Nationales Centrum fĂŒr Tumorerkrankungen

Ausbau zu einem internationalen Spitzenzentrum der individualisierten Krebstherapie (NCT 3.0)

„Der Ausbau zum NCT 3.0 stĂ€rkt Heidelbergs Position in der Spitzengruppe der internationalen Krebsforschung und -medizin; mit neuen Möglichkeiten bei der Erfassung der genetischen Grundlagen von Krebs sowie gezielten neuen Therapien fĂŒr die Patienten“, sagt Wissenschaftsministerin Theresia Bauer

Das Nationale Centrum fĂŒr Tumorerkrankungen (NCT) in Heidelberg soll zu einem internationalen Spitzenzentrum der individualisierten Krebstherapie (NCT 3.0) ausgebaut werden. Diese Entscheidung von Bundes- und Landesregierung verkĂŒndeten Bundesforschungsministerin Johanna Wanka und Wissenschaftsministerin Theresia Bauer anlĂ€sslich des Festakts zum 50jĂ€hrigen Bestehen des Deutschen Krebsforschungszentrums (DKFZ) am Freitag in Heidelberg.

„Das NCT ist schon heute ein internationaler Vorreiter der umfassenden Erbgutanalyse von Tumorgewebe. Entscheidend hierfĂŒr ist die enge Zusammenarbeit von Spitzenforschung am DKFZ sowie innovativer Krebsmedizin an NCT und UniversitĂ€tsklinikum Heidelberg. Der Ausbau zum NCT 3.0 stĂ€rkt Heidelbergs Position in der Spitzengruppe der internationalen Krebsforschung und -medizin. Wir schaffen damit neue Möglichkeiten bei der Erfassung der genetischen Grundlagen von Krebs sowie individualisierten, also maßgeschneiderten neuen Therapien fĂŒr die Patienten“, sagte Ministerin Bauer.

Das NCT ist eine vom DKFZ und dem UniversitĂ€tsklinikum Heidelberg gemeinsam getragene Einrichtung. FĂŒr das Land sei das NCT 3.0 wissenschaftspolitisch wie auch in der Patientenversorgung von großer Bedeutung, so Bauer. Aufbauend auf den erheblichen BeitrĂ€gen der Heidelberger Partner sowie der Deutschen Krebshilfe bedĂŒrfe die Umsetzung des NCT-Ausbaus einer substanziellen institutionellen Förderung durch den Bund und das Land Baden-WĂŒrttemberg. Der Ministerrat habe daher kĂŒrzlich in Aussicht gestellt, ab 2015 jĂ€hrlich bis zu 2,5 Mio. Euro zusĂ€tzlich aus Landesmitteln fĂŒr neue Programme in der KrebsbekĂ€mpfung im NCT zur VerfĂŒgung zu stellen. ZusĂ€tzlich wird das Land den Ausbau des NCT-GebĂ€udes mit rund 20 Mio. Euro finanzieren.

Gleichzeitig habe sich der Bund bereit erklĂ€rt, den Ausbau fĂŒr den Betrieb entsprechend dem sog. Helmholtz-SchlĂŒssel (Finanzierung durch den Bund und das Land Baden-WĂŒrttemberg im VerhĂ€ltnis 90:10) zu fördern. FĂŒr den Aufbau innovativer Programme der Krebsgenomanalyse, die Etablierung eines Programms zur Erprobung neuer Verfahren fĂŒr moderne, individualisierte Krebsbehandlung sowie fĂŒr den Ausbau interdisziplinĂ€rer Profilbereiche stehe damit eine Erhöhung der institutionellen Förderung um insgesamt 25 Mio. Euro jĂ€hrlich in der Endausbaustufe ab dem Jahr 2019 zur VerfĂŒgung, erklĂ€rte Ministerin Bauer.

Das DKFZ ist heute Deutschlands grĂ¶ĂŸte biomedizinische Forschungseinrichtung und europaweit fĂŒhrend. Es hat in den fĂŒnf Jahrzehnten seines Bestehens wichtige Erfolge im Kampf gegen Krebs erzielt. Mit dem NCT haben Hochschulmedizin Heidelberg und DKFZ ein Modell geschaffen, das Vorbild war fĂŒr viele andere Standorte.

Theresia Bauer: „Das NCT verbindet unter einem Dach PrĂ€vention, Diagnose und Therapie in beeindruckender Weise. Mit dem Ausbau zum NCT 3.0 werden wir den Kampf gegen Krebs noch wirkungsvoller, effektiver und fĂŒr den Patienten schonender gestalten, und die Zusammenarbeit von DKFZ und UniversitĂ€tsmedizin Heidelberg weiter stĂ€rken können“.

Weitere Informationen finden Sie unter
http://mwk.baden-wuerttemberg.de/service/pressemitteilungen/presse-detailseite/nationales-centrum-fuer-tumorerkrankungen-ausbau-zu-einem-internationalen-spitzenzentrum-der-indivi/

Pressemitteilung
Ministerium fĂŒr Wissenschaft, Forschung und Kunst Baden-WĂŒrttemberg,
Margit Schoberth

 


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WeltmÀnnertag 2014: MÀnnergesundheit beginnt beim Jungen

Sonographie

Sonographie

Ob WeltmĂ€nnertag am 3. November, internationaler MĂ€nnertag am 19. November oder die weltweite Spendenkampagne fĂŒr Prostatakrebsforschung und MĂ€nnergesundheit „Movember“: Der Herbst steht ganz im Zeichen des gesundheitspolitisch noch immer stark vernachlĂ€ssigten starken Geschlechts.

Die Deutsche Gesellschaft fĂŒr Urologie e.V. (DGU) und der Berufsverband der Deutschen Urologen e.V. (BDU) appellieren an die MĂ€nner, ihre Gesundheitskompetenz zu schĂ€rfen und vorhandene Gesundheitsangebote besser zu nutzen – und zwar in jeder Altersgruppe. Sie selbst halten dafĂŒr diverse Ratgeber sowie ein umfangreiches Angebot medizinischer Informationen fĂŒr Interessierte und Patienten auf ihrer Website (www.urologenportal.de) vor und setzen sich mit regelmĂ€ĂŸigen Laienforen fĂŒr die öffentliche AufklĂ€rung ein.

MĂ€nnergesundheit beginnt bereits beim Jungen, betonen Urologen zum WeltmĂ€nnertag 2014. Praktisch bedeutet das zum Beispiel die frĂŒhzeitige Feststellung medizinischer Fehlbildungen, die Einhaltung eines altersgerechten Impfplans, rechtzeitige AufklĂ€rung ĂŒber VerhĂŒtung und sexuell ĂŒbertragbare Infektionen sowie die AufklĂ€rung ĂŒber Selbstuntersuchung zur FrĂŒherkennung von Hodenkrebs. „MĂ€nnliche Jugendliche sind eine wichtige Zielgruppe, um die MĂ€nnergesundheit langfristig zu verbessern“, sagt DGU-Pressesprecherin Prof. Dr. Sabine Kliesch. „Wir wollen die Jungen frĂŒhzeitig sensibilisieren und ihr Gesundheitsbewusstsein wecken, sodass der Gang zum Arzt so selbstverstĂ€ndlich wie bei MĂ€dchen und Frauen wird.“ Zu diesem Zweck engagieren sich DGU und BDU derzeit auf zwei Ebenen. „Zum einen sind wir dabei, eine Jungensprechstunde in urologischen Praxen zu etablieren, die den Jungen auch in der PubertĂ€t einen Ă€rztlichen Ansprechpartner bietet und damit eine LĂŒcke im MĂ€nnerleben schließt“, so BDU-Pressesprecher Dr. Wolfgang BĂŒhmann. Zum anderen kooperieren die Urologen mit der Ärztlichen Gesellschaft zur Gesundheitsförderung e.V. bei der gesundheitlichen Bildung von Jungen in Schulen.

Was MĂ€nner im Laufe ihres Lebens zur „PrĂ€vention urologischer Erkrankungen“ von Blase, Nieren und Prostata, fĂŒr Potenz und Fruchtbarkeit tun können, bringt der gleichnamige Ratgeber von DGU und BDU auf den Punkt. AufklĂ€rung ĂŒber ProstatakrebsfrĂŒherkennung empfehlen Deutschlands Urologen allen MĂ€nnern ab 45 Jahren. Nicht zuletzt appellieren die Experten fĂŒr MĂ€nnergesundheit am diesjĂ€hrigen WeltmĂ€nnertag, altersbedingte urologische Erkrankungen des Mannes wie die gutartige ProstatavergrĂ¶ĂŸerung, Testosteronmangel oder die Erektile Dysfunktion im Sinne einer guten LebensqualitĂ€t und der Vermeidung von Folgeerkrankungen abklĂ€ren und behandeln zulassen.

Weitere Informationen und alle Ratgeber der Urologen finden Interessierte jeden Alters – nicht nur an MĂ€nnertagen – auf www.urologenportal.de

Weitere Informationen
DGU/BDU-Pressestelle
Bettina-C. Wahlers
Sabine M. Glimm
Stremelkamp 17
21149 Hamburg
Tel.: 040 – 79 14 05 60
Mobil: 0170 – 48 27 28 7
E-Mail: redaktion@bettina-wahlers.de
Internet: www.urologenportal.de
www.dgu-kongress.de


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Brustkrebs bremsen: Forscher finden neuen Ansatzpunkt

Prof. Dr. Steven A. Johnsen, Klinik fĂŒr Allgemein-, Viszeral- und Kinderchirurgie der UniversitĂ€tsmedizin Göttingen. mit seiner Doktorandin Sankari Nagarajan im Labor. - Foto: umg

Prof. Dr. Steven A. Johnsen, Klinik fĂŒr Allgemein-, Viszeral- und Kinderchirurgie der UniversitĂ€tsmedizin Göttingen. mit seiner Doktorandin Sankari Nagarajan im Labor. – Foto: umg

(umg) Die Diagnose Brustkrebs trifft in Deutschland jedes Jahr ĂŒber 70.000 Frauen. Dank neuer Behandlungsmöglichkeiten steigen die Heilungschancen. Nach wie vor erliegen jedoch viele Patientinnen ihrem Leiden, weil Tumore unempfindlich gegen die angewandte Chemotherapie sind. Ein internationales Forscherteam um Prof. Dr. Steven A. Johnsen, Leiter Schwerpunkt Translationale Krebsforschung der Klinik fĂŒr Allgemein-, Viszeral- und Kinderchirurgie der UniversitĂ€tsmedizin Göttingen, und des Göttinger Zentrums fĂŒr molekulare Biowissenschaften (GZMB) hat nun herausgefunden, dass Brustkrebs-Zellen das Protein BRD4 benötigen, um sich zu vermehren. Die Erkenntnisse könnten dazu beitragen, neue Therapien fĂŒr Brustkrebs zu entwickeln. Die Ergebnisse wurden in der amerikanischen Fachzeitschrift Cell Reports veröffentlicht.

Originalpublikation: Nagarajan S, Hossan T, Alawi M, Najafova Z, Indenbirken D, Bedi U, TaipaleenmÀki H, Ben-Batalla I, Scheller M, Loges S, Knapp S, Hesse E, Chiang CM, Grundhoff A, Johnsen SA. Bromodomain Protein BRD4 Is Required for Estrogen Receptor-Dependent Enhancer Activation and Gene Transcription. Cell Rep. 2014 Jul 24;8(2):460-9. doi: 10.1016/j.celrep.2014.06.016. Epub 2014 Jul 10.

Um zu wachsen, sind viele Brusttumore auf das weibliche Geschlechtshormon Östrogen angewiesen. Östrogen dockt in den Zellen an ein Partner-Protein an, den Östrogen-Rezeptor alpha (englisch: estrogen receptor alpha, ERα). Der Rezeptor ERα schaltet dann mithilfe anderer Proteine gezielt Gene an, die die Krebszellen dazu anregen, sich zu teilen. Die Folge ist: Das GeschwĂŒr vergrĂ¶ĂŸert sich. Solche Östrogen-abhĂ€ngigen Tumore lassen sich meist gut therapieren. Spezielle Medikamente unterbrechen gezielt den Östrogen-Signalweg und hindern den Tumor so daran, zu wachsen. Manchmal verĂ€ndern sich die Krebszellen jedoch wĂ€hrend der Therapie – sie mutieren und reagieren so nicht mehr auf Medikamente. In diesen Zellen sind die Gene, die eigentlich von Östrogen abhĂ€ngig sind, nicht mehr auf das Hormon angewiesen. Sie sind dauerhaft angeschaltet, sodass der Tumor trotz Behandlung weiter wuchert. Daher suchen Forscher nach anderen Möglichkeiten, Brustkrebszellen am Wachsen zu hindern.

WACHSTUMS-GENE BRAUCHEN BRD4
Prof. Dr. Steven A. Johnsen, Leiter Schwerpunkt Translationale Krebsforschung der Klinik fĂŒr Allgemein-, Viszeral- und Kinderchirurgie der UMG, und seine Dok-torandin Sankari Nagarajan haben jetzt in Zusammenarbeit mit Wissenschaftlern vom UniversitĂ€tsklinikum Hamburg-Eppendorf, dem Hamburger Heinrich-Pette-Institut, der UniversitĂ€t Oxford und der UniversitĂ€t Texas einen neuen Angriffspunkt fĂŒr Medikamente gefunden. Sie entdeckten, dass Brusttumore zusĂ€tzlich zu Östro-gen auch auf das Protein BRD4 angewiesen sind. „BRD4 hilft dem Östrogen-Partner ERα dabei, Wachstums-Gene anzuschalten“, sagt Prof. Dr. Steven Johnsen. Blockierten die Forscher BRD4 in Brustkrebszellen, waren diese Gene weniger aktiv und die Tumorzellen hörten auf zu wachsen. Dieser Effekt lĂ€sst sich in Zukunft möglicherweise fĂŒr die Krebstherapie nutzen. „Medikamente, die BRD4 lahm legen, könnten Östrogen-abhĂ€ngige Tumore am Wachsen hindern. Dieser Umstand ließe sich vor allem bei Patientinnen nutzen, deren Brustkrebs nicht mehr auf die herkömmliche Behandlung anschlĂ€gt“, sagt Sankari Nagarajan. „Tumore, bei denen die eigentlich Östrogen-abhĂ€ngigen Gene stĂ€ndig angeschaltet bleiben, obwohl Medikamente die Wirkung des Hormons blockieren, brauchen trotzdem BRD4. Wenn man also auch BRD4 ausschaltet, könnte dies das Tumorwachstum bremsen. Dies wollen wir jetzt untersuchen.“

WEITERE INFORMATIONEN:
UniversitĂ€tsmedizin Göttingen und Göttinger Zentrum fĂŒr Molekulare Biowissenschaften
Klinik fĂŒr Allgemein-, Viszeral- und Kinderchirurgie
Schwerpunkt Translationale Krebsforschung
Prof. Dr. Steven A. Johnsen, Telefon: 0551 / 39-20830
Robert-Koch-Straße 40, 37075 Göttingen
steven.johnsen@med.uni-goettingen.de

Weitere Informationen:

http://www.med.uni-goettingen.de

Pressemitteilung
UniversitĂ€tsmedizin Göttingen – Georg-August-UniversitĂ€t, Stefan Weller


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Prostatakrebs schnell und sicher diagnostizieren

Zwischen gut- und bösartig verĂ€ndertem Prostatagewebe zu unterscheiden, ist schwierig. Ein neues GerĂ€t erleichtert Ärzten die Diagnose: Über eine optische Analyse können sie innerhalb von eineinhalb Minuten zuverlĂ€ssig sagen, ob es sich um ein Karzinom handelt. Auf der Messe COMPAMED vom 12. bis 14. November in DĂŒsseldorf stellen Fraunhofer-Forscher den Prototyp vor.

Prostatakrebs schnell und sicher diagnostizieren

In nur eineinhalb Minuten ermittelt dieser Prototyp eines DiagnosegerÀts, ob die Gewebeprobe der Prostata gut- oder bösartig ist. - © Fraunhofer IKTS

In nur eineinhalb Minuten ermittelt dieser Prototyp eines DiagnosegerĂ€ts, ob die Gewebeprobe der Prostata gut- oder bösartig ist. – © Fraunhofer IKTS

Handelt es sich um ein Karzinom in der Prostata – oder um eine gutartige GewebeverĂ€nderung? Um dies herauszufinden, entnehmen Ärzte dem Patienten ĂŒber eine Biopsie Prostatagewebe. Dabei fĂŒhren sie eine kleine Nadel in die Prostata ein, Ultraschallbilder helfen bei der Navigation. Labormitarbeiter fertigen aus der so entnommenen Probe hauchdĂŒnne Gewebeschnitte an – eine mĂŒhselige Arbeit, die mindestens einen Tag dauert. Anschließend werden die Gewebeschnitte an einen Pathologen weitergereicht, der sie unter dem Mikroskop untersucht. Allerdings ist es auch fĂŒr erfahrene Ärzte oftmals schwierig, zwischen gut- und bösartig verĂ€ndertem Gewebe zu unterscheiden.

Analyse auf Knopfdruck

KĂŒnftig geht diese Untersuchung einfacher, schneller und prĂ€ziser: mit einem optischen DiagnosegerĂ€t, das Forscher am Fraunhofer-Institut fĂŒr Keramische Technologien und Systeme IKTS in Dresden entwickelt haben. Es liegt derzeit als Prototyp vor. »Der Arzt legt die entnommene Gewebeprobe auf ein UnterlageplĂ€ttchen, schiebt dieses in das GerĂ€t, drĂŒckt einen Knopf – und erhĂ€lt innerhalb von eineinhalb Minuten eine zuverlĂ€ssige Aussage, ob das Gewebe in der Probe gut- oder bösartig verĂ€ndert ist«, beschreibt Dr. Jörg Opitz, Wissenschaftler am IKTS. Da die Probe nicht langwierig aufbereitet werden muss, sondern direkt nach der Entnahme ins GerĂ€t geschoben und analysiert werden kann, braucht der Patient nach der Biopsie nicht tagelang auf das Ergebnis zu warten. Der Arzt bekommt das Resultat umgehend und kann wesentlich schneller mit dem Patienten die weiteren Schritte besprechen.

Licht regt die körpereigene Fluoreszenz an

Ein weiterer Vorteil liegt in der ZuverlĂ€ssigkeit der Untersuchungen. »Die Analysen basieren auf der Auto-Fluoreszenz, die humanes Gewebe abgibt«, sagt Opitz. Denn in jedem menschlichen Körper finden sich Fluorophore. Diese MolekĂŒle leuchten eine sehr kurze Zeit, wenn bestimmtes Licht auf sie fĂ€llt. Legt der Arzt das entnommene Gewebe in das GerĂ€t und startet die Messung, strahlt ein dosierter Laserpuls darauf und regt die Fluorophore an: Die fluoreszierenden MolekĂŒle im Gewebe geben durch diesen Laserpuls ihrerseits Licht ab. Wie diese Fluoreszenzstrahlung abnimmt, unterscheidet sich bei gut- und bösartig verĂ€ndertem Gewebe. Dabei konnten die Wissenschaftler einen klaren Schwellwert fĂŒr dieses unterschiedliche Verhalten bestimmen: Überschreitet der Wert der Gewebeprobe den Schwellwert, handelt es sich um ein Karzinom. Die Ärzte erhalten also eine klare Aussage. Die Auswertung lĂ€uft automatisch. Das GerĂ€t zeigt dem Mediziner in Form von Ampelfarben an, ob die entnommene Probe Krebsgewebe enthĂ€lt.

Jedes Gewebe hat einen eigenen Schwellwert

Momentan lĂ€sst sich das GerĂ€t nur fĂŒr Prostatakarzinome einsetzen. Denn der Schwellwert, auf den sich das GerĂ€t bezieht, gilt nur fĂŒr dieses Gewebe. FĂŒr jede Gewebeart gibt es einen solchen fixen Wert, allerdings sind sie unterschiedlich. Gewebe der Prostata hat einen anderen als solches aus der Brust oder der Mundhöhle. Ziel der Forscher ist es, die Schwellwerte fĂŒr andere Gewebearten zu bestimmen und diese in die Auswertesoftware des GerĂ€ts zu integrieren. Dann könnten die Ärzte mit dem GerĂ€t verschiedene Proben untersuchen: Sie mĂŒssten lediglich ĂŒber ein Drop-Down-MenĂŒ den entsprechenden Gewebetyp eingeben.

Die ersten zwei klinischen Studien hat das optische DiagnosegerĂ€t bereits erfolgreich hinter sich, momentan lĂ€uft die dritte Studie. Den 53 mal 60 mal 43 Zentimeter großen Prototypen stellen die Wissenschaftler auf der Messe COMPAMED vom 12. bis 14. November in DĂŒsseldorf vor (Halle 8a, Stand K38).

Pressemitteilung
Fraunhofer-Gesellschaft, Britta Widmann


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Im Fokus – Der gut informierte Patient

Berlin (elf) – So unterschiedlich Betroffene mit der schockierenden Diagnose Krebs umgehen, so individuell sind die Fragen, die sie sich stellen. Antworten, leicht verstĂ€ndlich und patientennah formuliert, liefern der neue telefonische Beratungsdienst INFONETZ KREBS und das ‘Handbuch gegen Krebs‘.

Dies teilten die Deutsche Krebshilfe und die Deutsche Krebsgesellschaft heute am 27.Oktober 2014 auf einer Pressekonferenz in Berlin mit. Rund 500.000 Menschen sehen sich in Deutschland jedes Jahr mit der Diagnose Krebs konfrontiert. Eine Diagnose, die das gesamte Leben der Betroffenen, aber auch ihrer Angehörigen und Freunde von einem Tag auf den anderen verÀndert.

Viele dieser Menschen haben sich bis zu diesem Zeitpunkt nicht mit dem Thema Krebs auseinandersetzen mĂŒssen. Unwissenheit aber verstĂ€rkt Ängste und das GefĂŒhl der Hilflosigkeit. Und das in einer Situation, in der sich die Betroffenen mit einer lebensbedrohlichen Erkrankung konfrontiert sehen und weitreichende Entscheidungen, wie etwa die Wahl des Behandlungsverfahrens, treffen mĂŒssen.

Seit GrĂŒndung der Deutschen Krebshilfe vor 40 Jahren durch Mildred Scheel gehört die Information und AufklĂ€rung ĂŒber die Erkrankung Krebs zu den Kernaufgaben der Organisation. „Krebspatienten sollen und möchten heute auch in die medizinischen Entscheidungen mit einbezogen werden und damit gleichberechtigte GesprĂ€chspartner ihrer behandelnden Ärzte sein“ betonte der PrĂ€sident der Deutschen Krebshilfe Dr. Fritz Pleitgen.

Gemeinsam reagieren die Deutsche Krebshilfe und die Deutsche Krebsgesellschaft auf den hohen Bedarf an patientennahen Informationen mit dem neuen Beratungsangebot INFONETZ KREBS, das AufklĂ€rung mit höchster QualitĂ€t und nach aktuellem Wissen bietet. Unter der Telefonnummer 0800 / 80 70 88 77 erhalten Betroffene und deren Angehörige kostenfrei qualitĂ€tsgesicherte Informationen und Beratung. „Das Beratungsangebot ist als zusĂ€tzlicher Service gedacht und soll den Patienten dabei unterstĂŒtzen, aktiv und informiert an seiner Behandlung teilzuhaben“, erklĂ€rte Hans-Peter KrĂ€mer, Vorstandsvorsitzender der Deutschen Krebshilfe.

 Zahlreiche Experten haben viele tausend wissenschaftliche Artikel, Studien, Gesetzestexte und Erfahrungsberichte von Betroffenen gesichtet und analysiert. Die Datenbank des INFONETZ KREBS umfasst somit den heutigen Wissensstand in der Onkologie. ErgĂ€nzend dazu stellten die beiden Organisationen das neue ‘Handbuch gegen Krebs‘ vor. Unter Mitwirkung von BILD ist dies im Zabert Sandmann-Verlag erschienen.

„BILD möchte aufklĂ€ren und Betroffene und Angehörige auf dem oft schweren Weg einer Krebserkrankung begleiten. Deshalb unterstĂŒtzen wir das ‘Handbuch gegen Krebs‘. Ziel ist es, wissenschaftlich fundierte Informationen in verstĂ€ndlicher Sprache zu vermitteln – um Sicherheit zu bieten und vor allem, um Mut zu machen”, so Kai Diekmann, BILD-Chefredakteur.

60 namhafte Experten der Deutschen Krebshilfe und der Deutschen Krebsgesellschaft waren inhaltlich beteiligt. Das Buch gibt einen Überblick ĂŒber die verschiedenen Stadien der 35 hĂ€ufigsten Krebsarten. Es unterstĂŒtzt Betroffene in einer Art Lotsenfunktion – von der Diagnose bis zur Therapie und der Nachsorge. „In Zusammenarbeit mit BILD als großer deutscher Boulevard-Zeitung entstand ein Buch mit verstĂ€ndlichen Informationen, das UnterstĂŒtzung bietet und der Krankheit Krebs ein StĂŒck ihres Schreckens nehmen kann“, erklĂ€rt Dr. Johannes Bruns, GeneralsekretĂ€r der Deutschen Krebsgesellschaft. Ab heute, dem 27. Oktober 2014, ist das ‘Handbuch gegen Krebs‘ fĂŒr 19,95 € im Handel erhĂ€ltlich. Pro verkauftem Exemplar kommen 2 € der Arbeit der Deutschen Krebshilfe zu Gute.

Pressemitteilung der Deutschen Krebshilfe e.V.


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Aktiv trotz Brustkrebs

Neue App unterstĂŒtzt bei Bewegung und Sport wĂ€hrend der Krebsbehandlung

  • Die kostenlose App „Aktiv trotz Brustkrebs“ von Novartis Oncology in Zusammenarbeit mit der Sporthochschule Köln bietet Frauen mit fortgeschrittenem Brustkrebs unterstĂŒtzend zu ihrer Therapie eine praktische Anleitung fĂŒr mehr Bewegung
  • Krebspatientinnen profitieren von körperlicher AktivitĂ€t, denn ausreichend Bewegung steigert die LeistungsfĂ€higkeit und LebensqualitĂ€t
  • Die Bewegungs-App – motivierend – mobil – innovativ – ist ab sofort im App- Store fĂŒr iOS sowie im Google Play Store fĂŒr Android erhĂ€ltlich

NĂŒrnberg, den 27. Oktober 2014 – Die Bedeutung von regelmĂ€ĂŸiger Bewegung bei Brustkrebs war lange Zeit unbekannt. Meist wurde den Patientinnen vielmehr geraten, sich zu schonen. Diese EinschĂ€tzung hat sich jedoch mittlerweile geĂ€ndert: Studien konnten zeigen, dass regelmĂ€ĂŸige AktivitĂ€t die körperliche LeistungsfĂ€higkeit bei Krebspatienten verbessert, die Nebenwirkungen der Therapie reduziert, die Stimmung aufhellt und die LebensqualitĂ€t steigert.1 In fast jeder Krankheitssituation profitieren Patienten von einem individuell angepassten Trainigsprogramm.

Welche Möglichkeiten Frauen mit fortgeschrittenem Brustkrebs haben, körperlich aktiv zu sein, zeigt die neue App „Aktiv trotz Brustkrebs“ von Novartis Oncology. Entwickelt wurde sie in Zusammenarbeit mit Dr. Freerk Baumann, Institut fĂŒr Kreislaufforschung und Sportmedizin der Deutschen Sporthochschule Köln, und seinem Team.

Dabei geht es nicht um Leistungssport oder Krafttraining, sondern um moderate, an den Krankheitsverlauf angepasste Übungen. Sie können bei regelmĂ€ĂŸiger DurchfĂŒhrung die körperliche LeistungsfĂ€higkeit erhalten und sich positiv auf das Wohlbefinden auswirken. Service-App fĂŒr Brustkrebspatientinnen kann individuell genutzt werden

Durch eine einfache MenĂŒfĂŒhrung gelangt die Patientin zu ausgewĂ€hlten Übungen aus den Bereichen Ausdauer, Kraft, Koordination und Sensorik, Atemtherapie und Entspannung. Beschreibungen helfen dabei, die Übungen den individuellen AnsprĂŒchen, Leistungsgrenzen und Vorerfahrungen anzupassen. Lust zum Nachahmen machen anschauliche Videos.

Eine zusĂ€tzliche Motivation, sich regelmĂ€ĂŸig zu bewegen, bietet die Animation „Zen-Garten“: Mit jedem durchgefĂŒhrten Übungsblock erscheint dort ein neues Element, wie beispielsweise ein KirschblĂŒtenzweig. Schritt fĂŒr Schritt lĂ€sst sich so der Zen-Garten vervollstĂ€ndigen (Abb. 1). Interessante Hintergrundinformationen zum Thema „Sport & Krebs“ sowie Adressen z. B. von Krebssportgruppen runden das interaktive Informationsangebot ab.

So stellt die App einen individuellen Trainingspartner dar, der beim Sport wĂ€hrend der Therapie unterstĂŒtzen kann. Heruntergeladen werden kann die App via entsprechendem Store auf ein Android-Smartphone, iPhone oder Tablet (Abb. 2). Vor dem Üben sollten die Patientinnen die Nutzung der App mit ihrem Arzt abstimmen.

WeiterfĂŒhrende Informationen zum Thema fortgeschrittener Brustkrebs generell und zur App finden Sie unter www.leben-mit-brustkrebs.de.

Novartis bietet innovative medizinische Lösungen an, um damit auf die sich verĂ€ndernden BedĂŒrfnisse von Patienten und Gesellschaften einzugehen. Novartis hat ihren Sitz in Basel (Schweiz) und verfĂŒgt ĂŒber ein diversifiziertes Portfolio, um diese BedĂŒrfnisse so gut wie möglich zu erfĂŒllen – mit innovativen Arzneimitteln, ophthalmologischen Produkten, kostengĂŒnstigen generischen Medikamenten, Impfstoffen zur Vorbeugung von Erkrankungen, rezeptfreien Medikamenten und tiermedizinischen Produkten. Novartis ist das einzige global tĂ€tige Unternehmen mit fĂŒhrenden Positionen in diesen Bereichen. Im Jahr 2013 erzielte der Konzern einen Nettoumsatz von USD 57,9 Milliarden und wies Kosten fĂŒr Forschung und Entwicklung in Höhe von rund USD 9,9 Milliarden (USD 9,6 Milliarden unter Ausschluss von Wertminderungen und Abschreibungen) aus.

Die Novartis Konzerngesellschaften
beschĂ€ftigen rund 135 000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter (VollzeitstellenĂ€quivalente) und verkaufen ihre Produkte in ĂŒber 150 LĂ€ndern.
Weitere Informationen finden Sie im Internet unter http://www.novartis.com und unter http://www.novartisoncology.de.
Referenzen
1 Adamietz I. Schonen war gestern: Sport bei Krebspatienten. Wie gezieltes Training die Therapie unterstĂŒtzen kann. CME 2014; 11 (1):63–72.

Pressemitteilung von Deutsche Krebshilfe e.V.


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Vielversprechende Immuntherapie gegen Rhabdomyosarkome

Vielversprechende Immuntherapie gegen den hÀufigsten und sehr bösartigen Weichteiltumor bei Kindern

Rhabdomyosarkome sind die hĂ€ufigsten, bösartigen Weichgewebstumoren bei Kindern. Trotz aggressiver Hochdosistherapien ĂŒberleben nur 30 bis 60 Prozent der jungen Patienten die nĂ€chsten fĂŒnf Jahre. Bei Betroffenen mit einem Hochrisikotyp und im metastasierten Stadium sind es sogar nur 5 bis 10 Prozent. Diese alarmierenden Zahlen machen neue TherapieansĂ€tze dringend erforderlich. Forscher der UniversitĂ€ten Gießen und Aachen haben jetzt ein Antikörper-basiertes Behandlungskonzept entwickelt, das speziell gegen diesen Tumor gerichtet ist.

In Vorarbeiten hatte die Arbeitsgruppe um die Professoren Stefan Gattenlöhner und Stefan Barth bereits ein sogenanntes Immuntoxin synthetisiert, welches in Zellkulturversuchen und im Tiermodell eine spezifische, hohe TumortoxizitĂ€t zeigte. Darauf aufbauend hat das kĂŒrzlich abgeschlossene Projekt zwei weitere Ziele erfolgreich umgesetzt. Zum einen haben die Wissenschaftler das Immuntoxin voll humanisieren können und zum anderen die Expression des Tumorantigens erhöhen können. WĂ€hrend diese Art der Humanisierung mögliche Resistenzen gegen die rettenden Antikörper verhindert, steigert die medikamentös erzeugte Expression des Tumorantigens die Effizienz der Therapie.

Zur vollen Humanisierung des Immuntoxins wurde das beim Menschen natĂŒrlicherweise vorkommende Zellgift Granzym B eingesetzt. Der wesentliche Vorteil dieser vollen Humanisierung besteht darin, unerwĂŒnschte Immunisierungen von Patienten gegen allogene therapeutische Antikörper (zum Beispiel Mausantikörper) zu unterbinden, die zu einer Resistenz und damit zum Versagen der Behandlung fĂŒhren können. DarĂŒber hinaus erlauben immuntolerante therapeutische Antikörper einen wiederholten Einsatz ĂŒber einen lĂ€ngeren Zeitraum, Voraussetzung fĂŒr eine niedrig dosierte Langzeitbehandlung um eine minimale Resttumorerkrankung zu verhindern beziehungsweise zu eliminieren.

Neben einer verbesserten SpezifitĂ€t und BioverfĂŒgbarkeit eines therapeutischen Antikörpers ist die Höhe der Expression des Antigens, gegen das der Antikörper gerichtet ist, von entscheidender Bedeutung fĂŒr die Therapieeffizienz. In der zweiten Projektphase wurden deshalb verschiedene Substanzen getestet, die aufgrund ihrer biochemischen Struktur und ihres bekannten Wirkspektrums eine mögliche Induktion der Expression der gamma Untereinheit des fetalen Acetylcholinrezeptors erwarten ließen. Dabei konnte gezeigt werden, dass die Gabe des Wirkstoffs Forskolin eine signifikante Erhöhung der Rezeptorexpression von ĂŒber 50 Prozent bewirkte. Professor Stefan Gattenlöhner dazu: „Bei Forskolin handelt es sich um eine in dem Harfenstrauch Plectranthus barbatus vorkommende chemische Verbindung, die als nichtselektiver Stimulator der Isoenzyme der Gruppe der Adenylylcyclasen in der Herz-, GefĂ€ĂŸ- und Thrombosebehandlung diskutiert wird, so dass ein unterstĂŒtzender Einsatz im Rahmen einer Antikörper-basierten Immuntherapie von Rhabdomyosarkomen realistisch erscheint“.

Damit haben die Arbeitsgruppen der Professoren Gattenlöhner und Barth die sehr erfolgreichen Arbeiten auf dem Gebiet der Immuntherapie von Rhabdomyosarkomen fortgesetzt und bereiten gegenwĂ€rtig eine klinische Phase-1-Studie zur Etablierung einer effizienten Immuntherapie gegen die nach wie vor prognostisch ungĂŒnstige Tumorgruppe der Rhabdomyosarkome vor.

Kontakt (Projektleitung):
Prof. Dr. Stefan Gattenlöhner, Institut fĂŒr Pathologie der
UniversitĂ€tsklinik Gießen
Telefon: 0641 985-41100,
E-Mail: stefan.gattenloehner@patho.med.uni- giessen.de

Die Wilhelm Sander-Stiftung förderte dieses Forschungsprojekt mit ĂŒber 188.000 Euro. Stiftungszweck ist die Förderung der medizinischen Forschung, insbesondere von Projekten im Rahmen der KrebsbekĂ€mpfung. Seit GrĂŒndung der Stiftung wurden insgesamt ĂŒber 190 Millionen Euro fĂŒr die Forschungsförderung in Deutschland und der Schweiz bewilligt. Die Stiftung geht aus dem Nachlass des gleichnamigen Unternehmers hervor, der 1973 verstorben ist.

Weitere Informationen zur Stiftung: http://www.wilhelm-sander-stiftung.de

Pressemitteilung
Wilhelm Sander-Stiftung, Bernhard Knappe


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PET-MRT: Neues Bildgebungsverfahren verbessert die Treffsicherheit der Diagnostik bei Hirntumoren

Bedeutung der PET-MRT fĂŒr die individualisierte Therapie – Intensive Diskussion auf der Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft fĂŒr Neuroradiologie e.V.

Köln, 23. Oktober 2014. Nach Angaben des Robert Koch-Instituts versterben pro Jahr in Deutschland ĂŒber 5.500 Patienten an Hirntumoren. Die individualisierte Krebstherapie hat aber auch in diesem Bereich große Fortschritte gemacht und gibt vielen Betroffenen berechtigte Hoffnung auf ein besseres Behandlungsergebnis. Grundlage dafĂŒr ist eine möglichst genaue Charakterisierung des Tumors, um zu wissen, ob und welche der modernen Therapieoptionen im individuellen Fall erfolgsversprechend sind. Weil das Bildgebungsverfahren der PET-MRT anatomische Genauigkeit mit Informationen zu StoffwechselvorgĂ€ngen verbindet, kann eine Entnahme von Gewebeproben aus den „bösartigsten“ Tumorarealen sichergestellt werden. Sogenannte Unterdiagnosen, die durch die Entnahme und feingewebliche Untersuchung „harmloseren“ Tumorgewebes entstehen, werden vermieden. Außerdem kann die Untersuchung auch zur TherapieĂŒberwachung eingesetzt werden und frĂŒhzeitig darĂŒber Aufschluss geben, ob eine Behandlung anschlĂ€gt oder nicht.

Die PET-MRT findet in der Onkologie vor allem Anwendung bei der Diagnostik von Hirntumoren. Sie trĂ€gt dazu bei, die Tumoren vor der Behandlung zu charakterisieren. In Zusammenschau mit anderen Verfahren (MRT, Perfusionsbildgebung etc.) liefert die PET-MRT sehr gute Informationen zur Lokalisation von stĂ€rker malignen (bösartigen) Tumoranteilen (sogenanntes „hot spot imaging“), die dann im Rahmen der Biopsie gesichert werden können. Denn die Therapie-entscheidung sollte immer erst nach Beurteilung der Tumoranteile getroffen werden, die als am bösartigsten eingestuft wurden.

Damit entwickelt sich die PET-MRT, die bislang an großen Zentren im Rahmen von Studien eingesetzt wird, zu einem wesentlichen Beitrag zur gesicherten Differentialdiagnose von Hirntumoren. In Zusammenschau mit anderen, funktionellen MRT-Verfahren verbessert die PET-MRT die Treffsicherheit der Diagnostik und somit die QualitĂ€t der Therapieplanung.

„Die PET-MRT stellt also die Weichen fĂŒr die optimale Behandlung und wir arbeiten daran, dass dieses Verfahren zunehmend mehr Hirntumor-Patienten im Rahmen der Diagnostik zur VerfĂŒgung gestellt werden kann“, so Prof. Dr. med. Ulrike Ernemann, Ärztliche Direktorin der Abteilung Diagnostische und Interventionelle Neuroradiologie an der Radiologischen UniversitĂ€tsklinik TĂŒbingen.

Das Verfahren ist aber auch fĂŒr das Monitoring der individualisierten Therapie von Hirntumoren von Bedeutung: Gerade im Rahmen der personalisierten Behandlung und angesichts der vielfĂ€ltigen adjuvanten, d.h. im Anschluss an die Operation oder Bestrahlung einsetzbaren Therapiemöglichkeiten ist es wichtig, frĂŒh zu erkennen, ob eine Therapie anspricht oder nicht. Die PET-MRT kann rechtzeitig darĂŒber Aufschluss geben, so dass bei Nicht-Ansprechen keine kostbare Zeit verloren geht, sondern zeitnah eine andere Therapie eingeleitet werden kann. DarĂŒber hinaus erlaubt sie eine Entscheidung, ob es sich bei VerĂ€nderungen der Tumorumgebung unter Therapie um ein Fortschreiten der Erkrankung (Progression) oder nur um eine sogenannte Pseudoprogression, also therapieassoziierte VerĂ€nderungen handelt. Diese Fragestellung lĂ€sst sich mit keinem anderen bildgebenden Verfahren so sicher beantworten wie mit der PET-MRT.

Über die Jahrestagung der Deutsche Gesellschaft fĂŒr Neuroradiologie e.V. Die Jahrestagung der Deutsche Gesellschaft fĂŒr Neuroradiologie e.V. ist Europas grĂ¶ĂŸter Fachkongress fĂŒr Hirnbildgebung, mehr als 1.000 Teilnehmer werden vom 23.-25. Oktober 2014 in Köln erwartet. Thematische Schwerpunkte bilden die Neuroonkologie, multimodale Bildgebungskonzepte, pĂ€diatrische Neuroradiologie, SchĂ€delbasis, Spinalkanal sowie Neurointerventionen. Die Neuroradiologie ist mit ihren Diagnose- und Behandlungsmethoden im Bereich Demenz und Schlaganfall eine der medizinischen SchlĂŒsseldisziplinen der alternden Gesellschaft.

DGNR-Expertin zum Thema fĂŒr Interviews/HintergrundgesprĂ€che:
Prof. Dr. med. Ulrike Ernemann
Ärztliche Direktorin
Abteilung Diagnostische und Interventionelle Neuroradiologie
Radiologische UniversitĂ€tsklinik TĂŒbingen

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Deutsche Röntgengesellschaft e.V., Pressesprecher Florian Schneider


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Therapiekonzepte bei Hirntumorpatienten werden zunehmend individualisierter

Therapiekonzepte bei Hirntumorpatienten werden zunehmend individualisierter

Neue AnsĂ€tze zur individualisierten Therapie von Hirntumoren bilden einen Themenschwerpunkt der Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft fĂŒr Neuroradiologie e.V.

Köln, 23.Oktober 2014. Diffuse, hirneigene Tumoren, sogenannte Gliome, treten mit einer HĂ€ufigkeit von 5-6/100.000 in Deutschland lebender Menschen auf und sind somit eine sehr seltene Erkrankung. Bislang wurden die meisten Gliom-Patienten mit einer postoperativen Radiotherapie, Chemotherapie mit Temozolomid oder PCV (Procarbazin, CCNU und Vincristin) oder einer entsprechenden Radio-Chemo-Therapie behandelt. In den letzten Jahren haben sich erste individualisierte neuroonkologische Therapiekonzepte etabliert. Diese betreffen zunĂ€chst drei molekulare Parameter, die wichtige Informationen fĂŒr die Therapieentscheidung liefern: Mutationen im Isocitratdehydrokinase-(IDH)-Gen, der Verlust der Chromosomenarme (Kodeletion von) 1p/19q und die Promotorhypermethylierung von MGMT.

IDH-Mutationen differenzieren zwei biologisch vollstĂ€ndig unterschiedliche Gruppen von Gliomen. Patienten mit einem IDH-mutierten Gliom haben eine deutlich bessere Prognose und sollten in den meisten FĂ€llen mit einer Radio-Chemo-Therapie mit PCV oder Temozolomid behandelt werden. Ein Ă€hnlicher Grundsatz gilt fĂŒr Patienten mit einer Kodeletion von 1p und 19q. Diese Patienten haben durch diese Deletion charakterisierte oligodendrogliale Tumoren und profitieren ebenfalls von einer kombinierten Radio-Chemo-Therapie gegenĂŒber dem vor zwei Jahren gĂŒltigen Standard einer alleinigen Radiotherapie. Ob solche Patienten Ă€hnlich gĂŒnstig auch mit einer alleinigen Chemotherapie behandelt werden können, wird Gegenstand zukĂŒnftiger Studien in dieser Patientengruppe sein.

MGMT ist ein seit mehr als 10 Jahren bekanntes Resistenzprotein fĂŒr die Empfindlichkeit gegenĂŒber einer alkylierenden Chemotherapie. Aufgrund der Relevanz des alkylierenden Therapeutikums Temozolomid fĂŒr die Hirntumortherapie spielt auch der MGMT-Status eine große Rolle. Bisher hat sich fĂŒr Ă€ltere Patienten mit Begleiterkrankung oder EinschrĂ€nkung in der körperlichen Fitness und fĂŒr einige molekulare Subgruppen bei IDH- wildtypischen anaplastischen Gliomen die Testung von MGMT durchgesetzt. Die Therapie erfolgt nach dem MGMT-Status. Außerhalb dieser Gruppen kommt der MGMT-Bestimmung allerdings keine große Bedeutung zu, obwohl bekanntist, dass die Patienten bei MGMT-AktivitĂ€t keinen relevanten Nutzen von der Temozolomid-Therapie haben werden. Hier setzen aktuelle Studienkonzepte an, bei denen mittels molekularer Untersuchungen insbesondere in dieser Patientengruppe andere Zielstrukturen fĂŒr eine sogenannte targeted therapy zu finden.

Eine weitere wesentliche Neuerung ist die Nutzung von tumorspezifischen VerĂ€nderungen fĂŒr die Entwicklung von Immuntherapien. Nicht nur das mutierte IDH1 (R132H-Mutation), sondern auch andere, im Tumor auftretende Mutationen werden bei PrĂ€sentation gegenĂŒber dem Immunsystem fĂŒr aktuelle Studienkonzepte genutzt. Ein aktuelles Beispiel fĂŒr einen möglichen neuen Biomarker stellt die Methylierung des Promotors des CD95-Liganden dar. Eine geringe Methylierung war in einer randomisierten Phase II-Studie mit dem CD95-Liganden-Inhibitor APG101 fĂŒr das Ansprechen von Patienten auf diese Therapie prĂ€diktiv. Es ist davon auszugehen, dass sowohl durch prĂ€zisierte immuntherapeutische Programme wie das von der EU geförderte GAPVAC-Konsortium, das von der Firma Immatics in TĂŒbingen gemeinsam mit BioNtec in Mainz geleitet wird, und das vom NCT-Heidelberg initiierte NCT- NeuroMasterMatch (N2M2), aber auch fĂŒr einzelne molekulare prĂ€spezifische Studien, die notwendigerweise auf kleine Patientenzahlen limitiert sind, fĂŒr die betreffenden Patienten relevante Therapievorteile erbringen werden.

Über die Jahrestagung der Deutsche Gesellschaft fĂŒr Neuroradiologie e.V. Die Jahrestagung der Deutsche Gesellschaft fĂŒr Neuroradiologie e.V. ist Europas grĂ¶ĂŸter Fachkongress fĂŒr Hirnbildgebung, mehr als 1.000 Teilnehmer werden vom 23.-25. Oktober 2014 in Köln erwartet. Thematische Schwerpunkte bilden die Neuroonkologie, multimodale Bildgebungskonzepte, pĂ€diatrische Neuroradiologie, SchĂ€delbasis, Spinalkanal sowie Neurointerventionen. Die Neuroradiologie ist mit ihren Diagnose- und Behandlungsmethoden im Bereich Demenz und Schlaganfall eine der medizinischen SchlĂŒsseldisziplinen der alternden Gesellschaft.

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DGNR-Experte zum Thema fĂŒr Interviews/HintergrundgesprĂ€che:
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Ärztl. Direktor
Neurologische Klinik und Nationales Zentrum fĂŒr Tumorerkrankungen
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Brustkrebs: Begleitsymptome durch Erkrankung und Therapie mit hochdosierten Vitamin-C-Infusionen lindern

Berlin – Im Brustkrebsmonat Oktober stehen traditionell Themen rund um die bei Frauen hĂ€ufigste Krebsart im Fokus. Initiator dieser alljĂ€hrlichen internationalen Kampagne ist die US-amerikanische Verein Susan G. Komen, die sich seit Jahren weltweit fĂŒr ein „Bewusstsein gegen Brustkrebs“ engagiert. Den Schwerpunkt der Kampagne bilden dabei hochwertige FrĂŒherkennungsmethoden und optimale Therapieoptionen. ErgĂ€nzende oder unterstĂŒtzende Therapien wie beispielsweise hochdosierte Vitamin-C-Infusionen finden dabei nur wenig Beachtung, obwohl sie erheblich dazu beitragen, krankheits- und therapiebedingte Beschwerden zu lindern und somit die LebensqualitĂ€t der Patientinnen deutlich zu verbessern.

Viele Patientinnen mit der Diagnose Brustkrebs klagen ĂŒber Symptome wie Übelkeit, Appetitverlust, chronische ErmĂŒdung (Fatigue), Depressionen und Schlafstörungen. Ursache dieser Beschwerden sind verschiedene krankheitsbedingte Prozesse, die im Körper ablaufen. Sie tragen dazu bei, ein wichtiges Abwehrsystem des Körpers, das antioxidative System, nachhaltig aus dem Gleichgewicht zu bringen. Ein Vorgang, der durch verschiedene therapeutische Maßnahmen wie chirurgische Eingriffe, Chemo- und Strahlentherapie zusĂ€tzlich verstĂ€rkt wird.

Was haben oxidativer Stress und Vitamin C damit zu tun?
Oxidativer Stress und Vitamin C sind ĂŒber das antioxidative System eng miteinander verknĂŒpft. Bei Brustkrebs und wĂ€hrend einer Chemo- oder Strahlentherapie gerĂ€t dieses System langfristig aus dem Lot. Dann entstehen oxidativer Stress und ein massiver Vitamin-C-Mangel. Dieser kann dann nicht mehr ĂŒber die Nahrung oder ergĂ€nzende Produkte wie Brausetabletten ausgeglichen werden. Denn die Aufnahme von Vitamin C ĂŒber den Verdauungstrakt ist durch spezielle Transportmechanismen nur begrenzt möglich. Wird der Vitamin-C-Mangel nicht ausgeglichen, hat das erhebliche negative Auswirkungen.

Studie1 zeigt: Vitamin-C-Infusionen verbessern die LebensqualitÀt
Bekamen Brustkrebspatientinnen wĂ€hrend und nach einer Standardtherapie hochdosierte Vitamin-C-Infusionen, hatte dies nachweislich eine positive Wirkung: Die Infusionen reduzierten alle krankheits- und therapiebedingten Beschwerden wie Übelkeit, Appetitverlust, chronische ErmĂŒdung (Fatigue), Depressionen und Schlafstörungen erheblich. Die LebensqualitĂ€t der Patientinnen konnte deutlich gesteigert werden.

1 Vollbracht, C. et al. (2011). Intravenous vitamin C administration improves quality of life in breast cancer patients during chemo-/radiotherapy and aftercare: results of a retrospective, multicentre, epidemiological study in Germany.“ In Vivo 25(6): 983-990

PASCORBINŸ Wirkstoff: AscorbinsÀure 150 mg pro ml Injektionslösung.

Anwendungsgebiete: Zur Therapie von klinischen Vitamin-C-MangelzustĂ€nden, die ernĂ€hrungsmĂ€ĂŸig nicht behoben oder oral substituiert werden können. MethĂ€moglobinĂ€mie im Kindesalter. EnthĂ€lt Natriumhydrogencarbonat. Zu Risiken und Nebenwirkungen lesen Sie die Packungsbeilage und fragen Sie Ihren Arzt oder Apotheker. Stand: Januar 2014. PASCOE, pharmazeutische PrĂ€parate GmbH, D-35383 Giessen, info@pascoe.de.

Pressekontakt:

WEFRA PR Gesellschaft fĂŒr Public Relations mbH
Rebeca Kliem
PR-Beraterin
Mitteldicker Weg 1
63263 Neu-Isenburg (Zeppelinheim)
Telefon: 069 695008-970
E-Mail: rk@wefra.de

Pressemitteilung der WEFRA PR Gesellschaft fĂŒr Public Relations mbH, Rebeca Kliem


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