicht nur Fettdepots, sondern auch Haut und Muskelgewebe. Hierfür entnimmt Dr. Kauczok entsprechendes Gewebe aus Bauch, Oberschenkeln oder Gesäß und gliedert dieses an die Brustgefäße an. Zum Wohl der Patientin arbeitet der Facharzt bevorzugt mit einer freien, mikrochirurgischen Transplantation. Die Operation findet unter Vollnarkose statt und dauert vier bis acht Stunden. Anschließend dauert der stationäre Aufenthalt rund zwei Wochen. Dr. Kauczok bemerkt: „Insbesondere bei der Rekonstruktion einer Brust nach krebsbedingter Entfernung sehe ich die Behandlungsoptionen mit körpereigenem Gewebe oder Fett als patientenorientierten Fortschritt an. Denn mit der körperlichen Veränderung entsteht häufig eine psychische Belastung in Bezug auf das Gefühl der eigenen Weiblichkeit.“ In der Vergangenheit blieb Frauen, die kein Fremdmaterial wie Silikon im Körper haben wollten, jedoch nur der Verzicht auf eine weibliche Brust. Mit den modernen Methoden vereint die Plastische und Ästhetische Chirurgie nun Natürlichkeit und Weiblichkeit. Sowohl die BRAVA-Methode als auch Lappenplastiken eignen sich gut für Frauen mit entsprechenden Gewebereserven.

Welche Behandlungsmethode im Einzelfall infrage kommt, richtet sich zum einen nach der vorangegangenen Entfernung, also ob eine oder beide Brüste entfernt wurden und ob dies das gesamte Gewebe oder nur Teile betrifft. Des Weiteren spielen körperliche Voraussetzungen der Patientin und ihre Wünsche hinsichtlich Form, Größe und bevorzugtem Material eine große Rolle. Aus diesem Grund gehören all diese Aspekte zu einem guten Beratungsgespräch beim behandelnden Facharzt, der das Zusammenspiel der einzelnen Punkte sowie eventuelle Kosten im Dialog mit der Patientin ausführlich darlegt. Im Normalfall übernimmt die Krankenkasse die Kosten für einen Wiederaufbau nach brustkrebsbedingter Amputation.

Weitere Informationen unter www.kauczok.de

Kurzporträt:
Dr. med. Jens Kauczok ist ein Spezialist auf dem Gebiet der Ästhetischen, Plastischen und Rekonstruktiven Chirurgie. Sein Können basiert auf einer langjährigen Erfahrung und fundierten Ausbildung an international renommierten Zentren. Seit April 2014 leitet Dr. Jens Kauczok die Praxis für Plastische und Ästhetische Chirurgie in der Julius-Echter-Galerie in Würzburg, seiner Heimat. Als Facharzt bietet er das gesamte Leistungsspektrum der Plastischen und Ästhetischen Chirurgie. Neben Eingriffen aus dem ästhetischen Bereich, wie Brustvergrößerung, Bauchdeckenstraffung, Lid- oder Nasenkorrekturen sowie Faltenbehandlungen, deckt er dank seiner Zulassung für die Behandlung gesetzlich versicherter Patienten auch das rekonstruktive und handchirurgische Gebiet ab. Operationen unter Vollnarkose führt er in der Tagesklinik Ringparkcenter oder in der Rotkreuzklinik Würzburg durch. Dr. Kauczok ist Facharzt für Plastische und Ästhetische Chirurgie – Fellow of the European Board of Plastic, Reconstructive and Aesthetic Surgery, sowie Facharzt für Chirurgie und Handchirurgie.

Er ist Mitglied der Deutschen Gesellschaft der Plastischen, Rekonstruktiven und Ästhetischen Chirurgen (DGPRAEC), der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie (DGCH), der Deutschen Gesellschaft für Senologie (DGS), der Deutschen Herniengesellschaft (DHG), im Berufsverband der Deutschen Chirurgen (BDC) und des European Board of Plastic Reconstructive and Aesthetic Surgery (EBOPRAS).

Pressemitteilung der Borgmeier Public Relations, Maren Hasenclever


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Prostatakrebs im Fokus

Urologisch-onkologische Tagung in Magdeburg zu Diagnostik und Therapien des Prostatakarzinoms

Der intensive Einsatz des Blutwerts PSA hat in den vergangenen drei Jahrzehnten die Anzahl festgestellter Prostatakrebserkrankungen massiv ansteigen lassen. Große, internationale Screening-Studien zeigten allerdings, dass es dabei nicht nur um akut lebensgefährliche Krankheiten geht, sondern dass auch sehr viele Patienten mit nur kleinen Krebsherden geringer Aggressivität mit der Diagnose konfrontiert werden. In solchen Fällen ist nicht unbedingt eine sofortige Radikal-Operation bzw. Bestrahlung der Prostata notwendig. Ungeachtet dessen werden diese Eingriffe sehr häufig durchgeführt. Dabei nehmen Patienten Nebenwirkungen und Spätfolgen wie Harninkontinenz und sexuelle Funktionsstörungen in Kauf.

Am 16. und 17. Januar 2015 werden etwa 250 Ärzte aus der Bundesrepublik Deutschland auf einem Interdisziplinären Symposium in Magdeburg über moderne diagnostische und therapeutische Verfahren bei Prostatakrebs beraten.

Neu sind organschonende Behandlungen des Karzinoms mit niedrigem und mittlerem Risiko, die deutlich weniger Nebenwirkungen als Therapien der ganzen Drüse versprechen. „Die aktuelle Studienlage zur sogenannten ‘Fokalen Therapie’ unter besonderer Berücksichtigung neuer Entwicklungen bei der Kernspintomografie und dem Ultraschall sowie neuer Therapieeinheiten wird ein Themenschwerpunkt unseres Symposiums sein“, so Tagungsleiter Professor Dr. Martin Schostak, Direktor der Magdeburger Universitätsklinik für Urologie und Kinderurologie, der zugleich den Arbeitskreis „Fokale Therapie“ der Deutschen Gesellschaft für Urologie (DGU) leitet.

“Fokale Therapie” bedeutet eine gezielte, das gesunde Drüsengewebe schonende Beseitigung von Tumorherden, die auf einzelne Gebiete in der Prostatakapsel begrenzt sind. Die Zerstörung der Krebszellen erfolgt durch lokal begrenzten thermischen Stress, z.B. durch einen hochintensiven Ultraschall (HIFU). Neuartige, computerbasierte Möglichkeiten der gemeinsamen bildlichen Darstellung von MRT- und endosonografischer Daten erlauben zugleich eine bislang unerreichte Präzision während des minimalinvasiven Eingriffs (Fokal One®).

In weiteren Vortragsthemen werden die Therapieoptionen radikale Prostatektomie und High-End-Radiotherapie sowie die urologische Rehabilitation behandelt. Im Kontext mehrerer Vorträge rund um PSA-Wert-Bestimmungen durch Experten verschiedener Fachrichtungen ist eine Podiumsdiskussion mit Publikumsbeteiligung durch TED auf der Grundlage von Fallbeispielen vorgesehen. Andere Themen sind Schwierigkeiten bei der Beurteilung der Tumor-Aggressivität nach dem Gleason-Score und die Behandlung des kastrationsresistenten Prostatakarzinoms.
Zwei Satellitensymposien werden sich mit neuen Wirkstoffen zur Behandlung fortgeschrittener Tumorstadien befassen.
Zudem werden Preise für die beiden besten E-Poster auf dem urologischen Symposium in Magdeburg vergeben.

Ansprechpartner für Redaktionen:
Prof. Dr. med. Martin Schostak
Direktor der Klinik für Urologie und Kinderurologie
zertifiziertes Prostatakrebszentrum
Universitätsklinikum Magdeburg A.ö.R.
Leipziger Str. 44 39120 Magdeburg
Tel.: +49 391 67 15036
E-Mail: martin.schostak@med.ovgu.de

Weitere Informationen:
http://www.symposium-magdeburg.de

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Wandzellen der Blutgefäße steuern Metastasierung

Legende: Rasterelektronenmikroskopische Aufnahme einer Lungenmetastase: Tumorzellen (grün) formen solide Tumorknoten, die in engem Kontakt mit umgebenden Kapillaren (rot) stehen. Die wechselseitige Kommunikation zwischen Tumorzellen und Endothelzellen ermöglicht das Wachstum von Metastasen. Endothelzellen können das Tumorwachstum dabei aktiv fördern. - Quelle: Oliver Meckes (Eye of Science) / H. Augustin (DKFZ)

Legende: Rasterelektronenmikroskopische Aufnahme einer Lungenmetastase: Tumorzellen (grün) formen solide Tumorknoten, die in engem Kontakt mit umgebenden Kapillaren (rot) stehen. Die wechselseitige Kommunikation zwischen Tumorzellen und Endothelzellen ermöglicht das Wachstum von Metastasen. Endothelzellen können das Tumorwachstum dabei aktiv fördern. – Quelle: Oliver Meckes (Eye of Science) / H. Augustin (DKFZ)

Wissenschaftler aus dem Deutschen Krebsforschungszentrum und der Medizinischen Fakultät Mannheim der Universität Heidelberg suchten nach neuen Wegen, um bei Krebserkrankungen die Entstehung von Metastasen zu verhindern. Dazu kombinierten sie einen Antikörper gegen ein zentrales Steuerprotein der Blutgefäßzellen mit einer niedrigdosierten Chemotherapie. So behandelte Mäuse entwickelten weniger Metastasen und überlebten länger.

Die Kombinationstherapie wirkt gleich mehrfach gegen eine Ansiedlung von Tochtergeschwülsten: Sie verhindert, dass Blutgefäße die neu entstehenden Metastasen versorgen. Gleichzeitig reduziert sie die Anzahl bestimmter Immunzellen, die die Ansiedlung von Krebszellen fördern.

Bei vielen Krebserkrankungen gilt der Patient nach chirurgischer Entfernung des Tumors als krebsfrei. Doch bei einem großen Prozentsatz der Kranken hat der Tumor zu diesem Zeitpunkt bereits Zellen ausgestreut. Daher verordnen Ärzte im Anschluss an die Operation oft eine Chemotherapie, die abgesiedelte Krebszellen bekämpfen soll. Doch da es keine Methode gibt, diese gefährlichen Zellen direkt nachzuweisen, wissen Ärzte nicht, welcher Patient tatsächlich von der belastenden Therapie profitiert.

„Das ist ein großes Dilemma für viele Krebspatienten: Sollen sie sich für eine hochdosierte Chemotherapie mit allen schweren Nebenwirkungen entscheiden oder stattdessen ein höheres Risiko für Metastasen in Kauf nehmen?“, fragt Professor Hellmut Augustin. Seine Arbeitsgruppe am Deutschen Krebsforschungszentrum und der Medizinischen Fakultät Mannheim der Universität Heidelberg sucht daher nach schonenderen Alternativen, um die Entstehung von Tochtergeschwülsten zu unterdrücken.

Dabei setzen die Forscher auf neue wissenschaftliche Erkenntnisse, die eine weitaus aktivere Rolle der Wandzellen der Blutgefäße (Endothelzellen) für das Tumorwachstum nahelegen, als dies bisher bekannt war. Tumorzellen veranlassen Blutgefäße in ihrer Umgebung dazu, neue Kapillaren sprossen zu lassen, die den Tumor versorgen und sein Wachstum ermöglichen. Dieser „Angiogenese“ genannte Prozess wird bereits seit zehn Jahren therapeutisch genutzt; Angiogenese-hemmende Medikamente sollen die Wirkung etablierter Chemotherapeutika unterstützen.

Neuere Erkenntnisse zur Metastasierung weisen darauf hin, dass Endothelzellen darüber hinaus selbst zahlreiche Faktoren produzieren, die das Tumorwachstum fördern. Augustins Ansatz ist es daher, nicht nur die Gefäßbildung in Tumoren zu unterdrücken, sondern gleichzeitig die Produktion dieser Wachstumsfaktoren zu hemmen. In ihrer aktuellen Arbeit haben die Wissenschaftler das Molekül Angiopoietin-2 ins Visier genommen. Es wird von Endothelzellen gebildet und spielt eine zentrale Rolle bei der Angiogenese.

Die Forscher übertrugen Brust- oder Lungenkrebszellen auf Mäuse, ließen Tumoren heranwachsen und entfernten sie zu einem frühen Zeitpunkt operativ. Um Metastasen vorzubeugen, erhielten die Tiere nach der Operation verschiedene Arten der Chemotherapie sowie teilweise zusätzlich einen blockierenden Antikörper gegen Angiopoietin-2. Während die Chemotherapie allein nicht wirksam war, entwickelten mit dem Angiopoietin-2-Antikörper behandelten Tiere deutlich weniger Metastasen in Lunge und Knochen als ihre unbehandelten Artgenossen.

Gesteigert wurde dieser Effekt durch Kombination des Antikörpers mit einer so genannten metronomen Chemotherapie: Dabei werden die zytostatischen Substanzen niedrigdosiert dauerhaft verabreicht. Mäuse, die die Kombinationstherapie erhielten, lebten länger als Tiere, die nur mit dem Antikörper gegen Angiopoietin-2 behandelt wurden.

In anschließenden Gewebeanalysen untersuchten die Wissenschaftler, was die Kombinationstherapie genau bewirkt. Dabei entdeckten sie, dass Angiopoietin-2 nicht nur das Gefäßwachstum fördert, sondern darüber hinaus auf die Endothelzellen zurückwirkt und sie dazu anregt, tumorfördernde Makrophagen in die Umgebung der Krebszellen zu locken. Wurde Angiopoietin-2 blockiert, wanderten deutlich weniger krebsfördernde Immunzellen in die Tumorumgebung ein.

Die niedrigdosierte metronome Chemotherapie, die die Wirksamkeit des Therapieansatzes weiter steigerte, richtet sich im Gegensatz zur herkömmlichen Hochdosis-Chemotherapie nicht primär gegen die Tumorzellen selbst, sondern verhindert, dass sich bestimmte Zellen aus dem Knochenmark im Tumor ansiedeln, die ebenfalls das Tumorwachstum fördern.

„Mit unserer Kombinationstherapie gehen wir also von mehreren Seiten gleichzeitig gegen die Ansiedlung von Metastasen vor: Zum einen drosseln wir ihre Gefäßversorgung. Zum anderen verhindern wir, dass sich tumorfördernde Makrophagen ansiedeln, die eine entzündliche Umgebung schaffen und damit gewissermaßen den Boden für eine dauerhafte Ansiedlung der Krebszellen bereiten“, erklärt Hellmut Augustin.

„Wir können natürlich nicht voraussagen, ob sich die Ergebnisse dieser präklinischen Untersuchungen eins zu eins auf den Menschen übertragen lassen“, betont der Wissenschaftler. „Aber wir haben bei unseren Experimenten viel darüber gelernt, wie Metastasen entstehen. Das Wissen wollen wir nun gezielt in eine klinische Anwendung übersetzen.“

Kshitij Srivastava, Junhao Hu, Claudia Korn, Soniya Savant, Martin Teichert, Stephanie S. Kapel, Manfred Jugold, Eva Besemfelder, Markus Thomas, Manolis Pasparakis und Hellmut G. Augustin: Postsurgical adjuvant tumor therapy by combining anti-Angiopoietin-2 and metronomic chemotherapy limits metastatic growth. Cancer Cell 2014, DOI 10.1016/j.ccell.2014.11.005

Ein Bild zur Pressemitteilung steht im Internet zur Verfügung unter:
http://www.dkfz.de/de/presse/pressemitteilungen/2015/bilder/Image-Metastasis.png

Legende: Rasterelektronenmikroskopische Aufnahme einer Lungenmetastase: Tumorzellen (grün) formen solide Tumorknoten, die in engem Kontakt mit umgebenden Kapillaren (rot) stehen. Die wechselseitige Kommunikation zwischen Tumorzellen und Endothelzellen ermöglicht das Wachstum von Metastasen. Endothelzellen können das Tumorwachstum dabei aktiv fördern.

Quelle: Oliver Meckes (Eye of Science) / H. Augustin (DKFZ)

Das Deutsche Krebsforschungszentrum (DKFZ) ist mit mehr als 3.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern die größte biomedizinische Forschungseinrichtung in Deutschland. Über 1000 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler erforschen im DKFZ, wie Krebs entsteht, erfassen Krebsrisikofaktoren und suchen nach neuen Strategien, die verhindern, dass Menschen an Krebs erkranken. Sie entwickeln neue Methoden, mit denen Tumoren präziser diagnostiziert und Krebspatienten erfolgreicher behandelt werden können. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Krebsinformationsdienstes (KID) klären Betroffene, Angehörige und interessierte Bürger über die Volkskrankheit Krebs auf. Gemeinsam mit dem Universitätsklinikum Heidelberg hat das DKFZ das Nationale Centrum für Tumorerkrankungen (NCT) Heidelberg eingerichtet, in dem vielversprechende Ansätze aus der Krebsforschung in die Klinik übertragen werden. Im Deutschen Konsortium für Translationale Krebsforschung (DKTK), einem der sechs Deutschen Zentren für Gesundheitsforschung, unterhält das DKFZ Translationszentren an sieben universitären Partnerstandorten. Die Verbindung von exzellenter Hochschulmedizin mit der hochkarätigen Forschung eines Helmholtz-Zentrums ist ein wichtiger Beitrag, um die Chancen von Krebspatienten zu verbessern. Das DKFZ wird zu 90 Prozent vom Bundesministerium für Bildung und Forschung und zu 10 Prozent vom Land Baden-Württemberg finanziert und ist Mitglied in der Helmholtz-Gemeinschaft deutscher Forschungszentren.

Ansprechpartner für die Presse:

Dr. Stefanie Seltmann
Leiterin Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Deutsches Krebsforschungszentrum
Im Neuenheimer Feld 280
69120 Heidelberg
T: +49 6221 42-2854
F: +49 6221 42-2968
E-Mail: S.Seltmann@dkfz.de

Dr. Sibylle Kohlstädt
Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Deutsches Krebsforschungszentrum
Im Neuenheimer Feld 280
69120 Heidelberg
T: +49 6221 42 2843
F: +49 6221 42 2968
E-Mail: S.Kohlstaedt@dkfz.de

E-Mail: presse@dkfz.de

www.dkfz.de

Pressemitteilung
Deutsches Krebsforschungszentrum, Dr. Stefanie Seltmann


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Gradmesser für die Bösartigkeit von Prostatakrebs entdeckt

Ein Protein, das die epigenetischen Merkmale der Tumorzellen beeinflusst, steht in direktem Zusammenhang mit der Bösartigkeit von Prostatakrebs. Dies hat nun ein Team von Wissenschaftlern aus dem Deutschen Krebsforschungszentrum, der Universität Zürich, dem Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf, der Universität Heidelberg und weiteren Institutionen an über 7700 Tumor-Gewebeproben nachgewiesen. Ein Nachweis des Biomarkers könnte in Zukunft die Wahrscheinlichkeit für einen aggressiven Verlauf der Erkrankung anzeigen und so die Wahl der passenden Therapie unterstützen.

Die Arbeit war Teil des Projekts „Früher Prostatakrebs“, das das Bundesforschungsministerium im Rahmen des Internationalen Krebsgenomkonsortiums ICGC fördert.

Bei einer Krebsdiagnose steht für Betroffene wie auch für ihre Ärzte die Frage nach der Bösartigkeit des Tumors im Vordergrund: Sie entscheidet, wie intensiv und radikal die Behandlung ausfallen muss. Insbesondere Prostatakrebs kann von Patient zu Patient einen sehr unterschiedlichen Verlauf nehmen. Daher suchen Krebsforscher dringend nach messbaren, zuverlässigen Biomarkern, an denen sie die Aggressivität des Tumors ablesen können, um die Therapie entsprechend anzupassen.

Bei vielen Krebsarten geben Veränderungen des Erbguts Hinweise auf das Gefahrenpotential. Aber gerade bei Prostatakrebs sind solche Mutationen längst nicht so zahlreich wie bei anderen Tumorarten. „Wir vermuteten daher, dass Prostatakrebs vor allem durch veränderte epigenetische Merkmale angetrieben wird, also solche chemischen Veränderungen am Erbgut, die nicht die Reihenfolge der DNA-Bausteine betreffen“, sagt Prof. Christoph Plass vom Deutschen Krebsforschungszentrum (DKFZ), einer der Leiter der aktuellen Arbeit.

Lange Zeit war unbekannt, wie sich epigenetische Muster im Erbgut einer Krebszelle ändern. Heute kennen Wissenschaftler bestimmte Proteine der Zelle, die weitreichenden Einfluss auf dieses Muster haben können. Ein Verbund von Forschern aus dem DKFZ, der Universität Zürich, dem Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf, der Universität Heidelberg und weiteren Institutionen hat sich nun auf die Suche gemacht nach solchen Steuerproteinen, die in Prostatakrebszellen die epigenetischen Merkmale verändern und dadurch möglicherweise den Verlauf der Erkrankung beeinflussen.

Die Wissenschaftler starteten ihre Suche zunächst in Datenbanken, in denen die molekularen Informationen zu zahlreichen Prostatakrebsfällen gespeichert sind. Diese Daten überprüften sie darauf, ob die Tumorzellen eines der bekannten epigenetischen Steuerproteine signifikant stärker oder schwächer ausprägen als gesunde Zellen derselben Patienten.

Den auffälligsten Unterschied ermittelten die Forscher für das Protein BAZ2A: „Eigentlich ist dieses Eiweiß dafür bekannt, dass es die Produktion der zellulären Proteinfabriken unterdrückt und dadurch die Lebensfähigkeit von Zellen beeinträchtigt“, erklärt Prof. Roland Eils, der sowohl im DKFZ als auch an der Universität Heidelberg eine Forschungsgruppe leitet. „Aber als wir BAZ2A in Zelllinien von metastasierendem Prostatakrebs ausschalteten, verlangsamte sich paradoxerweise ihr Wachstum.“ Weitere Untersuchungen zeigten, dass höhere Konzentrationen von BAZ2A die bösartigen Eigenschaften der Prostatakrebszellen steigerten, etwa die Beweglichkeit oder die Fähigkeit, in umgebendes Gewebe einzudringen.

Eine detaillierte molekulare Analyse von Prostatakrebszellen ergab, dass die Überproduktion von BAZ2A zu veränderten epigenetischen Mustern führte, die wiederum die Aktivität einer Reihe von krebsbremsenden Genen drosselten. Daraufhin vermuteten die Wissenschaftler, dass sich die BAZ2A-Überproduktion direkt auf die Bösartigkeit von Prostatakrebs auswirkt und daher ein Indikator für den Verlauf der Erkrankung sein könnte.

Das Forscherteam überprüfte diese Hypothese an fast 7700 Gewebeproben von Prostatakrebs und stellte fest: Je mehr BAZ2A das Gewebe enthielt, desto fortgeschrittener war der Tumor bei seiner Diagnose, desto häufiger hatte der Krebs bereits Metastasen gestreut und desto höher war der PSA-Wert der jeweiligen Patienten.

„BAZ2A scheint einen direkten Einfluss auf die Aggressivität von Prostatakrebs zu nehmen. Von daher könnte der Grad der BAZ2A-Expression deutliche Hinweise auf den Verlauf der Erkrankung geben. Das muss natürlich noch klinisch bestätigt werden“, sagt Christoph Plass. Aber gerade bei Patienten, deren sonstige klinischen Werte ein mittleres Risiko anzeigen, könnte die BAZ2A-Expression wertvolle Hinweise auf die Wahrscheinlichkeit geben, ob der Krebs zurückkehrt. Das würde Ärzte und Patienten bei der Wahl der aussichtsreichsten Therapie unterstützen.

Die Arbeit ist Teil des Internationalen Krebsgenom-Konsortiums. Am Projekt „Früher Prostatakrebs“ beteiligt sind die Martini-Klinik und das Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf, das EMBL, das DKFZ, das Nationale Centrum für Tumorerkrankungen (NCT) Heidelberg sowie das Max-Planck-Institut für Molekulare Genetik in Berlin. Die Koordinatoren sind Prof. Christoph Plass im Deutschen Krebsforschungszentrum und Prof. Guido Sauter vom Universitätsklinikum Eppendorf. Das Projekt wird vom Bundesministerium für Bildung und Forschung mit 7,5 Millionen Euro gefördert.

Lei Gu, Sandra C Frommel, Christopher C Oakes, Ronald Simon, Katharina Grupp, Cristina Y Gerig, Dominik Bär, Mark D Robinson, Constance Baer, Melanie Weiss, Zuguang Gu, Matthieu Schapira, Ruprecht Kuner, Holger Sültmann, Maurizio Provenzano, ICGC Project on Early Onset Prostate Cancer, Marie-Laure Yaspo, Benedikt Brors, Jan Korbel, Thorsten Schlomm, Guido Sauter, Roland Eils, Christoph Plass und Raffaella Santoro: BAZ2A (TIP5) is involved in epigenetic alterations in prostate cancer and its overexpression predicts disease recurrence.
Nature Genetics 2014, DOI: 10.1038/ng.3165

Das Deutsche Krebsforschungszentrum (DKFZ) ist mit mehr als 3.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern die größte biomedizinische Forschungseinrichtung in Deutschland. Über 1000 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler erforschen im DKFZ, wie Krebs entsteht, erfassen Krebsrisikofaktoren und suchen nach neuen Strategien, die verhindern, dass Menschen an Krebs erkranken. Sie entwickeln neue Methoden, mit denen Tumoren präziser diagnostiziert und Krebspatienten erfolgreicher behandelt werden können. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Krebsinformationsdienstes (KID) klären Betroffene, Angehörige und interessierte Bürger über die Volkskrankheit Krebs auf. Gemeinsam mit dem Universitätsklinikum Heidelberg hat das DKFZ das Nationale Centrum für Tumorerkrankungen (NCT) Heidelberg eingerichtet, in dem vielversprechende Ansätze aus der Krebsforschung in die Klinik übertragen werden. Im Deutschen Konsortium für Translationale Krebsforschung (DKTK), einem der sechs Deutschen Zentren für Gesundheitsforschung, unterhält das DKFZ Translationszentren an sieben universitären Partnerstandorten. Die Verbindung von exzellenter Hochschulmedizin mit der hochkarätigen Forschung eines Helmholtz-Zentrums ist ein wichtiger Beitrag, um die Chancen von Krebspatienten zu verbessern. Das DKFZ wird zu 90 Prozent vom Bundesministerium für Bildung und Forschung und zu 10 Prozent vom Land Baden-Württemberg finanziert und ist Mitglied in der Helmholtz-Gemeinschaft deutscher Forschungszentren.

Ansprechpartner für die Presse:

Dr. Stefanie Seltmann
Leiterin Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Deutsches Krebsforschungszentrum
Im Neuenheimer Feld 280
69120 Heidelberg
T: +49 6221 42-2854
F: +49 6221 42-2968
E-Mail: S.Seltmann@dkfz.de

Dr. Sibylle Kohlstädt
Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Deutsches Krebsforschungszentrum
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Deutsches Krebsforschungszentrum, Dr. Stefanie Seltmann


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Eine zweite Chance für krebskranke Kinder

Krebs bei Kindern ist heute meist dauerhaft heilbar. Doch 20 Prozent der krebskranken Kinder erleiden nach zunächst erfolgreicher Behandlung einen Rückfall, an dem sie schließlich versterben. Mit dem INFORM-Projekt* wollen Wissenschaftler aus dem Deutschen Krebsforschungszentrum und dem Deutschen Konsortium für Translationale Krebsforschung diesen Kindern eine zweite Chance eröffnen: Die Grundlage dafür ist die Analyse des gesamten Tumor-Erbguts zum Zeitpunkt des Rückfalls. Damit können die Forscher herausfinden, welche Faktoren den Krebs zum Wachsen anregen und dem einzelnen Kind möglicherweise mit einem der neuen, zielgerichteten Medikamente helfen. Das Ziel ist es, deutschlandweit bei allen Kindern mit Krebsrückfällen nach Erbgutveränderungen zu suchen und herauszufinden, ob es Medikamente gibt, die zu genau diesem Tumor passen. Die Deutsche Krebshilfe und die Deutsche Kinderkrebsstiftung unterstützen nun eine Machbarkeitsstudie über zwei Jahre mit rund 1,1 Millionen Euro.

Das drängendste Problem in der Krebsmedizin bei Kindern sind heute Rückfälle nach einer intensiven Stahlen- und Chemotherapie. “Das betrifft in Deutschland jedes Jahr etwa 500 krebskranke Kinder. Zum Zeitpunkt des Rückfalls sind die wirksamen Behandlungen bereits weitgehend ausgereizt, die Medikamente versagen häufig, wenn der Krebs zurückkehrt”, erklärt Prof. Otmar Wiestler, Vorstandsvorsitzender des Deutschen Krebsforschungszentrums (DKFZ). “Deshalb ist es uns so wichtig, für diese Kinder neue Behandlungsmöglichkeiten zu finden.”

Mit einer Untersuchung des gesamten Tumorerbguts zum Zeitpunkt des Rückfalls können Wissenschaftler heute herausfinden, welche Faktoren den individuellen Tumor zum Wachsen anregen. In vielen Fällen lassen sich diese wachstumsfördernden Faktoren durch ein passendes Medikament blockieren.

“Bei rund einem Viertel der krebskranken Kinder kehrt der Krebs nach einer Behandlung zurück, die meisten von ihnen haben dann keine dauerhafte Heilungschance mehr. Eine Erbgut-Analyse könnte nach unserer bisherigen Erfahrung für etwa die Hälfte von ihnen eine zweite Chance bedeuten. Unser Ziel ist es, deutschlandweit bei allen Kindern mit Krebsrückfällen nach einem Medikament zu suchen, das genau zu ihrem Tumor passt”, sagt Prof. Stefan Pfister vom Deutschen Krebsforschungszentrum, der federführende Koordinator des Forschungsverbunds INFORM.

Im Gegensatz zur Chemo- und Strahlentherapie schädigen die neuen, “intelligenten” Medikamente nicht alle sich schnell teilenden Zellen, sondern richten sich gegen spezifische krebstypische Zellveränderungen. Welche der vielen möglichen krebstypischen Veränderungen einen individuellen Tumor kennzeichnen, kann man ohne Erbgut-Analyse nicht erkennen.

Die INFORM-Forscher wollen in einer Machbarkeitsstudie durch umfangreiche Genomanalysen am DKFZ zunächst klären, welche Informationen aus dem Tumorerbgut dazu beitragen können, den Kindern eine bessere Behandlung anzubieten. Dabei konzentrieren sie sich auf die zwölf Krebsarten, bei denen Kinder am häufigsten Rückfälle erleiden. Die Wissenschaftler dokumentieren vor allem, welche und wie viele Mutationen, für die es “intelligente” Medikamente gibt, in den verschiedenen Krebsarten auftreten. Werden bei einem Patienten Veränderungen in den Tumorzellen entdeckt, gegen die bereits Wirkstoffe zur Verfügung stehen, so kann der behandelnde Arzt diese Information nutzen und individuell mit dem Patienten entscheiden, ob dieses Medikament eingesetzt werden kann.

Gibt es noch keine spezifischen Medikamente gegen eine krebstreibende Zellveränderung, so können Wissenschaftler die Information nutzen, um neue Wirkstoffe zu entwickeln.

Nach Abschluss der Machbarkeitsstudie wollen die Kinderonkologen in einer klinischen Studie nach dem Arzneimittelgesetz prüfen, ob die individualisierte Therapie auf der Basis der Erbgut-Information bessere Heilungserfolge erzielt als die herkömmliche Rückfalltherapie.

Weder die Untersuchung des Tumorerbguts noch die teuren zielgerichteten Medikamente werden derzeit von den Krankenkassen bezahlt. Die Förderung durch das Deutsche Konsortium für Translationale Krebsforschung (DKTK) (2,5 Millionen Euro), die Deutsche Krebshilfe und die Deutsche Kinderkrebsstiftung deckt einen Teil der Kosten für die Erbgutanalyse, Datenauswertung und Dokumentation. “Für die Deutsche Krebshilfe ist innovative Krebsforschung ein Kernanliegen. Nur über die Forschung können wir die Therapie und Versorgung krebskranker Menschen verbessern. Daher fördert die Deutsche Krebshilfe das hochinnovative INFORM-Projekt”, so Gerd Nettekoven, Hauptgeschäftsführer der Deutschen Krebshilfe. “Wir wollen, dass alle krebskranken Kinder eine Chance haben zu überleben – durch gezielte Therapien, mit so wenigen Spätfolgen wie möglich. Deshalb ist Forschungsförderung wichtig. Und deshalb ist das Verbundprojekt INFORM mit der gemeinschaftlichen Förderung durch DKTK und DKFZ, die Deutsche Krebshilfe und die Deutsche Kinderkrebsstiftung wegweisend für die Kinderkrebsheilkunde”, sagt Ulrich Ropertz, Vorsitzender der Deutschen Kinderkrebsstiftung.

Auch die BILD-Hilfsorganisation “Ein Herz für Kinder” unterstützt INFORM. Spenden an diese Charity helfen dabei, den anderen großen Posten zu bewältigen – die Kosten für die neuen Medikamente, die in der Regel nicht von Kassen übernommen werden, weil noch keine ausreichenden Studiendaten vorliegen. In der großen Gala “Ein Herz für Kinder” (Samstag, 6. Dezember, 20:15 Uhr im ZDF) wird eine kleine Patientin vorgestellt, für die die Analyse des Tumorerbguts eine zweite Chance bedeutet.

*INFORM steht für “Individualisierte Therapie für Rückfälle von bösartigen Tumoren bei Kindern”. Die wissenschaftlichen Koordinatoren sind:

  • Prof. Stefan Pfister (federführender Koordinator, DKFZ),
  • Prof. Angelika Eggert (Vorsitzende der Fachgesellschaft für Pädiatrische Onkologie und Hämatologie, Charité Berlin)
  • Prof. Peter Lichter (Leiter des INFORM-Bereichs Molekulare Diagnostik, DKFZ)
  • Prof. Olaf Witt (Leiter der INFORM-Registerstudie, DKFZ und Universitätsklinikum Heidelberg)

Unter dem Dach der Gesellschaft für Pädiatrische Onkologie und Hämatologie sind deutschlandweit elf Studiengruppen und über 50 Rekrutierungszentren an INFORM beteiligt.

Das Deutsche Krebsforschungszentrum (DKFZ) ist mit mehr als 3.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern die größte biomedizinische Forschungseinrichtung in Deutschland. Über 1000 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler erforschen im DKFZ, wie Krebs entsteht, erfassen Krebsrisikofaktoren und suchen nach neuen Strategien, die verhindern, dass Menschen an Krebs erkranken. Sie entwickeln neue Methoden, mit denen Tumoren präziser diagnostiziert und Krebspatienten erfolgreicher behandelt werden können. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Krebsinformationsdienstes (KID) klären Betroffene, Angehörige und interessierte Bürger über die Volkskrankheit Krebs auf. Gemeinsam mit dem Universitätsklinikum Heidelberg hat das DKFZ das Nationale Centrum für Tumorerkrankungen (NCT) Heidelberg eingerichtet, in dem vielversprechende Ansätze aus der Krebsforschung in die Klinik übertragen werden. Im Deutschen Konsortium für Translationale Krebsforschung (DKTK), einem der sechs Deutschen Zentren für Gesundheitsforschung, unterhält das DKFZ Translationszentren an sieben universitären Partnerstandorten. Die Verbindung von exzellenter Hochschulmedizin mit der hochkarätigen Forschung eines Helmholtz-Zentrums ist ein wichtiger Beitrag, um die Chancen von Krebspatienten zu verbessern. Das DKFZ wird zu 90 Prozent vom Bundesministerium für Bildung und Forschung und zu 10 Prozent vom Land Baden-Württemberg finanziert und ist Mitglied in der Helmholtz-Gemeinschaft deutscher Forschungszentren.

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Vereine unterstützen Kampagne „Bewegung gegen Krebs“

Heidemann, Overath und Reeves für mehr Bewegung im Alltag

Frankfurt (ws) – „Bewegung gegen Krebs“ ist die Kampagne der Deutschen Krebshilfe, des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB) und der Deutschen Sporthochschule Köln. Zahlreiche Sportvereine unterstützten diese Initiative in diesem Jahr und konnten bei einem Wettbewerb hochwertige Preise gewinnen. Ausgelobt wurden drei Einkaufs-Gutscheine von Sport-Thieme im Wert von jeweils 5.000 Euro. Die Preisverleihung fand statt am 27. November 2014 im Rahmen eines Pressegesprächs im Clubhaus der Frankfurter Rudergesellschaft Germania 1869 e.V.. Die Botschafter der Kampagne, Britta Heidemann und Shary Reeves, ehrten die Vereine im Beisein von Gerd Nettekoven, Hauptgeschäftsführer der Deutschen Krebshilfe, und Dr. Michael Vesper, Generaldirektor des DOSB.

In Frankfurt wurden drei Vereine für die besondere Kreativität und Qualität ihrer Veranstaltungen als Gewinner des Wettbewerbs ausgezeichnet. Die Schwimmabteilung des TSV Solln e.V. hatte ihren Aktionstag „Bewegung gegen Krebs“ mit zahlreichen originellen Ideen umgesetzt. Beispielsweise schwammen die Teilnehmer an diesem Tag insgesamt 92.000 Meter, um auf die hohe Zahl der Krebserkrankungen aufmerksam zu machen, die sich durch regelmäßige Bewegung vermeiden ließe.

Eine ganze Aktionswoche setzte der Stadtsportverband Delbrück e.V. unter das Motto „Wir bringen Delbrücker in Bewegung“. Neben Radtouren, Kinder- und Jugendläufen sorgten ein „Flashmob“ mit 2.700 Schülern sowie ein Wettbewerb im Traktorziehen für viel Spaß und hohe Aufmerksamkeit für das Thema. Beim Traktorziehen kam zudem ein Spendenerlös in Höhe von 4.000 Euro zugunsten der Deutschen Krebshilfe zusammen.

Auch der TV Hangelar 1962 e.V. machte mit verschiedenen Sportveranstaltungen mobil und konnte „Sportmuffel“ motivieren, sportlich aktiv zu werden.

„Spaß an Sport und Bewegung zu vermitteln sowie einfache Tipps und Hilfen für die ersten Schritte dazu zu geben ist das Ziel unserer gemeinsamen Initiative“, so Gerd Nettekoven.

Die Deutsche Krebshilfe möchte den Menschen zeigen, dass es sich lohnt, seinen Körper zu fordern – für das eigene Selbstbewusstsein, aber vor allem für die eigene Gesundheit und ein vermindertes Krebsrisiko. Daher freuen wir uns sehr, dass bereits zahlreiche Vereine und Sportgruppen unsere gemeinsame Kampagne aufgegriffen haben und sich im Kampf gegen Krebs stark machen“, betonte Gerd Nettekoven beim Pressetermin in Frankfurt.

Seit März 2014 machen die Kooperationspartner auf die wichtige Bedeutung von „Sport und Bewegung“ bei der Krebsprävention aufmerksam. Unterstützt werden Sie hierbei von TV-Moderatorin Shary Reeves, Britta Heidemann, Olympiasiegerin im Degenfechten, und Wolfgang Overath, Fußballweltmeister von 1974.

„Es tut einfach gut, wenn man sich bewegt und dadurch den Kopf frei bekommt. Das schafft einen Ausgleich zum oft hektischen Alltag – und ganz nebenbei ist es ja ein sehr wichtiger Baustein zur Vorbeugung vieler verschiedener Krankheiten“, berichtet Britta Heidemann. „Ich finde, dass die Kampagne genau an der richtigen Stelle ansetzt – nämlich, die positiven Aspekte und die Freude an Bewegung zu vermitteln“, so die Olympiasiegerin im Degenfechten. Auch für Shary Reeves ist ein Leben ohne regelmäßige Bewegung nicht denkbar. „Wenn du Sport treibst, geht‘s dir gut“, betont die TV-Moderatorin. „Genau das möchte ich allen mitgeben, die noch mit dem berüchtigten Schweinehund kämpfen.“

Mit dem DOSB hat die Deutsche Krebshilfe einen starken Partner gefunden, der sich seit vielen Jahren für mehr Bewegung und eine gesunde Lebensweise engagiert. „Sport und Bewegung sind wesentliche Faktoren für Wohlbefinden, Gesundheit und Lebensfreude“, betont Dr. Michael Vesper, Generaldirektor des DOSB. „Die gemeinsame Kampagne hat gezeigt, welche vielfältigen und kreativen Angebote zur Prävention in den 91.000 Sportvereinen in Deutschland umgesetzt werden. Der organisierte Sport bietet unter dem Qualitätssiegel SPORT PRO GESUNDHEIT flächendeckend zertifizierte  Angebote an. Darüber hinaus hat der DOSB zusammen mit der Bundesärztekammer das Rezept für Bewegung entwickelt, das Nichtbeweger zu mehr körperlicher Aktivität motivieren soll.“

Zentrales Informationselement für Interessierte ist die Internetseite www.bewegung-gegen-krebs.de. Hier gibt es unter anderem zahlreiche Tipps, wie sich Bewegung in den Alltag integrieren lässt und was bei den ersten sportlichen Schritten helfen kann. Darüber hinaus ist die Kampagne auch auf facebook.com/bewegunggegenkrebs präsent.

Auch die Deutsche Sporthochschule Köln unterstützt die Kampagne: hier untersuchen Wissenschaftler, ob eine solche Kampagne das Bewegungsverhalten der Bevölkerung beeinflussen kann.


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Neuer Wirkstoff überwindet Therapieresistenz bei Leukämie

Die Heilungschancen von Patienten mit Philadelphia Chromosom-positiver Leukämie (Ph+) haben sich in den letzten Jahren stark verbessert. Dennoch entwickelt ein großer Anteil von Patienten Resistenzen gegen die vorhandenen Medikamente. Hämatologen der Goethe-Universität Frankfurt haben nun gemeinsam mit einer russischen Pharmafirma einen neuen Wirkstoff entwickelt, der sowohl in vitro als auch in vivo die aggressivsten Formen der Philadelphia Chromosom-positiven Leukämie sehr effektiv bekämpft. Sie berichten darüber in der aktuellen Ausgabe der renommierten Fachzeitschrift „Leukemia“.

FRANKFURT. Patienten mit dem Philadelphia Chromosom entwickeln chronisch myeloische (CML) oder akute lymphatische Leukämie (Ph+ ALL). Diese gehören zu den ersten Leukämieformen, die dank der Entwicklung gezielter molekularer Therapieansätze behandelt werden können. Die Wirkstoffe, selektive Kinase-Inhibitoren, greifen direkt am Krebs-induzierenden Gen BCR/ABL an. Doch bei vielen Patienten wird die Therapie nach einer gewissen Zeit unwirksam – entweder aufgrund von Mutationen im BCR/ABL oder durch andere, noch weitgehend unbekannte Mechanismen. Zurzeit ist nur eine Substanz, Ponatinib, in der Lage, alle klinische Resistenzen weitgehend zu überwinden. Leider ist Ponatinib wegen seiner zum Teil lebensgefährlichen Nebenwirkungen nur mit großer Vorsicht einsetzbar.

Fusion Pharma, mit Sitz in Moskau, hat einen neuartigen Kinase-Inhibitor, PF-114, mit dem Ziel entwickelt, die gleiche Wirkung auf Ph+ Leukämien zu entfalten wie Ponatinib, aber gleichzeitig die Nebenwirkungen zu reduzieren. In der aktuellen Ausgabe von „Leukemia“ berichtet ein Team um Dr. Afsar Mian, Prof. Oliver Ottmann und Privatdozent Dr. Martin Ruthardt von der Abteilung Hämatologie der Medizinischen Klinik II, dass PF-114 ähnlich gut gegen resistente Ph+ Leukämie wirkt wie Ponatinib.

„Diese Ergebnisse liefern die Grundlage für den Einsatz von PF-114 bei Therapie-resistenten Patienten mit Ph+ Leukämie. Die gute Wirksamkeit und das gute Nebenwirkungsprofil muss jetzt in klinischen Phase I Studien am Menschen weiter untersucht werden“, erklärt Dr. Ruthardt. „Ohne die Frankfurter Kollegen, wäre PF-114 nie so weit gekommen. Auf der Basis dieser Daten werden wir im Laufe des 1. Halbjahrs 2015 eine internationale Phase I Studie starten können“, ergänzt Dr. Ghermes Chilov, CEO von Fusion Pharma, die das Projekt finanziert hat.

Publikation:
Mian et al.: PF-114, a potent and selective inhibitor of native and mutated BCR/ABL is active against Philadelphia chromosome- positive (Ph+) leukemias harboring the T315I mutation, in Leukemia, 14. November 2014, doi: 10.1038/leu.2014.326.

Informationen:
Privatdozent Dr. Martin Ruthardt, Hämatologie/Medizinische Klinik II, Universitätsklinik, Tel. (069)6301–5338, ruthardt@em.uni-frankfurt.de.

Die Goethe-Universität ist eine forschungsstarke Hochschule in der europäischen Finanzmetropole Frankfurt. 2014 feiert sie ihren 100. Geburtstag. 1914 gegründet mit rein privaten Mitteln von freiheitlich orientierten Frankfurter Bürgerinnen und Bürgern fühlt sie sich als Bürgeruniversität bis heute dem Motto „Wissenschaft für die Gesellschaft“ in Forschung und Lehre verpflichtet. Viele der Frauen und Männer der ersten Stunde waren jüdische Stifter. In den letzten 100 Jahren hat die Goethe-Universität Pionierleistungen erbracht auf den Feldern der Sozial-, Gesellschafts- und Wirtschaftswissenschaften, Chemie, Quantenphysik, Hirnforschung und Arbeitsrecht. Am 1. Januar 2008 gewann sie mit der Rückkehr zu ihren historischen Wurzeln als Stiftungsuniversität ein einzigartiges Maß an Eigenständigkeit. Heute ist sie eine der zehn drittmittelstärksten und drei größten Universitäten Deutschlands mit drei Exzellenzclustern in Medizin, Lebenswissenschaften sowie Geisteswissenschaften.“

Mehr Informationen unter www2.uni-frankfurt.de/gu100

Herausgeber:
Der Präsident
Abteilung Marketing und Kommunikation, Postfach 11 19 32,
60054 Frankfurt am Main
Redaktion: Dr. Anne Hardy, Referentin für Wissenschaftskommunikation Telefon (069) 798 – 12498, Telefax (069) 798 – 763 12531, E-Mail hardy@pvw.uni-frankfurt.de
Internet: www.uni-frankfurt.de


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